Abgeordnete nehmen im Bundesrat an einer Sitzung teil. | dpa

Coronavirus in Deutschland Bundesrat stimmt für neue Quarantäneregeln

Stand: 14.01.2022 12:15 Uhr

Die neuen Corona-Quarantäneregeln können nun in Kraft treten. Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat einer entsprechenden Verordnung zu. So müssen unter anderem geboosterte Kontaktpersonen von Infizierten nicht mehr in Quarantäne.

Die neuen Quarantäneregeln für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen können in Kraft treten. Auch der Bundesrat hat nach dem Bundestag einer Verordnung zugestimmt, die dafür einen rechtlichen Rahmen schafft.

In der Verordnung wird definiert, welche grundsätzlichen Ausnahmen es von Quarantäne und Isolation wegen Impfung oder Genesung gibt. Umgesetzt werden müssen die neuen Quarantäne- und Isolationsregeln nun durch Länderverordnungen, die sich bereits in Vorbereitung befinden.

Den neuen Regeln zufolge müssen Infizierte und deren Kontaktpersonen nur noch zehn Tage in Isolation oder Quarantäne. Bisher waren 14 Tage üblich. Betroffene sollen sich bereits nach sieben Tagen frei testen können.

Keine Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen

Kontaktpersonen, die bereits eine Boosterimpfung erhalten haben oder innerhalb der vergangenen drei Monate vollständig geimpft oder genesen sind, müssen nicht mehr in Quarantäne. Für Kinder, Jugendliche und Beschäftigte im Gesundheitswesen gelten Ausnahmeregeln.

Die kürzeren Quarantänezeiten sollen dafür sorgen, dass auch bei stark steigenden Infektionszahlen wichtige Versorgungsbereiche nicht zusammenbrechen.

Schaubild zum Bund-Länder-Beschluss am 07. Januar 2022 | Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Bild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Lauterbach: Pandemie an "Schnittstelle"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach lobte in seiner Rede im Bundesrat die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der Pandemie. Die Umsetzung der gemeinsamen Beschlüsse habe im "Großen und Ganzen" gut funktioniert, betonte der Gesundheitsminister. Deutschland sei bislang besser durch die Pandemie gekommen als Länder mit vergleichbarer Altersstruktur.

Weiter sagte er, die Pandemie sei an einer "Schnittstelle" angekommen. Man gehe in das dritte Jahr. In diesem stelle sich die Frage, ob es gelinge, die Pandemie so zu entschärfen, dass man in eine endemische Lage mit nur noch sporadischen Ausbrüchen und wenigen Todeszahlen komme - oder ob man diese Gelegenheit ungenutzt passieren lasse. "Wir müssen diese Gelegenheit ergreifen und wir haben die Mittel dafür. Wir haben die Mittel dafür, die Pandemie in Deutschland in diesem Jahr weitestgehend zu beenden."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach im Bundesrat | dpa

Gesundheitsminister Lauterbach im Bundesrat: "Haben die Mittel dafür, die Pandemie in Deutschland in diesem Jahr weitestgehend zu beenden." Bild: dpa

Erneuter Impfappell

Lauterbach appellierte erneut an alle noch nicht geschützten Bürger, sich jetzt impfen oder boostern zu lassen. "Wenn wir alle für uns in Anspruch nähmen, dass wir es nicht nötig haben oder besser wissen oder nicht mitmachen wollen oder ein anderes Staatsverständnis haben, dann würden wir im Chaos enden." Daher sei er auch für die allgemeine Impfpflicht.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Januar 2022 um 11:00 Uhr.