Frau mit Mund- und Nasenschutz in der Bahn | dpa
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Chronik zur Corona-Krise Ausnahmezustand als neue Normalität

Stand: 04.05.2020 11:20 Uhr

Ausgangssperren, geschlossene Geschäfte und Schulen - diese Maßnahmen gelten inzwischen in vielen Staaten. Die Zahl der Infizierten und Verstorbenen steigt im April 2020 zwar weiter, aber die Maßnahmen zeigen auch Wirkung.

Hier geht es zum ersten Teil der Chronik über den Ausbruch einer Pandemie.

Den zweiten Teil der Chronik finden Sie unter dem Titel Ein Virus verändert die gesamte Welt hier.

Auch zu Beginn des neuen Monats gibt es keine Anzeichen von Entspannung: "Das Virus kennt keine Feiertage" heißt es nach einer Telefonkonferenz von Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder. Die Ausgangssperren werden bis nach Ostern - bis zum 19. April - verlängert.

Wieso diese Maßnahme wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Ausbreitung: Ein Posaunenchor-Treffen, der Karneval, ein Starkbierfest oder der Urlaub im österreichischen Ischgl waren Augenblicke, in denen sich besonders viele Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert haben.

Der Sportartikelhersteller Adidas will nach massiver Kritik doch weiterhin Miete für die geschlossenen Geschäfte zahlen. Galeria Karstadt Kaufhof dagegen erklärt, die gesetzlichen Regeln zu nutzen und die Mietzahlungen aussetzen zu wollen. Die Kaufhauskette plant auch, die Kurzarbeit auszuweiten.

Die Diskussion, ob Handydaten helfen können, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, geht in Deutschland weiter. Ein europäisches Expertenteam arbeitet an einer Lösung:

Wie so eine Lösung praktisch funktionieren kann, zeigt Singapur.

In den USA rechnet Präsident Trump mit "sehr schmerzhaften Wochen". Er sagt, es könnten Hunderttausende in seinem Land am Coronavirus sterben. Schon jetzt gibt es in den USA mehr als 200.000 Infizierte.

Das Robert Koch-Institut ändert seine Empfehlung und rät nun doch dazu, in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Im DeutschlandTrend äußert sich eine Mehrheit positiv zum Krisenmanagement der Bundesregierung.

Immer öfter infizieren sich auch Ärzte und Pflegekräfte - die Bundesregierung hat jedoch keine Übersicht darüber, welche Orte besonders betroffen sind.

In Spanien sterben fast 1000 Menschen an einem Tag an Covid-19. Der Arbeitsmarkt in den USA bricht massiv ein.

Die Zahl der Infizierten weltweit hat nun die Millionen-Marke überschritten, mehr als 53.000 mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierte Menschen sind gestorben.

In Deutschland verbreitet das RKI unterdessen etwas Optimismus: Die Geschwindigkeit der Ausbreitung verlangsamt sich offenbar. "Die Einschränkungen wirken", sagt dazu RKI-Chef Lothar Wieler. Gleichzeitig haben die Maßnahmen gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaft: Die lokalen Verkehrsunternehmen, denen die Umsätze wegbrechen, oder die Autobranche, deren Absatz um ein Drittel zurückgegangen ist, sind nur zwei Beispiele.

Um im Mittelstand eine Pleitewelle zu verhindern, plant die Bundesregierung ein neues Hilfspaket - es geht um ein Gesamtvolumen von bis zu 300 Milliarden Euro.

Die Pandemie droht viele EU-Staaten in die Rezession zu stürzen - die Finanzminister versuchen, gegenzusteuern. Nach heftigem Streit über Corona-Bonds scheint nun eine Annäherung möglich. Finanzminister Scholz stellt eine Drei-Säulen-Strategie vor.

Die USA stellen einen traurigen Rekord auf: Die Johns-Hopkins-Universität meldet 1169 Tote in 24 Stunden. Noch nie sind in einem Land innerhalb dieser Zeitspanne so viele Menschen am Coronavirus gestorben. Mit mehr als 244.000 Infizierten verzeichnen die USA zudem die meisten Infizierten weltweit.

Nach einer tagelangen Irrfahrt darf das Kreuzfahrtschiff "Zaandam" in den Hafen von Fort Lauderdale, Florida, einlaufen. Kurz darauf kann auch das Schwesternschiff "Rotterdam" dort anlegen.Lange wollte kein Land die Schiffe aufnehmen, weil an Bord der "Zaandam" das Coronavirus ausgebrochen war.

Das Robert-Koch-Institut verzeichnet mehr als 85.700 Coronavirus-Fälle in Deutschland, mindestens 1158 infizierte Menschen sind bereits gestorben. Besonders von der Pandemie betroffen sind demnach Bayern und Nordrhein-Westfalen.

An dem ersten richtigen Frühlingswochenende ziehen Temperaturen von mehr als 20 Grad zahlreiche Menschen ins Freie. Dabei halten sie die Corona-Auflagen weitgehend ein.

Ein Expertengremium hat Empfehlungen erarbeitet, wie Deutschland aus den Corona-Maßnahmen wieder herauskommen könnte. Wichtigste Erkenntnis: Dies kann nur schrittweise erfolgen.

Bundesaußenminister Heiko Maas verkündet: Mehr als 200.000 im Ausland gestrandete Reisende sind von der Bundesregierung bereits zurückgeholt worden. Die Aktion läuft seit gut drei Wochen in Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften. 40.000 Deutsche warten allerdings nach wie vor auf eine Gelegenheit, nach Hause zu kommen - die meisten von ihnen in Südafrika, Neuseeland und Peru.

Die US-Regierung empfiehlt allen Bürgern, außerhalb der Wohnung Mund und Nase zu bedecken. Gleichzeitig verhängt Präsident Trump einen Exportstopp für Schutzausrüstung.

Das Qingming-Totengedenkfest in China steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Corona-Krise: Staatsführung und Volk betrauern mehr als 3300 an Covid-19 Gestorbene.

Spanien meldet den zweiten Tag in Folge einen leichten Rückgang der Toten-Zahlen: Nachdem das Land tagelang jeweils mehr als 900 Verstorbene zu verzeichnen hatte, sind dieses Mal 809 mit dem Coronavirus-Infizierte in 24 Stunden gestorben.

Nach Ansicht der Regierung steht Deutschland der schwierigste Teil der Corona-Krise noch bevor. "Die Zeit mit den höchsten Infektionszahlen liegt noch vor uns", sagt Kanzleramtsminister Helge Braun. Das Wichtigste sei die Gesundheit der Bevölkerung. Dahinter stehe auch die Wirtschaft zurück.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson wird ins Krankenhaus eingeliefert. Da sich der Zustand des an Covid-19 erkrankten Politikers seit Tagen nicht bessert, wird er nun vorsorglich unter medizinische Beobachtung gestellt. Angesichts der vielen Corona-Toten im Land wendet sich Königin Elizabeth II. an ihr Volk. In einer Fernsehansprache beschwört sie britische Werte, fordert eiserne Disziplin und lobt das Gesundheitssystem.

In Griechenland wird bereits das zweite Flüchtlingslager unter Quarantäne gestellt: Dort wird ein afghanischer Flüchtling positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet. Zwei Wochen lang darf nun niemand mehr das Lager betreten oder verlassen.

An diesem Tag trifft das Corona-Kabinett eine Reihe von Entscheidungen:

Wer aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehrt, soll künftig grundsätzlich in eine 14-tägige Quarantäne. Eine Ausnahme bilden Berufspendler sowie bestimmte Berufsgruppen wie etwa Lastwagenfahrer und medizinisches Personal. Zugleich soll es zwischen Nordrhein-Westfalen und den angrenzenden Ländern Belgien und Niederlande keine Grenzkontrollen geben.

In Jena tritt eine Maskenpflicht in Kraft. Die Auflage gilt in Geschäften, Bussen und Bahnen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche haben sich auf Prämien für Pfleger geeinigt: Wegen der Zusatzbelastungen in der Corona-Krise sollen Vollzeitbeschäftigte in der Altenpflege mit dem Juli-Gehalt 1500 Euro zusätzlich bekommen. Für Azubis ist eine Extra-Zahlung von 900 Euro geplant.

In einem Thesenpapier üben Gesundheitsexperten Kritik an der Krisenpolitik der Bundesregierung. Sie stellen die radikalen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Frage, sprechen von Langzeitschäden in der Bevölkerung, die der teilweise Shutdown verursache. Unterdessen will sich Kanzlerin Merkel weiter nicht auf ein Datum für die Lockerung von Maßnahmen festlegen. "Das ist heute nicht der Tag", sagte sie bei einer Pressekonferenz.

Anders Österreich: Die Regierung von Kanzler Sebastian Kurz kündigt an, nach Ostern die Maßnahmen schrittweise zu lockern. Unter strengen Auflagen sollen kleine Geschäfte ab dem 14. April wieder öffnen. In Großbritannien wird Premier Johnson auf die Intensivstation verlegt.

In der Nacht wird Großbritanniens Premierminister Johnson aufgrund seiner Corona-Erkrankung auf die Intensivstation verlegt.

Ein Signal, präsentiert das Robert Koch-Institut in Deutschland: Die Zahl der Neuinfektionen geht zurück. Trotzdem sieht der RKI-Chef noch keinen Grund zur Entwarnung: Er rechnet mit steigenden Totenzahlen und sieht vor allem ältere Menschen als gefährdet an. Mit einer Gesundheits-App für Smartwatches und Fitnessarmbänder will das RKI besser nachverfolgen, wo und wie sich die Krankheitssymptome ausbreiten.

Ein Weg aus der Krise in Deutschland könnte intensives Testen sein.

In Frankreich sind inzwischen mehr als 10.000 Menschen aufgrund des Virus gestorben. Die Regierung stoppt dort jetzt auch Sport im Freien.

Israel verschärft vor dem Pessach-Fest noch einmal die Ausgangsbeschränkungen.

In Polen beschließt das Parlament: Die Wahlen im Mai sollen nur per Briefwahl stattfinden.

Griechenland steht weiter im Fokus - mit der Frage, wie die Situation in den Flüchtlingslagern ausschaut und welchen Schutz es für die Menschen dort gibt.

Die Krise führt auch zu Falschnachrichten und Betrugsmaschen. WhatsApp will Fake News dadurch ausbremsen, dass Nachrichten nicht mehr so zahlreich weitergeleitet werden können. Betrüger nutzen die Corona-Krise, um in falschen Online-Shops Masken, Desinfektionsmittel und Schutzkleidung anzubieten.

Ausgangssperren - das bedeutet, dass Konzerttickets, Fitness-Studio-Abos oder Volkshochschulkurse nicht stattfinden können. Eine Unsicherheit für Verbraucher und Veranstalter. Die Bundesregierung plant da nun eine Gutscheinlösung.

Doch wann kann das normale Leben in Deutschland wieder beginnen? Wie könnte es gehen? Wie schnell wäre es möglich? Schrittweise? Politik und Experten ringen um den richtigen Weg, um die erzielten Erfolge nicht zu riskieren.

Zu einer Rückkehr ins normale Leben gehört für viele auch der Sommerurlaub. Selbst wenn die Maßnahmen gelockert bzw. aufgehoben werden: Die Ferien zur Jahresmitte sind stark gefährdet - befürchtet Ärztepräsident Reinhardt.

Weitere Unternehmen brauchen Geld vom Staat - so auch der Reisekonzern TUI. Er erhält Milliarden zur Unterstützung. Und die Regierung beschließt noch eine Maßnahme. Das Außenwirtschaftsgesetz wird geändert. Damit sollen die Übernahme deutscher Firmen erschwert und der Ausverkauf von Wirtschaftsinteressen verhindert werden.

In Wuhan in China, wo die Krise ihren Anfang nahm, werden die Reisebeschränkungen gelockert. Trotzdem bleibt es für die Menschen schwierig, die Stadt, die Region zu verlassen.

Wer ist für die Krise verantwortlich? Hätte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Pandemie ausbremsen können? Aus den USA kommen Vorwürfen gegen die WHO. Präsident Trump droht, die US-Zahlungen an die Organisation zu stoppen.

Der Landkreis Heinsberg in NRW erreichte zu Beginn der Corona-Ausbreitung deutschlandweite Aufmerksamkeit. Denn hier gab es schnell besonders viele Erkrankte. Ein Team von Experten hat sich die Situation im besonders betroffenen Ort Gangelt angeschaut, Proben genommen, Interviews geführt. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck stellt erste Zwischenergebnisse vor. Demzufolge könnten bereits 15 Prozent der Bewohner infiziert gewesen sein - deutlich mehr als bei den bisherigen Tests festgestellt wurde. Dadurch, dass in der Heinsberger Studie nun auch bislang unentdeckte Infizierungen hinzukommen und die Gesamtzahl der Corona-Betroffenen damit höher ist, würde die Todesrate für Gangelt nur bei 0,37 Prozent liegen, so die Schlussfolgerung von Streeck. Er hält eine beginnende Lockerung der Ausgangssperren für möglich.

Wie verlässlich sind diese Studien-Ergebnisse? Kann die Zahl der 15 Prozent Infizierten stimmen - oder wurden mit den Tests auch Infektionen mit anderen Corona-Viren gemessen? Nutzt die Landesregierung NRW die Studie als Argumentationsgrundlage, um die Maßnahmen zu lockern? Diese Kritik wird öffentlich laut.

Bundesgesundheitsminister Spahn sieht Chancen dafür. Firmen und Geschäfte könnten schrittweise wieder ihren Betrieb aufnehmen, wenn sich die Menschen an die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln halten würden. Gleichzeitig warnt der Minister: Es könne noch eine Weile dauern, bis größere Veranstaltungen wie Fußballspiele wieder normal stattfinden könnten.

Auch Schulen würden nach Auffassung des Deutschen Lehrerverbandes wohl noch nicht direkt nach den Osterferien wieder zum Normalbetrieb zurückkehren.

Bundeskanzlerin Merkel mahnt die Deutschen auch über die Feiertage zu Disziplin. "Wir können uns sehr, sehr schnell das zerstören, was wir jetzt erreicht haben", sagt sie. Die Lage sei fragil.

Die Regeln dazu, was in Deutschland während der Ostertage erlaubt ist, fallen unterschiedlich aus.

Und auch in Europa sehen die Wege der einzelnen Regierungen recht verschieden aus.

Eins ist klar: Die Ostertage werden anders ausfallen als je zuvor - auch für den Papst. Auch im Vatikan wird keine großen Gottestdienste, keinen Ostersegen geben.

Papst leeres Rom | dpa

Bild: dpa

Mit Sonderfliegern werden Erntehlefer nach Deutschland gebracht. Zehntausende Menschen aus anderen EU-Ländern wie Rumänien, Bulgarien oder Polen sollen dazu beitragen, den Spargel von den Feldern zu holen.

Im Flugzeug kam das Virus auch in die USA - und zwar aus Europa. Das geht aus Studien hervor. Die Icahn School of Medicine at Mount Sinai hat das Genom der Viren untersucht - und die Spur soll nach Europa führen. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen offenbar auch Forscher der NYU Grossman School of Medicine in New York - obwohl sie eine andere Gruppe von Fällen untersuchten.

Aufgrund der Corona-Krise steigt in den USA die Zahl der Arbeitslosen deutlich - um 6,6 Millionen.

Zu den Auswirkungen von Ausgangssperren gehört in Deutschland und weltweit auch: Die Enge führt zu mehr Gewalt in Familien. Über eine neue Website sollen Kinder und Jugendliche während der Corona-Krise schnell Hilfe finden, wenn sie Gewalt und Missbrauch ausgesetzt sind.

Das Robert Koch-Institut liefert an diesem Gründonnerstag auch die Zahl der Toten der Grippesaison 2019/2020. In diesem Winter verstarben 411 Menschen in Deutschland an der saisonalen Grippe.

In NRW wurden Corona-Hilfen für Selbstständige und Unternehmen offenbar von Betrügern ausgenutzt. Das Land stoppt daraufhin die Auszahlungen vorerst.

Zwei Tage lang haben die EU-Finanzminister über Corona-Hilfen verhandelt und gestritten. Am Abend kommen sie zu einem Ergebnis. 500 Milliarden Euro sollen fließen, um gefährdete Staaten, Firmen und Arbeitsplätze in Europa zu sichern.

In Großbritannien kann Premierminister Johnson die Intensivstation verlassen.

Wer nach einer Auslandsreise zurück nach Deutschland kommt, muss von diesem Freitag an in eine zweiwöchige Quarantäne. Gleich am ersten Tag trifft das schon Tausende, die meisten von ihnen wurden vom Auswärtigen Amt aus dem Ausland zurück nach Deutschland geholt.

Strikte Regeln für deutsche Rückkehrer, wenig Kontrolle bei den Erntehelfern, die aus dem Ausland eingeflogen werden - diese Kritik wird laut und führt dazu, dass die Aktion, Saisonkräfte einzufliegen am Karfreitag vorübergehend gestoppt wird.

500 Milliarden als Hilfe für Staaten, Unternehmen, Arbeitnehmer in Europa - dieses Paket der EU-Finanzminister sorgt auch nach der schwierigen Einigung für Diskussionen.

Diskussionen auf anderer Ebene stoppt das Bundesverfassungsgericht. Es bestätigt: Gottesdienste werden - auch an den Ostertagen - in Deutschland verboten bleiben.

In Italien waren die Zahlen der infizierten und der am Coronavirus verstorbenen Menschen besonders hoch. Inzwischen setzt in dem Land eine allmähliche Entspannug ein. Dennoch verlängert die Regierung die Maßnahmen um weitere drei Wochen - bis zum 3. Mai.

Seit Mitternacht gilt in der Türkei eine 48-stündige Ausgangssperre in 31 Städten. Mit nur zwei Stunden Vorlauf hat die Regierung die Maßnahme angekündigt.

In den USA wird das Ausmaß der Corona-Folgen immer deutlicher. Inzwischen hat sich eine halbe Million Menschen mit dem Virus infiziert. Allein am Karfreitag starben 2000 infizierte Personen. Präsident Trump spricht davon, er stehe vor der "größten Entscheidung seines Lebens".

In Südkorea wurden zahlreiche Corona-Patienten nach ihrer Genesung erneut positiv auf das Virus getestet. Bedeutet das, dass Menschen nicht immun werden? Die Weltgesundheitsorganisation will das prüfen.

Und noch eine Studie sorgt für Aufmerksamkeit. Sie stammt aus China, aus der Region Wuhan, in der das Virus zum ersten Mal besonders stark zu Tage trat. Die Forscher stellten bei einem Drittel der Patienten Schädigungen des Nervensystems in Form von Schwindel und Kopfschmerzen sowie Riech- und Geschmacksstörungen fest.

Normalerweise hält der Bundespräsident nur einmal im Jahr eine Fernsehansprache - zu Weihnachten. Doch an diesem Ostersamstag macht Frank-Walter Steinmeier eine Ausnahme. Die Welt werde nach der Corona-Krise eine andere sein.

Die Pandemie zeigt uns: Ja, wir sind verwundbar. Vielleicht haben wir zu lange geglaubt, dass wir unverwundbar sind, dass es immer nur schneller, höher, weiter geht. Das war ein Irrtum." 

Tatsächlich haben sich die Menschen in Deutschland an diesem sehr sonnigen Ostersamstag an die Ausgangseinschränkungen gehalten. Die Polizei stellte kaum Verstöße fest.

An diesem Abend äußert sich Microsoft-Gründer Bill Gates in den tagesthemen. Er hatte schon 2015 gewarnt, dass es zu einer Pandemie kommen könne. Jetzt rechnet er damit, dass es noch 18 Monate dauern könne, bis ein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar sei.

Bislang sind in den USA 20.600 Menschen an einer Coronavirus-Infektion gestorben - so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Allein in New York fielen 8600 Menschen der Infektion zum Opfer. In der Metropole zeigen die Ausgangssperren erste Wirkung. Die Zahl der Infizierten steigt nicht mehr so stark.

Der Petersdom in Rom bleibt an diesem Ostersonntag fast leer. Papst Franziskus ruft die Europäer zu mehr Solidarität auf. Die Herausforderung, vor der der Kontinent stehe, sei "epochal". "Gleichgültigkeit, Egoismus, Spaltung und Vergessen sind wahrlich nicht die Worte, die wir in dieser Zeit hören wollen", mahnte das Kirchenoberhaupt.

Die Krise schlägt sich extrem deutlich beim Flugverkehr nieder. Die Zahl der Starts und Landungen von Personenflügen ging um 98 Prozent zurück. Wie schnell sich die Situation ändern kann und wird, ist sehr fraglich, findet auch EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen. Sie rät Verbrauchern vor einer jetzigen Buchung des Sommerurlaubs ab. Es könne niemand verlässlich vorhersagen, wie die Lage im Juli oder August aussehen werde.

Kriminelle haben eine Seite des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums gefälscht, um so an Corona-Hilfsgelder zu kommen. Daten von echten Antragsstellern wurden mit falschen Kontonummern kombiniert.

In Italien steigt die Zahl der Corona-Toten weiter - allerdings langsamer. Und in den USA herrscht die Sorge, es könne zu einer zweiten Corona-Welle kommen.

Wie könnte es in Deutschland weitergehen? Wann könnten Ausgangssperren und sonstige Einschränkungen gelockert werden - und wie? 24 Wissenschaftler und zwei Wissenschaftlerinnen haben an einem Gutachten der Akademie Leopoldina mitgearbeitet. Sie raten, dass Schulen schrittweise wieder geöffnet werden sollen. Die Viertklässler würden dem Vorschlag zufolge den Anfang machen, dann die Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn. Wichtig sei, dass nicht mehr als 15 Kinder pro Klasse unterrichtet werden - um den Abstand zu wahren.

Die Gutachter-Runde schlägt vor, dass Kindergartenkinder weitestgehend bis zu den Sommerferien weiter zu Hause bleiben sollen. Eine Maskenpflicht für Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln wird angeraten.

Spanien lockert an diesem Ostermontag seine strengen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus etwas. Firmen dürfen ihre Arbeit wieder aufnehmen. Auch Indien will die Industrie in Teilen wieder hochfahren, vor allem den Textil- und Automobilsektor.

In den USA erntet Präsident Trump Kritik von seinem eigenen Corona-Berater. Der Virologe Fauci attestiert, die Regierung habe zu spät auf die Pandemie reagiert. Hätte die Politik schneller Maßnahmen ergriffen, hätten Leben gerettet werden können, so Fauci.

Frankreich verlängert die Ausgangsbeschränkungen. Präsient Macron sieht zwar positive Entwicklungen, doch die würden noch nicht ausreichen. Erst ab dem 11. Mai könnten die Maßnahmen schrittweise gelockert werden. Zunächst sollen dann voraussichtlich Schulen und Kindergärten wieder öffnen. Restaurants, Cafés und Hotels würden erst später folgen.

Die Weltgesundheitsorganisation konstatiert: Das Coronavirus sei zehnmal gefährlicher als die Schweinegrippe.

Aus Polen kommen schlechte Nachrichten für die in finanzielle Schieflage geratene Fluglinie Condor. Die polnische LOT sagt die Übernahme aufgrund der Krise ab.

Gute Nachrichten dagegen als Fazit des Osterwochenendes: Die Menschen in Deutschland haben die Ausgangsbeschränkungen weitgehend eingehalten. Für Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten war das einer von mehreren Punkten, auf deren Grundlage sie am Mittwoch über mögliche Lockerungen beraten wollen.

Das vom Coronavirus besonders hart getroffene Italien lehnt die Corona-Hilfen, die die EU beschlossen hatte, ab. Der stellvertretender Wirtschaftsminister Antonio Misiani stellt klar: Sein Land werde aus dem Hilfspaket lediglich die Unterstützung beim Kurzarbeitergeld und die Darlehen der Europäischen Investitionsbank nutzen.

Österreich beginnt mit ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Geschäfte dürfen wieder öffnen. Abstand zu halten bleibt dabei weiter oberstes Gebot. Jeder Kunde muss 20 Quadratmeter Platz haben - so die Voraussetzung.

Die Türkei lässt aufgrund der Corona-Situation Zehntausende Häftlinge frei. Politische Gefangene gehören nicht dazu.

In Deutschland sieht das Robert-Koch-Institut weiterhin eine Entwicklung, die Hoffnung mache. Die Zahl der Infizierten habe sich auf hohem Niveau eingependelt. Es gelte weiterhin, mit Disziplin die Ausbreitung zu verlangsamen, so das RKI.

Wie könnte eine Lockerung der Ausgangssperren in Deutschland aussehen? Wie kann man gleichzeitig die Sicherheit von besonders gefährdeten Menschen, etwa älteren Personen gewährleisten. Experten halten es für möglich, dass für sie Sonderregeln gelten könnten.

Wie und wann geht es weiter an Schulen, in Kitas, für Geschäfte, Restaurants und Cafés, bei Friseuren oder im Sportstudio? Deutschland schaut an diesem Tag nach Berlin. Von dort aus verhandelt die Kanzlerin per Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder über mögliche Lockerungen. Wie schnell können wir in den Alltag zurückkehren?

Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick:


  • Kontaktbeschränkungen verlängert bis mindestens 3. Mai
  • Schulen starten ab 4. Mai
  • Kitas bleiben vorerst geschlossen, Notbetreuung wird ausgeweitet
  • Geschäfte mit einer Fläche bis zu 8000 Quadratmeter können unter Auflagen ab dem 20. April wieder öffnen
  • Friseure dürfen unter Auflagen ab dem 4. Mai wieder die Arbeit aufnehmen
  • Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten
  • Tragen von Masken wird "dringend empfohlen" (in Geschäften und Bus und Bahn)

Kaum hat Merkel die Maßnahmen zusammen mit Vizekanzler Scholz und den Landeschefs Söder und Tschentscher erläutert, gibt es erste Reaktionen und Kritik. Sind die Schulöffnungen zu spät? Es gibt ja Schülerinnen und Schüler, die vor ihren Abschlussprüfungen oder einem Schulwechsel stehen. Oder ist sie zu früh, denn die Schulen müssen sich ja auf Hygiene- und Abstandsregeln einstellen?

Eine andere Frage, die der Einzelhandelsverband im Namen der Geschäftsbetreiber aufwirft: Warum dürfen nur Geschäfte bis zu 800 Quadratmeter Fläche öffnen? Eine Beratungsfirma weist darauf hin, dass 80 Prozent der Flächen in Großstadtlagen größer seien - und somit geschlossen bleiben müssten. Die Regierung will mit der Einschränkung verhindern, dass die Innenstädte auf einen Schlag wieder zu voll werden und Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

Dänemark ist an diesem Tag schon einen Schritt weiter gegangen. Schulen und Kindertagesstätten dürfen in dem skandinavischen Land wieder öffnen.

In China sind die Zahlen der Neuinfektionen deutlich gesunken. Trotzdem gelten in dem Land, in dem die Corona-Krise ihren Anfang nahm, restriktive Maßnahmen. So ist eine Corona-App Pflicht. Wer Parks oder Sehenswürdigkeiten besuchen will, muss sich erst eine digitale Freigabe abholen und dafür ein Online-Formular ausfüllen. Wer aus dem Ausland kommt, wird unter Quarantäne gestellt.

Aufgrund der Corona-Krise ist die Arbeitslosenquote in Israel auf 25 Prozent gestiegen. Bei der Suche nach einem Ausweg sollen nun Mathematiker helfen und Konzepte errechnen, mit deren Hilfe die Situation bestmöglich zu bewältigen ist. Ein Vorschlag ist, die Bevölkerung in zwei Gruppen aufzuteilen, die in wöchentlichem Wechsel das Haus verlassen dürfen.

Präsident Trump macht seine Drohung wahr: Die USA zahlen kein Geld mehr an die Weltgesundheitsorganisation.

Die G20 dagegen entschließen sich, den ärmsten Ländern der Welt finanziell entgegenzukommen. Sie müssen ihre Schulden erst später zahlen. Das Geld soll stattdessen in die Gesundheitsversorgung fließen.

Corona einzudämmen, um in den Alltag zurückzukehren - wie geht es damit weiter? Diese Frage beschäftigt an diesem Tag einmal mehr und sehr intensiv die Diskussion in Deutschland und weltweit.

Die Beschlüsse von Bund und Ländern zur langsamen Lockerung der Maßnahmen werden kritisiert und konkretisiert. Wie sehen die Regeln in den Ländern aus?

Ein Punkt: Wie ist die Regel für die Geschäfte, die ab dem 20. April wieder öffnen dürfen, zu interpretieren? Im Laufe des Tages gibt es dazu in Nordrhein-Westfalen einen Sonderweg: Auch Möbelhäuser seien mit insgesamt 35.000 Arbeitsplätzen in NRW so relevant, dass sie ebenfalls wieder öffnen sollen. In anderen Bundesländern gibt es die Debatte, ob größere Kaufhäuser und Läden erst einmal auf einem Teil ihrer Fläche den Betrieb wieder aufnehmen können.

Handel und Geschäfte zeigen sich selber über die Vorschläge vom Mittwochabend enttäuscht.

Ein weiterer wichtiger Themenbereich, über den am Tag nach der Entscheidung gesprochen wird: Wie sollen die Schulen und Kindertagesstätten die Vorschläge umsetzen? Auch hier gibt es in den Ländern leicht unterschiedliche Ansätze. Ein Grund dafür: Das Abitur steht in den Bundesländern unterschiedlich bald an. Leitlinien wollen die Kultusminister bis Ende des Monats festlegen. Denkbar ist, dass es bis zum Sommer insgesamt noch keinen ganz regulären Schulbetrieb geben wird. Hintergründe dafür: Zum einen sollen die Schulen die Abstandsregeln einhalten, die Klassen müssen dann entsprechend aus weniger Schülern bestehen. Außerdem sind viele Schulen marode, so dass es ein Problem geben könnte, die Hygieneregeln einzuhalten.

Die Autoindustrie wagt einen Neustart. Audi, Daimler, VW, Ford kündigen an, ihre Produktion wieder hochzufahren.

Zurück zur Arbeit - doch wie steht es um den Arbeitsschutz? Hier stellt die Bundesregierung neue Regeln auf. Maßgabe ist: "Niemals krank zur Arbeit." Die Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass die Mitarbeiter auch am Arbeitsplatz 1,5 Meter Abstand halten können. Wo das nicht möglich ist, sollen den Arbeitnehmern Mund-Nasen-Schutzmasken zur Verfügung gestellt werden.

Wie geht es für ältere Menschen weiter? Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Bentele, betont, man dürfe die Senioren nicht monatelang isolieren.

Das Bundesverfassungsgericht stellt an diesem Tag fest: Ein generelles Versammlungsverbot kann es auch während der Corona-Pandemie in Deutschland nicht geben.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht die Corona-Lage gemischt. In Ländern wie Spanien Italien, Deutschland und der Schweiz sei eine gute Entwicklung festzustellen. Trotzdem stehe Europa noch mitten im Sturm. Die nächsten Wochen seien entscheidend dafür, ob es gelänge, die Ausbreitung einzudämmen.

In Belgien ist die Lage im europäischen Vergleich noch sehr angespannt. Das 11,5-Millionen-Einwohner-Land hat bereits 4000 Corona-Todesfälle. Das sind mehr als im deutlich größeren Deutschland. Ein Grund für den Unterschied soll die Zählweise sein. Die Regierung verlängert daher die Kontaktsperren bis Anfang Mai.

Österreich will die Menschen in den Altenheimen verstärkt testen. Denn gerade in den Pflegeeinrichtungen breitet sich das Virus besonders aus, trifft die Senioren. Die Maßnahme soll in insgesamt 900 Heimen mit insgesamt 130.000 Bewohnerinnen und Bewohnern durchgeführt werden.

In Russland verschiebt Präsident Putin die Siegesparade. 75 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges sollte der Sieg über Deutschland groß gefeiert werden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Großbritannien verlängert seine Maßnahmen um weitere drei Wochen. Mehr als 100.000 Menschen haben sich dort mit dem Virus infiziert und wurden getestet, 13.729 vstarben an den Folgen.

Das Schicksal von Hunderttausenden Kindern weltweit sieht UN-Generalsekretär Guterres bedroht. Arme Familien würden aufgrund der Pandemie bei Lebensmitteln und Gesundheitsversorgung sparen. Er befürchtet, dass viele Kinder in Folge dieser Entwicklung sterben könnten.

Wie geht es in den USA weiter? Präsident Trump präsentiert einen Drei-Stufen-Plan. In einem ersten Schritt sollen große Restaurants und Kinos wieder öffnen können - mit genügend Abstand zwischen den Besuchern. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen sollten vermieden werden, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Krankenhäuser dürfen Operationen, die für die Einnahmen wichtig sind, wieder vornehmen und Fitnessstudios mit entsprechenden Verhaltensregeln wieder öffnen. In Phase zwei sollten Kindergärten und Schulen wieder ihren Betrieb aufnehmen. Phase drei würde eine weitgehende Rückkehr in den Alltag bedeuten, allerdings weiter mit der Maßgabe, ältere und gefährdete Menschen auf Distanz zu halten. Die Entscheidung darüber, wann welche Phase beginnt, sollten nach Trumps Worten die Gouverneure der einzelnen Bundesstaaten treffen.

Im Streit um den Umgang mit dem Coronavirus entlässt in Brasilien Präsident Jair Bolsonaro seinen Gesundheitsminister. Bolsonaro tat das Virus immer wieder als "kleine Grippe" ab, sein Minister dagegen sprach sich für weitgehende Ausgangsbeschränkungen aus.

China kämpft immer noch mit den Folgen der Corona-Pandemie. Die Wirtschaft brach im ersten Quartal stark ein. Das lag vor allem daran, dass Fabriken geschlossen worden waren. In der Millionenmetropole Wuhan, von der aus sich das Virus verbreitet hatte, wurden die Zahlen der Corona-Opfer nach oben korrigiert. Eine Vielzahl von Faktoren führten dazu, dass während der Hochphase der Infektion Daten zwischen den beteiligten Stellen nicht abgeglichen wurden und beispielsweise Klinikpersonal keine Zeit hatte, über die Zahlen Buch zu führen.

In Deutschland präsentierte der Chef des Robert-Koch-Instituts eine Zahl, die Hoffnung machte. Es ging um die Ansteckungsgefahr. Ein Infizierter steckte im Durchschnitt aktuell noch 0.7 andere an.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble schlug vor, die Sommerferien zu verkürzen, um so die versäumte Unterrichtszeit wieder aufzuholen. Die Tourismusbranche lehnte die Idee strikt ab.

Wie konnte es für die Eltern weiter gehen, die ihre Kinder weiterhin zu Hause betreuen müssen? Familienministerin Giffey plante zusammen mit den Ländern Entlastungen für Eltern.

Schweden verfolgte in der Corona-Krise einen eigenen Weg. Lediglich Ansammlungen mit mehr als 500 Menschen und Besuche in Altenheimen waren in dem skandinavischen Land offiziell untersagt. Sonst gab es nur Empfehlungen: Risikogruppen meiden, möglichst von zu Hause arbeiten und zu Hause bleiben, wenn man sich wirklich krank fühlt.

In Deutschland versuchte sich die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof auch die Wiedereröffnung ihrer Filialen gerichtlich zu erstreiten. Nach den geltenden Regeln von Bund und Ländern müssten die Häuser geschlossen bleiben bzw. dürften nur auf bis zu 800 qm Fläche wieder öffnen. Die Oberlandesgerichte in Berlin und Greifswald entschieden: Nein, eine grundsätzliche Öffnung der Kaufhäuser ist nicht gestattet.

Bisherige Erkenntnisse über das Coronavoirus - wie breitet es sich aus und wie kann man sich schützen:

Am Samstagabend fand das bislang größte Online-Konzert weltweit statt. Stars und Bands aus aller Welt beteiligten sich - von Lady Gaga bis Billie Eilish, über die Rolling Stones bis zu Elton John. Aus Deutschland war Milky Chance mit vertreten. Zu den Organisatoren für die Aktivisten-Bewegung Global Citizen zählte auch Coldplay-Sänger Chris Martin. Ziel war es, die Menschen zum Zu-Hause-Bleiben zu bewegen und die Weltgesundheitsorganisation zu unterstützen.

Spanien verlängerte die Ausgangsbeschränkungen ein weiteres Mal um zwei Wochen. Würden die Maßnahmen dazu beitragen, dass die Infektionen weiter zurückgehen, sollte es ab dem 11. Mai zu ersten Lockerungen kommen.

US-Präsident Trump erhob schwere Vorwürfe gegen China. Seiner Ansicht nach hätte das Virus im Land gestoppt werden können. Würde sich der Verdacht bestätigen, drohte er China mit "Konsequenzen".

In Deutschland könnten wegen der Coronavirus-Krise dem Branchenverband DEHOGA zufolge 70.000 Hotel- und Gastronomiebetriebe Pleite gehen. Allein bis April gebe es einen Verlust von zehn Milliarden Euro. Die Bundesregierung suchte nach Wegen, der Branche zu helfen.

Für Studierende soll das Sommersemester vor allem online stattfinden. Nur unbedingt notwendige Labor-Veranstaltungen finden nach Einzelfallprüfung "vor Ort" statt. Über finanzielle Hilfen für Studierende und Hochschulen wollte die Politik noch beraten und entscheiden.

Israel lockerte langsam seine Corona-Schutzmaßnahmen. Einige Geschäfte durften wieder öffnen, einige Berufstätigen die Arbeit wieder aufnehmen. Die Maskenpflicht blieb bestehen.

China wehrte sich gegen Vorwürfe, das Virus stamme aus einem Labor in Wuhan. US-Medien wie die "Washington Post" oder "Fox" hatten über Sicherheitsprobleme in dem Forschungslabor berichtet und sich dabei auf US-Sicherheitskreise bezogen. Das Coronavirus konnte so womöglich aus dem Forschungslabor in die Außenwelt gelangen. Auch die Regierung in Washington hielt die Erklärung für denkbar. Der Leiter des Labors sprach von "Spekulationen", das Außenministerium in Peking nannte den Vorwurf "wissenschaftlich unbegründet".

In Deutschland ging die Diskussion über eine Maskenpficht weiter. Gesundheitsminster Spahn sprach von zwölf Milliarden Masken, die bundesweit nötig wären. Nach wie vor galt aber: Masken sind selbst in Krankenhäusern und Heimen Mangelware. Dennoch sollte bereits ab Montag eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in Sachsen für alle Kunden in Geschäften gelten. Mecklenburg-Vorpommern verpflichtete Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr vom 27. April an zum Tragen von Masken. Minister Spahn sagte: Einschränkungen aufgrund des Coronavirus seien noch monatelang nötig.

Erste Geschäfte öffneten in Deutschland wieder. Ein ganz großer Ansturm blieb aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte bei einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums vor "Öffnungsdiskussionsrogien". Viele Bürger hofften auf eine Ende der Ausgangsbeschränkungen und eine weitergehende Rückkehr zum Alltag. Doch dürften die Menschen dürften nicht leichtsinnig werden. Sonst gehe das Erreichte schnell wieder verloren, mahnte Merkel.

In der Türkei mussten Kinder und Jugendliche bereits seit Wochen zu Hause bleiben. Während für Erwachsene die Ausgangssperre nur an den Wochenenden galt, traf sie für die Jüngeren und Jüngsten grundsätzlich zu. Das Land ging damit einen Sonderweg.

Weitere Bundesländer erklärten eine "Maskenpflicht". In Thüringen sollte sie von Freitag (24.4.) an gelten, in Bayern ab dem 27.4. Dies galt für Kunden in Geschäften und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel. Sie sollten einen Mund-Nasen-Schutz tragen - notfalls aber auch nur in Form eines Schals oder Tuchs.

Die Bundesbank rechnete in ihrem Monatsbericht mit einer drastischen Rezession. Auch im zweiten Quartal werde die Wirtschaftleistung noch einmal dramatisch zurückgehen, ein Ende sei nicht in Sicht. Nach Einschätzung des Instituts würde die Zahl der Kurzarbeiter bereits im April die eine Million-Marke überschreiten. Die Experten setzten auf die sozialen Sicherungssysteme und auf die geldpolitischen Hilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Stützungsprogramme der Bundesregierung, um die Krise zu überwinden.

Am Abend stürzte der Erölpreis an der Wallstreet in New York ins Minus. Das heißt: Käufer erhielten Geld, wenn sie Öl bezogen. Der Grund: Volle Öllager bei kaum vorhandener Nachfrage und Angst vor einer tiefgreifenden Rezession.

DIe Luftfahrtbranche plädierte für eine Rückkehr zum Flugbetrieb. Mit Abstand in den Maschinen, Masken und Fiebermessen könne das geschehen.

Krankschreibungen konnten vorerst weiterhin telefonisch erfolgen. Das teilt der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen mit. Zwischenzeitlich gab es die Überlegung, diesen Sonderweg zu beenden.

Wie ging es für den und mit dem Sport weiter? Wann können die Ligen wieder ihren Spielbetrieb aufnehmen - vor allem die 1. und 2. Fußballbundesliga? Die Ministerpräsidenten von Bayern und Nordrhein-Westfalen, Söder und Laschet, sahen den 9. Mai als möglichen Starttermin - allerdings nur in Form von Spielen ohne Publikum im Stadion.

Ältere Menschen gehören mit Blick auf das Coronavirus zu den besonders gefährdeten Gruppen. Trotz Kontaktbeschränkungen: Offenbar wurden mindestens 14.000 Seniorinnen und Senioren in Alten- und Pflegeheimen in Deutschland mit dem Virus infiziert. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Ein Drittel der Corona-Toten waren Heimbewohner.

In den USA kündigt Präsident Trump an, er wolle die Einwanderung vorübergehend stoppen. Unterdessen mehren sich die Proteste gegen die Ausgangssperren.

In Deutschland arbeitet die Große Koalition an einem neuen Gesetzespaket zu Corona. So soll es mehr Tests geben, auch negative Testergebnisse sollen gemeldet werden, genau wie Verdachts- und Krankheitsfälle.

Die Zahl der Neuinfektionen sinkt zwar in Deutschland. Das Robert Koch-Institut sieht darin aber keinen Anlass zur Entwarnung. "Das Virus ist nicht weg", heißt es. Fallzahlen könnten wieder steigen.

Außenminister Maas dämpft die Hoffnungen auf einen normalen Sommerurlaub. Volle Strandbars und Berghütten könne es in diesen Sommerferien wohl nicht geben.

Woher kommt das Coronavirus? Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass es "sehr wahrscheinlich tierischen Usprungs" ist. Konkret haben es offenbar seinen Ausgangspunkt bei Fledermäusen in China genommen.

Österreich will einen weiteren Schritt zurück in den Alltag gehen. Ab Mitte Mai sollen die Restaurants wieder öffnen dürfen. Die Lage für die Gastronomie in Deutschland bleibt dagegen offen. Die Betreiber hoffen auf finanzielle Unterstützung.

In der Nacht beschließt der Senat in den USA ein weiteres Hilfspaket in Höhe von 480 Milliarden Dollar. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe sollen Unterstützung erhalten.

In den Niederlanden sollen Kitas und Schulen vom 11. Mai an wieder den Betrieb aufnehmen - beginnend mit den Jüngeren. Sie seien weniger von Infektionen betroffen, so die Verantwortlichen. Friseur- und Kosmetiksalons sollen vorerst geschlossen bleiben. Auch Musik- und Sportveranstaltungen wird es wohl vorerst nicht geben. Ministerpräsident Rutte warnt: Es könne jederzeit eine zweite Infektionswelle geben.

In Deutschland bereiten sich die Friseure auf die Wiedereröffnung ab dem 4. Mai vor. Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Jede Kundin und jeder Kunde muss eine Kopfwäsche erhalten, Masken sind Pflicht. Das heißt auch: Der Besuch beim Friseur wird wohl teurer werden.

Es wird einen ersten Impfstoff-Test in Deutschland geben. Das Mainzer Unternehmen Biontech erhält die Genehmigung, einen genbasierten Impfstoff an 200 gesunden Freiwilligen zu testen. Im Körper der Patienten werden aus den genetischen Informationen des Erregers Proteine hergestellt, gegen die das Immunsystem Abwehrstoffe bildet. Dass der Impfstoff bereits in diesem Jahr zugelassen wird, gilt als unwahrscheinlich.

An diesem Mittwoch - eine Woche nach der Empfehlung von Bund und Ländern - kommt sie doch, die Maskenpflicht in allen Bundesländern. Die Regeln unterscheiden sich leicht. In den meisten Ländern heißt es aber: Wer in Geschäfte möchte oder den öffentlichen Personennahverkehr nutzt, muss künftig Maske tragen.

Am Abend soll der Ramadan beginnen. Doch birgt das Fasten in Zeiten von Corona Gefahren für die Menschen? Zahlreiche Muslime in Ägypten glauben, dass sie auch in diesem Jahr an der Tradition festhalten können und sollen. Die Weltgesundheitsorganisation hält das unproblematisch.

Dieser Donnerstag beginnt mit Nachrichten über höhere Hilfszahlungen: Der Koalitionsausschuss hat eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes beschlossen. Außerdem soll die Mehrwertsteuer für Hotels und Gaststätten bis zum Ende des Jahres auf sieben Prozent gesenkt werden. Hier eine Übersicht über die Hilfen, die die Regierung nun plant:

Der Bundestag debattiert über die Corona-Lage. Bundeskanzlerin Merkel mahnt in ihrer Regierungserklärung: Manche Lockerung sei zu forsch. Die Länder hatten eine Einigung mit dem Bund jeweils mit eigenen Inhalten gefüllt und dabei teilweise mehr Einschränkungen gelockert, als das zuvor abgesprochen war.

Im Bundestag gibt es nun aber auch Kritik an der Regierungspolitik. FDP-Chef Christian Lindner betont, seine Partei habe die Einschränkungen mitgetragen, nun müsse aber darüber gesprochen werden, wie "Gesundheit und Freiheit" besser miteinander zu vereinbaren seien. Für die AfD sagte der Fraktionsvorsitzende Gauland, es sei an der Zeit, "die Schutzmaßnahmen in die private Verantwortung zu überführen".

Die wirtschaftlichen Folgen der Krise zeigen sich in vielen Facetten. Einer Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo zufolge planen 18 Prozent der befragten Firmen einen Stellenabbau. Die Gesellschaft für Konsumklimaforschung GfK sieht die Kauflaune der Deutschen auf einem Tiefstand. Die Verbraucherstimmung sei "im freien Fall". Der GfK-Konsumklimaindex brach im Vergleich zum Vormonat um 25,7 Zähler auf minus 23,4 ein. "Handel, Hersteller und Dienstleister müssen sich auf eine unmittelbar bevorstehende, sehr schwere Rezession einstellen", so die GfK.

Auch einzelne Großkonzerne spüren die Folgen deutlich. So brach das Ergebnis vor Steuern und Zinsen von Autobauer Daimler im ersten Quartal um 78 Prozent ein. Lufthansa machte in den ersten drei Monaten des Jahres 1,2 Milliarden Euro Verlust.

Zu den Branchen, die um ihre Existenz fürchten, gehören die Brauer. Während zwar mehr Bier zu Hause getrunken wird, fallen Restaurants und Kneipen derzeit als die großen Abnehmer aus.

Der Toilettenpapier-Boom scheint ein Ende zu nehmen. Das Statistische Bundesamt verzeichnet, dass die Nachfrage in der Woche nach Ostern wieder deutlich zurückgegangen ist.

Nach den Lockerungen, die in den meisten Bundesländern seit Montag gelten, sind die Innenstädte wieder voller geworden. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel spricht davon, dass der Einzelhandel wieder etwas aufatmen könne. Dieser Effekt ist allerdings je nach Städten recht unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen sind dem Institut zufolge in den vergangenen Tagen mehr Menschen unterwegs gewesen. In München sei die Lage beispielsweise ruhiger.

SInd die Menschen wieder sorgloser? Angstforscher Bandelow erklärt im tagesschau.de-Interview: Angst zu Beginn einer Krise sei normal. Genauso sei es normal, dass die Menschen sich an eine veränderte Situation mit der Zeit gewöhnen und dann wieder mit weniger Vorsicht unterwegs seien.

Wie geht es mit dem Fußball weiter? Die UEFA beschließt: Die Frauen-Fußball-Europameisterschaft wird von 2021 in den Sommer 2022 verschoben. Und bei den Herren? Die Bundesliga bereitet sich zwar darauf vor, unter Einschränkungen und ohne Publikum wieder zu spielen. Wann der Ball aber wieder rollt, legt die Deutsche Fußballliga noch nicht fest. Diese Entscheidung soll die Politik treffen. Auch die Leichtathletik-EM wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

In den vergangenen Wochen hat die Bundesregierung aufgrund der weltweiten Corona-Krise in den vergangenen fünf Wochen 240.000 Menschen aus dem Ausland zurück nach Deutschland geholt. An diesem Freitag endete der intensive Teil dieser Aktion. Eine Maschine aus Kapstadt brachte Passagiere nach Frankfurt.

In Zeiten des Coronavirus zahlen die Menschen immer häufiger kontaktlos - mit Karte oder Smartphone. Handel und Kundschaft bevorzugen diesen Weg, um eine Ansteckungsgefahr über Bargeld zu vermeiden. Allerdings: "Die Wahrscheinlichkeit, sich mittels Bargeld anzustecken, ist geringer als bei vielen anderen Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens", erklärte vor kurzem Bundesbankvorstand Johannes Beermann. Diese Sicht teilen auch Virologen.

Wie geht es weiter mit und nach Corona? Diese Frage spielt auf allen Ebenen eine Rolle. Während erste Lockerungsmaßnahmen schon seit Beginn der Woche in Deutschland galten, hofften viele auf weitere Schritte zur Rückkehr in den Alltag. Am 30. April wollten Bund und Länder beraten, betonten allerdings schon: Entscheidungen wird es an dem Tag wohl noch nicht geben.

Das Robert Koch-Institut warnte vor zu schnellen weiteren Lockerungen. Deutschland habe nur deshalb so viel erreicht, weil frühzeitig wichtige Maßnahmen umgesetzt wurden. Bei mehr Kontakten werde es auch wieder mehr Ansteckungen geben. Außerdem riet das RKI, Tests auch bei leichten Atemwegsinfekten durchzuführen. Dafür gebe es aktuell ausreichende Kapazitäten.

Wird im Mai der Ball in der Fußball-Bundesliga wieder rollen? Das könnte machbar sein, wenn die Spieler bis zum Saisonende in Quarantäne gehen würden. Auch eine Maskenpflicht für die Mannschaften wird diskutiert. Unterdessen ist klar: Auch das DFB-Pokalfinale wird verschoben. Ein neuer Termin ist noch nicht im Gespräch.

An vielen Orten in Deutschland sollen von Mai an wieder Gottesdienste stattfinden können. Doch auch hier gilt: Es wird Auflagen geben, um trotzdem so gut wie möglich eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

In den USA sorgten Aussagen von US-Präsident Trump für Aufsehen. Er schlug vor, Desinfektionsmittel im Kampf gegen Corona zu spritzen oder UV-Licht einzusetzen. Fachleute warnten davor, diese Ideen zu befolgen. Trump betonte schließlich, alles sei nur "Sarkasmus" gewesen.

Inzwischen haben sich weltweit mehr als 2,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Weltgesundheitsorganisation will die Kräfte bündeln, um möglichst rasch einen Impfstoff zu finden. Zahlreiche Staaten wollen sich an der Suche nach Medikamenten beteiligen - die USA allerdings nicht. Für den 4. Mai ist eine Geberkonferenz der WHO geplant, um Gelder für die Forschung einzusammeln. Das Ziel einer Welt frei von Covid-19 erfordere "die größte Anstrengung der öffentlichen Gesundheitssysteme in der Geschichte", betont UN-Generalsekretär Guterres.

Am Abend wird der Deutsche Filmpreis "Lola" vergeben. Statt einer üblichen Gala zur Preisverleihung sitzen dieses Mal Laudatoren und Preisträger zu Hause. Der Film "Systemsprenger" erhält acht Auszeichnungen.

US-Präsident Trump bietet Deutschland und anderen Ländern Beatmungsgeräte an. Sein Land hatte zunächst zu wenige, nun herrscht in den USA offenbar eine Überproduktion.

Einige Länder schlugen vor, Menschen mit überstandener Covid-19-Erkrankung einen Immunitätsnachweis auszustellen. Die WHO warnt nun vor solchen Plänen. Noch sei nicht bewiesen, dass Antikörper immun gegen das Virus machen.

In vielen Senioren- und Pflegeeinrichtungen haben ältere Menschen seit Wochen ihre Angehörigen und Freunde nicht mehr gesehen. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Westerfellhaus, fordert ein Ende der Kontaktsperren.

In Großbritannien sind mehr als 20.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Nicht eingerechnet ist die Zahl von Opfern in Alten- und Pflegeheimen, die Schätzungen zufolge in die Tausende geht. Wissenschaftler glauben, dass der Höhepunkt der Pandemie vorbei sei. Die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern sinke.

Spanien will seine Schutzmaßnahmen Anfang Mai lockern. Ab dem 2.5. sollen die Menschen wieder spazieren gehen dürfen - allerdings mit maximal einer Person, die im selben Haushalt wohnt. Auch Sport im Freien zu treiben, ist dann wieder möglich - das aber nur allein.

Im Kampf gegen das Coronavirus könnte eine App ein zentraler Baustein sein. Sobald sie auf den Smartphones von möglichst vielen Menschen installiert ist, soll sie helfen festzustellen, wann Infizierte auf andere Personen getroffen sind. So könnte eine Ausbreitung des Virus schneller eingedämmt werden. Bundesgesundheitsminister Spahn verkündet nun: Die Daten der Nutzer sollen dezentral - also auf dem jeweiligen Smartphone - gespeichert werden. Das ist aus Sicht von Datenschützern die bessere Lösung, um sicherzustellen, dass Bewegungsdaten nicht für andere Zwecke verwendet werden.

In Australien geht so eine Warn-App schon ab dem heutigen Tag an den Start.

Seit Beginn der Corona-Krise arbeiten immer mehr Menschen von zu Hause aus. Ihr Anteil stieg von 12 auf 25 Prozent der Arbeitnehmer. Bundesarbeitsminister Heil will nun ein Recht auf Home Office einführen. Er arbeite an einem Gesetz, das er im Herbst vorlegen wolle. Vorgesehen ist, dass Menschen ganz oder auch nur tageweise von zu Hause aus arbeiten können.

Hilfe verspricht Heil auch Eltern. Sie sollen nach seinen Plänen auch weiterhin 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen.

Russland bekommt die Folgen der Corona-Krise immer deutlicher zu spüren. 81.000 Menschen haben sich hier nach offiziellen Zahlen infiziert. Während Moskau noch Krankenhausbetten frei hat, scheint die Lage auf dem Land angespannter. Ärzte beklagen, dass es an Schutzausrüstung fehle.

Der russische Präsident Wladimir Putin trägt einen gelben Schutzanzug, um sich in einer Klinik über die Lage in der Coronakrise zu informieren. | AP

Ein Bild, das um die Welt ging: Russlands Präsident Wladimir Putin im gelben Schutzanzug bei einem Besuch in einer Klinik nahe Moskau. Bild: AP

In Italien nehmen an diesem Montag Fabriken von strategischer Bedeutung, einige Baustellen und exportorientierte Betriebe ihre Arbeit wieder auf. Alle übrigen Produktionsstätten, so Ministerpräsident Giuseppe Conte, dürfen ab dem 4. Mai wieder öffnen. Ebenfalls von nächster Woche an gibt es eine erste Lockerung der Ausgangsbeschränkungen. Besuche von Familienangehörigen sind dann erlaubt. Der Regierungschef warnt vor Leichtsinn. "Es sollen gezielte Besuche sein, bei denen die Abstandsregeln eingehalten und auch Atemschutzmasken verwendet werden." Kirchen, Gastronomie und Einzelhandel geht der Stufenplan von Conte nicht weit genug.

In Spanien dürfen Kinder nach mehr als 40 Tagen der Ausgangssperre wieder an die frische Luft. Von 9-21 Uhr können sie mit einem Elternteil im Umkreis von einem Kilometer von ihrem Zuhause eine Stunde lang nach draußen.

Singapur galt lange Zeit als Vorbild im Kampf gegen Corona. Zum Erfolgsrezept gehörten umfangreiche Tests, Infizierte wurden dann schnell isoliert, ihre Kontakte aufgespürt, Quarantäne angeordnet und mit rigiden Maßnahmen durchgesetzt. Auf diese Weise hielt der Stadtstaat seine Infektionszahlen niedrig. Doch inzwischen sind auch in Singapur die Zahlen gestiegen. Ein Grund: Gastarbeiter sind dicht gedrängt untergebracht, in ihren Wohnquartieren kann sich das Virus schnell ausbreiten.

Premierminister Johnson kehrt in Großbritannien nach seiner Corona-Erkrankung wieder zur Arbeit zurück. Er warnt vor voreiligen Lockerungsmaßnahmen. Gefährlich sei, wenn die Lage außer Kontrolle geraten würde: "Das würde nicht nur zu einer neuen Welle von Tod und Krankheit führen, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Desaster."

Weltweit haben sich inzwischen drei Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 207.000 starben. In Deutschland steigt die Ansteckungsrate wieder. Im Durchschnitt steckt nun ein Infizierter wieder einen anderen Menschen an.

Auch in Europa wird die Auswirkung der Corona-Pandemie immer deutlicher. Von Mitte März bis Mitte April starben 100.000 Menschen mehr als im vergleichbaren Zeitraum der Vorjahre. Vor allem in Großbritannien, Belgien, Frankreich, Italien oder Spanien ist die sogenannte Übersterblichkeit besonders hoch.

Seit heute gilt die Maskenpflicht in (fast) allen deutschen Bundesländern. Nur Schleswig-Holstein zieht erst am 29. April nach. Wer in Geschäften einkaufen oder den öffentlichen Personennahverkehr nutzen möchte, muss eine Maske tragen. Berlin führt die Pflicht zunächst nur im ÖPNV ein, zieht dann aber auch im Einzelhandel nach. Bundesverkehrsminister Scheuer plädiert für eine Maskenpflicht auch im Fernverkehr. Aus China trifft Nachschub ein - die Bundeswehr bringt die Masken nach Deutschland.

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Im Bereich Sport fallen an diesem Tag unter anderem diese zwei wichtigen Entscheidungen. Die Formel-1-Saison soll am 5. Juli in Österreich starten. Die ersten Läufe werden wohl ohne Publikum stattfinden. Insgesamt sind mindestens 15 Rennen vorgesehen.

Auch die Basketball-Bundesliga will ihre Saison weiter durchziehen. Zehn Vereine sollen ihren Meister im Turniermodus ausspielen. Absteiger soll es nicht geben.

Aufgrund der Corona-Krise könnten in Deutschland bis zu 50.000 Einzelhändler insolvent werden. Der Handelsverband spricht davon, dass der Einzelhandel während der vierwöchigen Schließung täglich eine Milliarde Umsatz verloren habe. Das und die Tatsache, dass Mieten weiterhin hoch seien und sich die Kunden mit dem Konsum zurückhalten, könnte dazu führen, dass Tausende Händler ihre Läden schließen müssen.

In Deutschland haben sich inzwischen 156.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Ansteckungsrate ist wieder gestiegen. Im Schnitt steckt nun wieder jeder Infizierte einen weiteren Menschen an. Das bedeutet, dass die Zahl der Erkrankten aktuell nicht zurückgeht.

Wann können Kinder wieder in die Schule oder die Kita? Auch in dieses Thema kommt an diesem Dienstag Bewegung. Die Kultursminister der Länder beschließen: Alle Schüler sollen noch vor den Sommerferien in die Schulen zurückkehren. Zunächst wird das wohl nur tage- oder wochenweise möglich sein, um die Zahl der Schüler zu begrenzen und so Abstands- und Hygienevorschriften zu wahren.

Bundesfamilienministerin Giffey will auch die Betreuung von Kita-Kindern wieder ermöglichen. Sie plant dazu vier Phasen: Die aktuelle Notbetreuung, eine erweiterete Notbetreuung, einen eingeschränkten Regelbetrieb und dann wieder einen Normalbetrieb. Im Idealfall sollte das bis August umgesetzt werden.

Und wie sieht es mit dem Urlaub aus? Österreich will seine Hotels wieder öffnen - allerdings vorerst nicht für Ausländer. Die Regierung in Wien kündigt einige weitere Lockerungen an. So können sich die Menschen von Mai an auch mit bis zu zehn Leuten treffen, die nicht im selben Haushalt wohnen.

Auch in Spanien - auch auf Mallorca - ist die Frage, wann es wieder mit dem Tourismus losgeht, entscheidend. Die Hoteliers hoffen, dass eine langsame Öffnung für Gäste wieder ab August möglich ist. Denkbar ist, dass die Reisenden dann erst einmal nur aus dem eigenen Land kommen. Aufgrund der Corona-Krise könnte ein Drittel der Jobs in der Tourismus-Branche wegfallen.

Frankreich will seine Beschränkungen ab dem 11. Mai vorsichtig lockern. Die Bürger können sich dann zunächst in einem Umkreis von 100 Kilometern ohne Passierschein bewegen, auch Sport im Freien ist dann wieder möglich - allerdings erst einmal nur allein. Strände sollen frühestens wieder ab dem 1. Juni öffnen.

In Spanien, das von der Krise besonders hart getroffen war, gibt es Grund zum Aufatmen. Die Infiziertenzahlen sind so niedrig wie seit sechs Wochen nicht. Die Regierung kündigt daher nun auch weitere Lockerungsmaßnahmen an: Von Samstag an dürfen die Menschen wieder spazieren gehen oder joggen. Außerdem soll es in einer ersten Phase möglich sein, Essen zum Mitnehmen zu bestellen, in einer zweiten, in Außenbereichen zu essen, in einer dritten dann die Bewirtung im Speisesaal - allerdings in reduziertem Maß. Jede Phase soll zwei Wochen dauern. Von Montag an dürfen in den Regionen, in denen die Epidemie eingedämmt ist, kleinere Geschäfte öffnen.

Das Kabinett in Deutschland beschließt: DIe weltweite Reisewarnung gilt weiter - mindestens bis Mitte Juni. Normale Reisen seien derzeit ohnehin nicht möglich, die Regierung will mit der Maßnahme verhindern, dass sich das Virus weiter ausbreitet und dass Deutsche erneut im Ausland stranden.

Es gibt noch weitere Maßnahmen im Kampf gegen Corona, die das Kabinett beschließt. So soll das Kurzarbeitergeld erhöht werden. Geplant ist, dass mehr Tests durchgeführt werden, außerdem will man einen Vorrat an Grippe-Impfstoffen anlegen, um zu verhindern, dass im kommenden Winter eine Grippe- und eine Corona-Welle das Gesundheitssystem belasten.

Auch Künstlerinnen und Künstler sollen unterstützt werden. Kulturstaatsministerin Grütters kündigt an, dass sie Ausfallhonorare erhalten sollen.

Die Fußball-Bundesliga könnte ab Mitte oder Ende Mai wieder starten - wenn es nach den Sportministern der Länder geht. Sie befürworten mehrheitlich die Durchführung von sogenannten Geisterspielen. Ob es so kommt, sollen am morgigen Donnerstag die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten entscheiden.

Wie geht es für Freizeiteinrichtungen, Hotels und Gaststätten weiter? Nach den Vorstellungen von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen sollen erst Zoos, dann Cafés und zuletzt wieder Kinos, Konzerthäuser und Theater wieder öffnen dürfen.

Das Bundesverfassungsgericht entscheidet: Gottesdienste dürfen nicht grundsätzlich untersagt werden. Ausnahmegenehmigungen müssen in begründeten Einzelfällen möglich sein.

Wie gefährlich ist Beatmung für Corona-Patienten? Eine Studie sorgt für Aufsehen - angeblich sollen 90 Prozent der Beatmungspatienten sterben. Doch ein genauer Blick zeigt: Die Ergebnisse wurden irreführend zitiert, die Intubation ist weit weniger gefährlich.

Die Corona Krise schlägt sich in Deutschland auch auf dem Ausbildungsmarkt nieder. Bei einer Umfrage vom Zentralverband deutschen Handwerks sagen ein Viertel der Betriebe, dass sie weniger ausbilden wollen.

Und auch auf dem Arbeitsmarkt insgesamt sind die Folgen der Krise zu erkennen. Es gibt so viel Kurzarbeit wie nie zuvor. Jeder dritte Betrieb nutzt diese Möglichkeit.

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland geht weiter zurück. Das Robert Koch-Institut warnt aber trotzdem: Das Virus werde noch monatelang in unserem Land bleiben. Deswegen drohe nach wie vor eine zweite und dritte Infektionswelle.

Das Medikament Remdesivir scheint gegen das Coronavirus zu wirken. Das Mittel, das ursprünglich gegen Ebola helfen sollte, verkürzt die Dauer des Krankheitsverlaufes und trägt einer Studie zufolge auch zu einem leichten Rückgang der Todesfälle bei.

Bundeskanzlerin Merkel berät an diesem letzten Apriltag erneut mit den Ministerpräsidenten. Die Runde einigt sich in einer Schaltkonferenz auf einige weitere Lockerungen. Gottesdienste dürfen unter Auflagen wieder stattfinden, Spielplätze, Zoos und Museen wieder öffnen.

Über dieses Thema berichtete "ARD extra" am 15. April 2020 um 20:15 Uhr.