Dessauer Meisterhaussiedlung | Bildquelle: dpa

#kurzerklärt Was ist das Bauhaus?

Stand: 01.04.2019 14:06 Uhr

Moderne Architektur. Weiße Betonwürfel. Flachdach. Stahlmöbel wie Marcel Breuers Wassily-Stuhl oder die Wagenfeld-Lampe sind zu Bauhaus-Klassikern geworden. Doch das Bauhaus ist weit mehr.

Von Julia Henninger, SWR Stuttgart

Drei unterschiedliche Standorte, drei Direktoren und die politischen und sozialen Entwicklungen in der Weimarer Republik haben das Bauhaus geprägt. Mehr als 1250 Studierende aus 29 Ländern waren am Bauhaus. Es existierte knapp 14 Jahre. Auf ein paar Schlagworte lässt es sich schwer reduzieren.

1919 in Weimar gegründet

Der Architekt Walter Gropius gründete 1919 das Staatliche Bauhaus in Weimar. Der Name Bauhaus geht auf die Bauhütten mittelalterlicher Kathedralen zurück, in denen Künstler und Handwerker zusammenarbeiteten. Diese Idee verfolgte Gropius. Kunst- und Handwerk sollten vereint werden. "Es gibt keinen Wesensunterschied zwischen dem Künstler und dem Handwerker", heißt es in Gropius' Manifest von 1919.

Josef Albers, Marcel Beuer, Gunta Stölzl, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky, Walter Gropius, Herbert Bayer, Lázló Moholy-Nagy und Hinnerk Scheper | Bildquelle: picture alliance / akg-images
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Walter Grupius im Kreise seiner Mitstreiter. v. l. n. r.: Josef Albers, Marcel Beuer, Gunta Stölzl, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky, Walter Gropius, Herbert Bayer, Lázló Moholy-Nagy und Hinnerk Scheper.

Unterschiedliche Techniken und Disziplinen wie Wandmalerei, Weberei oder Architektur wurden am Bauhaus gelehrt und ausprobiert. Mit Formen, Farben und Material experimentiert, gespielt. Kennzeichen des Bauhauses sind die Grundformen Dreieck, Kreis, Quadrat und die Grundfarben Gelb, Blau, Rot. Peter Keler hat die Formen beispielweise zu einer Wiege zusammengefügt. Bedeutende Künstler wirkten als Meister und Lehrende am Bauhaus wie Wassily Kandinsky, Paul Klee, Johannes Itten oder Oskar Schlemmer.

#kurzerklärt: Was ist das Bauhaus?
nachtmagazin, 01.04.2019, Julia Henninger, SWR

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Frauen am Bauhaus

"Aufgenommen wird jede unbescholtene Person ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht" - auch das steht in Gropius' Manifest und war für die damalige Zeit revolutionär. Tatsächlich kamen viele Frauen ans Bauhaus - Alma Buscher, Gunta Stölzl, Friedl Dicker, Marianne Brandt, um nur ein paar zu nennen. Von Marianne Brandt stammt beispielsweise das berühmte Tee-Extraktkännchen.

Halbkugelige Teekanne im Bauhaus-Stil | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Die halbkugelige Teekanne von Marianne Brandtwurde legendär.

Viele Frauen wurden allerdings in die Textilwerkstatt geschickt. Oskar Schlemmer spottete: "Wo Wolle ist, ist auch ein Weib, das webt, und sei es nur zum Zeitvertreib." Nur eine Frau schaffte es unter die Lehrenden - Gunta Stölzl. Sie wurde Meisterin der Weberei. Die Weberei war eine der erfolgreichsten und produktivsten Werkstätten am Bauhaus. Dennoch sind es heute vor allem Männernamen, die mit dem Bauhaus in Verbindung gebracht werden.

Das Bauhaus und die politische Entwicklung

Das Bauhaus stößt auch auf Ablehnung und Widerstand. Vor allem Konservative und Rechte stören sich an der unkonventionellen, freizügigen Lebens- und Kulturauffassung. Als sie 1924 die Mehrheit im Thüringer Landtag bekommen, kürzen sie die Zuschüsse um 50 Prozent. Das Bauhaus zieht 1925 auf Einladung der Stadt nach Dessau - als Hochschule für Gestaltung. In Dessau wird auch die Zusammenarbeit mit der Industrie zentral. 1928 wird der Schweizer Architekt Hannes Meyer neuer Direktor.

Der Gedanke "Die Form folgt der Funktion" prägt das Arbeiten. Alltagsgegenstände sollen einfach und schlicht gestaltet sein und in Serie produziert werden. Unter dem Motto "Volksbedarf statt Luxusbedarf" soll auch günstiger und funktionaler Wohnraum entstehen.

Aus politischen Gründen wird Meyer 1930 vom Dessauer-Stadtrat entlassen, der Vorwurf: "kommunistische Machenschaften". Ludwig Mies van der Rohe folgt ihm als Direktor. Als die NSDAP in Dessau stärkste Kraft wird, setzt sie die Schließung des Bauhauses durch. Ein Jahr lang gibt es das Bauhaus noch als private Einrichtung in Berlin, bevor es dann endgültig geschlossen wird.

Wassily-Stuhl | Bildquelle: ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX
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Zu den Designklassikern gehört der Wassily-Stuhl von Max Breuer und ...

Historische Arbeitsplatzleuchten im Bauhaus-Stil | Bildquelle: picture-alliance/ dpa
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... auch die Arbeitsplatzleuchte "Kaiser-Idell" im Bauhaus-Stil von Christian Dell.

Der Bauhaus-Gedanke geht um die Welt

Einige Bauhäusler arbeiteten im Nazi-Regime weiter. Andere wurden von den Nazis verfolgt oder ermordet. Unter ihnen Friedl Dicker und Otti Berger, sie starben in Auschwitz. Viele flüchteten, wanderten aus und mit ihnen ging der Bauhaus Gedanke weiter um die Welt - nach New York, Chicago oder nach Tel Aviv. In Tel Aviv gibt es mit mehr als 4000 Häusern weltweit die größte Ansammlung von Gebäuden, die durch das Bauhaus inspiriert wurden.

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