Julian Assange in einem Polizeiwagen | Bildquelle: REUTERS

Botschaft Ecuadors Assange in London festgenommen

Stand: 11.04.2019 14:05 Uhr

WikiLeaks-Mitbegründer Assange ist festgenommen worden. Er hatte sich seit 2012 in der Botschaft Ecuadors in London aufgehalten. Gegen den Australier liegt ein US-Auslieferungsersuchen vor.

Die britische Polizei hat Julian Assange, Mitbegründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, in London festgenommen. Das teilte die Metropolitan Police mit. Er sei in Gewahrsam und werde so bald wie möglich einem Richter vorgeführt.

Die ecuadorianische Botschaft gewährte der Polizei Zutritt. Die Regierung des lateinamerikanischen Landes hatte Assange zuvor das diplomatische Asyl entzogen.

Moreno kritisiert Assange

Präsident Lenin Moreno begründete die Aufhebung des Asyls mit wiederholtem Fehlverhalten des WikiLeaks-Mitgründers. Unter anderem habe er gegen die übliche Auflage verstoßen, sich nicht in innere Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. So seien zuletzt von WikiLeaks im Januar Dokumente aus dem Vatikan veröffentlicht worden - und Assange habe zuvor Kontakt zu wichtigen Mitgliedern der Enthüllungsplattform gehabt.

Assange habe in der Botschaft unerlaubte technische Ausrüstung installiert, Überwachungskameras blockiert, Wachleute angegriffen, sich unerlaubt Zugang zu Sicherheitsdaten der Botschaft verschafft, zählte der ecuadorianische Präsident auf. Außerdem sei er im täglichen Umgang "unhöflich und aggressiv" gewesen.

Assange soll nach Darstellung Morenos nicht an ein Land ausgeliefert werden, in dem ihm Folter oder die Todesstrafe drohten. Er habe die britische Regierung ersucht, das zu garantieren, und diese habe dem schriftlich zugestimmt, sagte Moreno.

Julian Assange Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks in London verhaftet
tagesschau 14:00 Uhr , 11.04.2019, Andreas Hilmer, NDR

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WikiLeaks: Verletzung internationalen Rechts

WikiLeaks bezeichnete den Entzug des diplomatischen Asyls als "illegal" und Verletzung internationalen Rechts. Kritik an der Festnahme kam auch aus Russland. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, schrieb bei Facebook: "Die Hand der Demokratie erwürgt die Freiheit."

Auslieferung an die USA?

Für Assange liegt ein Auslieferungsersuchen aus den USA vor. Dies bestätigte Scotland Yard. Darüber hinaus begründete die Polizei die Festnahme mit der Anordnung eines Londoner Gerichts von 2012 wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen.

Prozess wohl in Großbritannien, nicht in den USA

Assange war 2012 in die Botschaft geflohen, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Dort wurde er der Vergewaltigung beschuldigt. Die Stockholmer Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen inzwischen ein.

Assange befürchtete vor allem eine weitere Überstellung in die USA, wo ihm ein Prozess drohen könnte. WikiLeaks hatte wiederholt geheime und vertrauliche Dokumente der US-Regierung und -Streitkräfte veröffentlicht.

Wie ARD-Korrespondentin Mareike Aden berichtet, will der britische Innenminister Sajid Javid Assange aber in Großbritannien vor Gericht stellen. Eine Auslieferung in die USA soll es nicht geben.

Beziehung zu Ecuador schon länger angespannt

Bereits am Dienstag hatte José Valencia, der Außenminister Ecuadors, gesagt, Assange könnte nicht eine unbegrenzte Zeit in der Botschaft leben. Die Beziehungen zwischen der ecuadorianischen Regierung und dem 47-Jährigen gelten seit einiger Zeit als gespannt. Es ging dabei unter anderem um Assanges Äußerungen zur Außenpolitik. Vergangenes Jahr kappte die Botschaft ihm zeitweise den Zugang zum Internet.

Polizeiwagen vor der ecuadorianischen Botschaft in London | Bildquelle: AP
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Ecuador hatte Assanges Asylstatus aufgehoben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. April 2019 um 12:00 Uhr.

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