Ein Mann raucht eine E-Zigarette. | Bildquelle: dpa

#kurzerklärt Wie gefährlich sind E-Zigaretten?

Stand: 31.05.2019 11:59 Uhr

"Sag' Nein zum Rauchen und Dampfen" steht auf dem Plakat zum diesjährigen Weltnichtrauchertag. Denn neben Zigaretten werden E-Zigaretten immer beliebter - und gelten als ungefährlicher. Stimmt das?

Von Stephan Lenhardt, SWR

E-Zigaretten haben einen Tank mit Flüssigkeit, das sogenannte Liquid. Das gibt es in unzähligen Geschmacksrichtungen, mit Nikotin oder nikotinfrei. Im Verdampfer der E-Zigarette befindet sich ein Heizelement. Eine Art Docht ragt in das Liquid. Das Heizelement wird mit einem Akku betrieben. Durch Knopfdruck oder Sensor wird das Heizelement aktiviert. Über das Mundstück gelangt der erzeugte Dampf zum Raucher.

E-Variante: Der Tabakerwärmer

Eine andere Variante sind sogenannte "Tabakerwärmer": Bei denen wird nicht Liquid elektronisch erhitzt, sondern eine Art Mini-Zigarette mit echtem Tabak. Dieser wird aber nicht verbrannt, sondern lediglich auf rund 350 Grad erhitzt. In Deutschland ist derzeit "Iqos" von Philip Morris International der einzige Tabakerwärmer auf dem Markt.

Wie gefährlich sind E-Zigaretten?
Tagesschau24, 31.05.2019, Stephan Lenhardt, SWR

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E-Zigaretten immer beliebter

2010 gab es laut Verband des E-Zigarettenhandels 300.000 E-Raucher, 2017 schon geschätzt 3,7 Millionen. Dagegen fällt weltweit der Umsatz von herkömmlichen Zigaretten um drei bis vier Prozent jährlich. Auch in Deutschland geht die Zahl der Raucher zurück.

Trotzdem ist der Umsatz stabil. Das liegt an den steigenden Preisen und höheren Steuern für Zigaretten. Laut Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2000 noch 140 Milliarden Zigaretten in Deutschland verkauft. 2018 waren es nur noch 74 Milliarden - also nahezu nur noch die Hälfte.

Gesundheitsrisiko umstritten

Gesundheitliche Folgen vom E-Rauchen sind noch unklar. Es fehlen Langzeitstudien, dafür sind die E-Zigaretten zu kurz auf dem Markt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum sagt beispielsweise, dass der inhalierte Dampf einer E-Zigarette krebserzeugende Substanzen enthalten kann. 

Vor allem die Hersteller von E-Zigaretten preisen diese dagegen gern als Alternative zur herkömmlichen Zigarette an, denn viele Wissenschaftler halten die elektronische Variante für weniger gesundheitsschädlich. Für die Hersteller ist die E-Zigarette deshalb vor allem ein Mittel zur Nikotinentwöhnung. Eine kürzlich veröffentlichte britische Studie hat herausgefunden, dass E-Zigaretten dabei wirksamer sind als beispielsweise Nikotinpflaster. Allerdings rauchten vier von fünf Studienteilnehmern nach einem Jahr zwar keine herkömmlichen Zigaretten mehr, dafür aber immer noch die Elektro-Variante.

Verschiedene E-Zigaretten-Typen | Bildquelle: AP
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Verschiedene Typen von E-Zigaretten

Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin halten deshalb nichts von der Nikotin-Entwöhnung mit E-Zigaretten: "Wer E-Zigarette raucht, ist keineswegs abstinent - er ersetzt lediglich die eine Abhängigkeit durch eine andere", sagt Stefan Andreas, Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen bei Göttingen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung kam bereits 2012 zu der Ansicht, dass durch E-Rauchen auch eine Nikotinsucht ausgelöst werden kann, die ein späteres Tabakrauchen fördert.

Jugendliche besonders gefährdet?

Suchtforscher warnen: Immer mehr Jugendliche greifen zur E-Zigarette. Kieler Forscher vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung fragten im vergangenen Jahr mehr als 6000 Zehntklässler nach ihrem Konsum. 42 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal E-Zigarette geraucht zu haben. Das waren mehr als herkömmliche Zigaretten-Raucher.

Noch jünger waren 2016 die Befragten der Unimedizin Mannheim: 16 Prozent der Schüler im Alter von 12 Jahren hatten schon mindestens einmal eine E-Zigarette benutzt.

Hype im Netz

Seit Dezember 2018 ist die E-Zigarette "Juul" auch in Deutschland auf dem Markt. Das Design und die einfache Handhabung macht sie für Jugendliche offenbar besonders interessant. Seitdem verbreiten auch hierzulande immer mehr Jugendliche Fotos und Videos vom E-Zigarettenkonsum in sozialen Netzwerken und machen somit auch unbewusst Werbung.

Packungen der E-Zigarettenmarke Juul | Bildquelle: AP
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Der E-Zigarettenhersteller "Juul" ist auf Facebook und Instagram nicht mehr aktiv.

Die Universität Stanford hat das Marketing von "Juul" ausgewertet. Den Hashtag #Juul fanden die Forscher 260.000 mal innerhalb von drei Jahren in sozialen Netzwerken. Juul selbst hat 2691 Posts abgesetzt. Mittlerweile hat Juul nach massiver Kritik seine Aktivität auf Facebook und Instagram eingestellt.

Streit um Werbeverbot

Die E-Zigarette beschäftigt auch die Politik. Dort wird wieder laut über ein umfassendes Tabakwerbeverbot gestritten. In Deutschland ist immer noch Tabakwerbung beispielsweise im Kino und auf Plakaten erlaubt. Nirgendwo sonst in der EU. Das soll sich nun ändern. Die Grünen sind hierzulande vor kurzem mit einem Gesetzesvorstoß gescheitert, Werbung auch für E-Zigaretten zu verbieten. Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, sieht Werbung für E-Zigaretten und Tabakerhitzer kritisch.

Mehr zum Thema

Doch innerhalb der Großen Koalition gibt es noch keinen Kompromiss. Der soll noch vor der Sommerpause im Bundestag gefunden werden. E-Zigarettenverbände wollen mit einer Art Werbekodex einem Verbot zuvorkommen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Mai 2019 um 11:00 Uhr.

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