Jill Biden | GABRIELA BHASKAR/POOL/EPA-EFE/Sh

Biden offiziell Präsidentschaftskandidat "Das Land wieder aufbauen"

Stand: 19.08.2020 08:05 Uhr

Klar war es schon lange, nun ist es auch offiziell: Die US-Demokraten haben Joe Biden als Trump-Herausforderer nominiert. Unterstützung kam von zwei Ex-Präsidenten. Für den emotionalen Höhepunkt sorgte aber jemand anders.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

"Ich bin erfreut anzukündigen, dass Joe Biden offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der demokratischen Partei nominiert wurde", so der Parteitagsvorsitzende der US-Demokraten Bennie Thompson.

Claudia Sarre ARD-Studio Washington

Der frisch gekürte Kandidat nahm per Videoschalte - umringt von seiner Familie samt Enkelkindern - sofort die Gelegenheit wahr, sich bei den Delegierten zu bedanken. Die Nominierung des 77-Jährigen war nur noch eine Formsache. Biden hatte sich schon bei den Vorwahlen gegen seine Mitbewerber wie den Senator Bernie Sanders durchgesetzt.

Bunt, jung und modern

Auch der zweite Abend der virtuellen Democratic Convention war geprägt von dem Bestreben, zu zeigen, wie divers, bunt, jung und modern die Demokraten sind - so facettenreich wie die Menschen der Vereinigten Staaten.

Statt einem Keynote Speaker - normalerweise ein aufstrebender Nachwuchsdemokrat - gab es diesmal gleich 17 Redner, zusammengeschnitten zu einem Videoclip. Gleich zwei ehemalige US-Präsidenten machten sich für Joe Biden stark.

Clinton attackiert Trump

Bill Clinton, der auf keinem Parteitag der Demokraten fehlen darf, attackierte den amtierenden Präsidenten Trump scharf: "Sie wissen, was Donald Trump mit weiteren vier Jahren machen würde: beschuldigen, mobben und runtermachen. Und Sie wissen, was Joe Biden tun würde: Das Land wieder aufbauen."  

Jimmy Carter, mit 95 Jahren der älteste noch lebende ehemalige US-Präsident, sagte in seinem Redebeitrag, die Amerikaner verdienten eine Person mit Integrität und Urteilsvermögen, jemanden, der ehrlich und fair ist, der sich einsetzt für das, was am besten ist für das amerikanische Volk.

Jill Bidens emotionale Rede

Emotionaler Höhepunkt des Abends war aber der Auftritt von Jill Biden, der Ehefrau Joe Bidens. Die mögliche nächste First Lady ist Pädagogin, Marathonläuferin und Stiefmutter seiner beiden Söhne Beau und Hunter. Bidens erste Frau und Tochter waren 1972 bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die 69-jährige Jill pries ihren Mann als jemanden, der das zerstrittene Amerika wieder versöhnen würde.

"Wie macht man eine zerbrochene Familie wieder ganz?", fragte Jill Biden. "Man tut es so, wie man eine Nation wieder heilt - mit Liebe und Verständnis."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. August 2020 um 09:00 Uhr.