Fleisch-Kühltruhe in US-Supermarkt | Bildquelle: JASON SZENES/EPA-EFE/Shutterstoc

Corona-Krise Geht in den USA das Fleisch aus?

Stand: 07.05.2020 15:23 Uhr

Eine große Burgerkette steht ohne Hamburger da, Supermärkte rationieren den Verkauf an ihre Kunden. In den USA geht die Angst um, dass Fleisch knapp werden könnte. Ist die Sorge berechtigt?

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Es war einer der hierzulande weniger beachteten Dekrete von US-Präsident Donald Trump: Am 29. April stufte er einige in der Corona-Krise geschlossene Fleischverarbeitungsanlagen als kritische Infrastruktur ein und verfügte deren Wiedereröffnung. "Derartige Schließungen bedrohen das anhaltende Funktionieren der nationalen Lieferketten für Fleisch und Geflügel, unterwandern kritische Infrastruktur während des nationalen Notstands", hieß es in der Anordnung.

Trump überging damit die Warnung von Experten, laut denen Arbeiter in solchen Einrichtungen besonders durch das Coronavirus gefährdet seien und die Wiedereröffnung zu dessen weiterer Verbreitung beitragen könnte.

Knapp werden nur bestimmte Produkte

Tatsächlich meldeten die Tage darauf mehrere Supermärkte Versorgungsengpässe bei bestimmten Fleischprodukten. Die Burgerkette Wendy's limitierte die Anzahl von Hamburgern, die man erwerben konnte, an einigen Standorten musste sie den Verkauf sogar einstellen.

Schild in Wendy's-Filiale | Bildquelle: ERIK S LESSER/EPA-EFE/Shuttersto
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Keine Doppelt- und Dreifachburger mehr, aber immer noch Schwein satt - Wendy's rationiert nur das Rindfleisch.

Andere Fast-Food-Anbieter hatten dieses Problem jedoch nicht. Wendy's rühmt sich, dass man dort nur frisches Hackfleisch einsetze, das nie eingefroren wurde. Dies wurde in der Tat teilweise knapp - die Lager mit Tiefkühlfleisch sind jedoch weiterhin gut gefüllt. Die USA exportieren sogar in der Corona-Krise weiter Fleisch.

Selbst erfüllende Prophezeiung

Die seit Wochen geschürten Gerüchte über eine drohende Fleischknappheit führten jedoch zu Hamsterkäufen, durch die bestimmte Erzeugnisse zeitweise schwer zu bekommen waren oder sind. Dabei handelt es sich insbesondere um Produkte, die in den Verarbeitungsanlagen weitgehend verzehrfertig vorbereitet wurden, zu deren Herstellung aktuell tatsächlich Personal fehlt.

Engpässe traten zudem bei Geschäften auf, die Exklusivverträge mit den Zulieferern haben, die von den Corona-bedingten Schließungen betroffen waren. Eine generelle landesweite Knappheit von Fleischprodukten gibt es jedoch nicht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Mai 2020 um 08:33 Uhr.

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