Greta Thunberg | Bildquelle: AFP

Segeltour nach New York Wie klimaneutral ist Gretas Atlantiktörn?

Stand: 16.08.2019 12:29 Uhr

Die Atlantiküberquerung von Greta Thunberg zum UN-Klimagipfel wird im Netz teilweise heftig kritisiert. Doch was ist an den Vorwürfen dran?

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Es klingt wie eine für das Klima optimale Alternative zum Flugzeug: Die Aktivistin Greta Thunberg nutzt für ihre Atlantikquerung eine Segeljacht, die mit Solarpaneelen und Unterwasserturbinen ausgestattet ist, somit auch ihren eigenen Strom erzeugt. Selbst die Boote, die die "Malizia" aus und in den Hafen bugsieren, werden elektrisch angetrieben.

Glaubt man jedoch einigen, meist anonymen Kritikern, könnte Thunberg auch gleich mit einem Schweröl betriebenem Kreuzfahrschiff zur UN-Klimagipfel fahren: Die "Malizia" habe ein Filmteam an Bord, werde von Schiffen und Flugzeugen begleitet, die Unmengen an Kraftstoff verbrauchten, das Ganze sei ein gigantischer Etikettenschwindel, heißt es.

Skipper Boris Herrmann über die Atlantiküberquerung von Greta Thunberg
tagesschau24, 14.08.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Was das Team entgegnet

Diesen Vorwürfen widerspricht Andreas Kling vom "Team Malizia" gegenüber tagesschau.de: Die Begleitung erfolge ausschließlich von Land aus. Weder Boote noch Flugzeuge oder Hubschrauber würden dafür eingesetzt. Neben Thunberg, ihrem Vater und den Seglern ist lediglich ein Kameramann an Bord, um die Überfahrt zu dokumentieren.

Tatsächlich wird in der "Malizia", wie Kritiker sagen, auch Technik von BMW eingesetzt. Von dem Autobauer stammt jedoch nicht der - für Notfälle vorgeschriebene und für Thunbergs Fahrt versiegelte - Dieselmotor, sondern emissionsfreie Antriebstechnologie, die auch in BMW-E-Sportwagen eingesetzt wird. Thunberg ließ alle Logos der Sponsoren von der Yacht entfernen.

Kompromisse nicht zu vermeiden

Dass eine solche Reise nicht komplett klimaneutral sein kann, bestreitet auch Kling nicht. So wird die Klimabilanz für den Bau, Instandhaltung und Entsorgung der Jacht nicht mit einbezogen. Immerhin: Die verwendeten Materialien für Rumpf und Segel sind zumindest teilweise recycelbar, sodass der CO2-Ausstoß bei Bau und Entsorgung nicht so hoch ist, wie einige Kritiker behaupten.

Zudem wird die Crew nach der Ankunft in New York zurückgeflogen. Eine vierköpfige Besatzung, von der zwei Mitglieder aus Europa eingeflogen werden, übernimmt die "Malizia". "Selbstverständlich kompensiert das Team Malizia alle Flüge des Teams, und zwar nicht nur die, die in Zusammenhang mit Gretas Trip entstehen, sondern grundsätzlich alle Flüge, auch die, die mit unserer Regattatätigkeit entstehen", erklärt Kling gegenüber tagesschau.de.

"Wir sind uns bewusst, dass so eine Kompensation unser Gewissen nicht reinwaschen kann und soll. Es ist keine ideale Lösung, aber das Mindeste, was wir zum Ausgleich tun können."

Entscheidend sei dabei, da ist sich das "Malizia"-Team sogar mit vielen Kritikern einig, die Symbolwirkung der Fahrt. Die Aufmerksamkeit, die der Segeltörn erzeuge, hätte sie nie erhalten, wenn sie auf dem UN-Gipfel lediglich per Videoübertragung gesprochen hätte, erklärte Thunberg vor der Reise. Für die Rückreise eruiert sie aktuell weitere Formen der emissionsarmen Fortbewegung.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. August 2019 um 11:00 Uhr.

Wulf Rohwedder Logo tagesschau.de

Wulf Rohwedder, tagesschau.de

@WRohwedder bei Twitter
Darstellung: