Der Airbus A310 "Kurt Schumacher" startet auf dem Flughafen Köln Bonn in Richtung Wuhan. (31. Januar) | Bildquelle: dpa

Coronavirus Deutscher Rückholflug aus Wuhan gestartet

Stand: 01.02.2020 11:49 Uhr

Die 102 Deutschen aus dem vom Coronavirus schwer betroffenen Gebiet um Wuhan sind auf dem Heimflug. Sie werden am Nachmittag in Frankfurt erwartet. In Deutschland gibt es derweil inzwischen sieben Infektionen.

Ein Flugzeug der Bundeswehr mit 102 Deutschen und 26 Menschen aus anderen Staaten an Bord ist im chinesischen Wuhan zum Rückflug nach Deutschland gestartet. Darunter seien auch mehr als 20 Kinder, sagte Thomas Gebhard, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, bei einer Pressekonferenz im rheinland-pfälzischen Germersheim.

Der Airbus A310 der Luftwaffe wird am Nachmittag in Deutschland erwartet. Auf dem Rückflug aus dem vom Coronavirus schwer betroffenen Gebiet legt der Jet einen Zwischenstopp in Moskau ein.

Keine Infektionen oder Verdachtsfälle an Bord

Unter den Passagieren herrschte vor dem Start Erleichterung: "Glücklich am Gate zu sein", berichtete eine Frau, die nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur dpa. Die Gruppe hatte sich schon am Vorabend am Flughafen versammelt und dort auch die Nacht verbracht. "War bis hier doch alles schon ganz schön anstrengend."

Es gebe unter den Passagieren niemanden, der infiziert sei, und auch keine Verdachtsfälle, sagte Außenminister Heiko Maas. Die Teilnahme an dem Rückholflug ist freiwillig. Beim Hinflug seien an Bord der Maschine auf Bitten Chinas 10.000 Schutzanzüge mitgenommen worden, die vor Ort gebraucht würden, sagte Maas.

14 Tage Quarantäne geplant

Nach der Landung am Flughafen Frankfurt sollen die Ausgeflogenen in Frankfurt in einem sogenannten Medical Assessment Center auf Symptome des Coronavirus untersucht werden. Passagiere ohne Symptome sollen vorsichtshalber für die Inkubationszeit von 14 Tagen in Quarantäne kommen. Alle Passagiere stimmten laut Bundesgesundheitsministerium dieser Unterbringung zu. Rechtliche Grundlage dafür ist das Infektionsschutzgesetz.

Nach Angaben des Ministeriums ist dafür eine Unterbringung in einer Ausbildungskaserne auf dem Luftwaffenstützpunkt Germersheim vorgesehen. Dieser liegt etwa 100 Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt. Die Quarantäne sei eine "reine Vorsichtsmaßnahme", sagte Gebhard. "Die Gefahr für die Bevölkerung bleibt gering."

Coronavirus breitet sich weiter aus: Weitere Krankheitsfälle in Bayern
tagesschau 20:00 Uhr, 31.01.2020, Melanie Roth, BR

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Fast 12.000 Infizierte weltweit

Das Virus breitet sich weiter aus. Die Zahl der Infizierten in China stieg auf 11.791. 259 Menschen starben an der Lungenkrankheit, wie die Gesundheitskommission berichtete.

Außerhalb der Volksrepublik sind in rund 25 Ländern rund 150 Infektionen gezählt. Erstmals meldete Spanien eine Infektion: Betroffen sei ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera, der mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen sein soll, teilte die Regierung mit.

In Deutschland, wo sich erstmals auch ein Kind angesteckte, stieg die Zahl auf sieben. Der Vater ist ein infizierter Mann aus dem Landkreis Traunstein. Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitagabend in München mitteilte, wurde zudem bei einem Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck die Lungenkrankheit bestätigt. Er arbeitet wie die ersten fünf Infizierten in Deutschland beim Autozulieferer Webasto.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 31. Januar 2020 um 21:45 Uhr.

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