Oppenau: Polizisten gehen an einem Parkplatz an Polizeifahrzeugen vorbei. | Bildquelle: dpa

Nach Raub von Polizeiwaffen Bewaffneter Mann im Schwarzwald gefasst

Stand: 17.07.2020 20:44 Uhr

Fünf Tage suchte die Polizei nach dem Mann, der in Oppenau im Schwarzwald vier Polizisten bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen hatte. Jetzt wurde er gefasst - kurz nach einem Appell des Polizeipräsidenten.

Die Suche nach dem Mann, der im baden-württembergischen Oppenau vier Polizisten mit einer Schusswaffe bedroht und ihnen die Pistolen abgenommen hatte, ist vorbei. Wie die Polizei mitteilte, wurde der 31-Jährige am Freitag gefasst. Der Mann sei aufgrund eines Hinweises von Zeugen gefunden worden. Am Samstag wurde er einem Richter vorgeführt, wo ihm der Haftbefehl eröffnet werden sollte. Zudem sollte er von einem Psychologen begutachtet werden.

Bei seiner Festnahme sei der Mann leicht verletzt worden. Auch ein SEK-Beamter wurde leicht verletzt. Den Angaben nach saß der Gesuchte in einem Gebüsch. Fünf Waffen seien bei ihm gefunden worden, "vier Polizeiwaffen und eine zusätzliche Pistole", sagte Einsatzleiter Jürgen Rieger. Die Untersuchung der fünften Waffe laufe noch.

Rund 200 Einsatzkräfte an Suche beteiligt

Der Mann war seit Sonntag flüchtig. Polizisten waren zur Kontrolle in einer Hütte angerückt, nachdem ihnen ein Verdächtiger in Tarnkleidung und mit Pfeil und Bogen gemeldet worden war. Der Mann bedrohte die Beamten daraufhin mit einer Schusswaffe und zwang sie, ihre Dienstpistolen abzulegen.

Anschließend flüchtete er mit den Waffen in den unwegsamen Wald. Zeitweise waren rund 200 Einsatzkräfte an der Fahndung nach dem Schwerbewaffneten beteiligt, unterstützt von Hubschraubern mit Wärmebildkameras und Spezialkräften. 

Ein Polizei-Hubschrauber im Schwarzwald | Bildquelle: RONALD WITTEK/EPA-EFE/Shuttersto
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Die Polizei hatte mit Hubschraubern mit Wärmebildkameras, Spezialkräften und Suchhunden nach dem Mann gefahndet.

"Waldläufer" und Waffennarr

Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer hatte den 31-Jährigen als "Waldläufer" bezeichnet, der gut allein in der Natur zurechtkomme. Er gilt den Ermittlern zufolge als Waffennarr, hatte im Herbst seine Wohnung in Oppenau verloren und war seitdem ohne festen Wohnsitz.

Als Jugendlicher war der Verdächtige wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Er hatte das Schild eines Jugendwerks so verändert, dass die Aufschrift des Schildes die Worte "Juden weg" enthielt. Außerdem habe er eine Bombenattrappe gefertigt, um seinen Erziehern in dem Jugendwerk Angst zu machen und sei durch antisemitische Äußerungen und die Verwendung von Hakenkreuzen und SS-Symbolen aufgefallen.

Der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter hatte zuvor in einer Pressekonferenz an den 31-Jährigen appelliert: "Nehmen Sie Kontakt zu uns auf." Das könne auch über Freunde oder Familie geschehen. "Das ist ein Weg, gesund für alle herauszukommen." Wenige Stunden danach informierten die Beamten über die Festnahme.

Polizei nimmt 31-Jährigen bei Oppenau fest
Robert Wolf, SWR
18.07.2020 07:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. Juli 2020 um 18:44 Uhr.

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