Eine Schülerin lernt zuhause mit Tablet und Laptop. | Bildquelle: dpa

Studie zu Corona-Krise Schüler arbeiten zu Hause zu wenig

Stand: 23.04.2020 16:49 Uhr

Deutschlands obere Schuljahrgänge arbeiten in der Corona-Krise nach einer neuen Studie zu Hause eher wenig: Mehr als ein Drittel gaben an, täglich weniger als zwei Stunden für schulbezogene Tätigkeiten zu nutzen.

Viele Schüler der Sekundarstufe II wenden trotz der Bereitstellung von Lehrmaterialien derzeit nur wenig Zeit für schulische Aufgaben auf. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Schüler der gymnasialen Oberstufen gab in einer Befragung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) an, täglich weniger als zwei Stunden mit der Bearbeitung von Aufgaben oder digitalem Unterricht zu verbringen.

Unter der Woche verbringt der Untersuchung zufolge mit 27 Prozent nur etwa jeder vierte Jugendliche täglich vier oder mehr Stunden mit schulischen Aktivitäten wie beispielsweise Hausaufgaben oder digitalem Unterricht. 35 Prozent wenden dafür zwei bis unter vier Stunden täglich auf. 

Die Befragten des Abiturjahrgangs geben mit 46 Prozent sogar noch häufiger an, weniger als zwei Stunden täglich für die Schule aufzuwenden. Dies könne allerdings daran liegen, dass durch Abitur-Verschiebung eine Unterbrechung der Vorbereitungen erfolgte, hieß es.

Fast alle Schulen stellen Lehrmaterial

Der allergrößte Teil der befragten Jugendlichen empfängt der Studie zufolge mindestens einmal wöchentlich Lehrmaterialien von der jeweiligen Schule. Bei 47 Prozent der Befragten geschieht dies täglich, bei weiteren 47 Prozent zumindest einmal wöchentlich.

Der Kontakt zwischen Lehrern und den Jugendlichen findet über verschiedene Kanäle statt, die teils parallel eingesetzt werden. Vor allem Onlineplattformen und E-Mails werden vonseiten der Schulen genutzt, wie aus der IAB-Studie hervorgeht.

Schüler sorgen sich um ihre Noten

Gleichzeitig machten sich 45 Prozent der befragten Schüler große oder sehr große Sorgen, dass sich die Schulschließungen negativ auf ihre Schulleistungen auswirken. Weniger häufig besorgt äußerten sich die Befragten über ihre berufliche Zukunft (28 Prozent).

Soforthilfe für digitalen Unterricht

Die Kultusministerkonferenz der Länder begrüßte indes die Koalitionsbeschlüsse zur finanziellen Unterstützung von digitalem Unterricht. "Bildung gelingt dann, wenn Land, Bund und Kommunen in ihren unterschiedlichen Verantwortungsbereichen gut zusammenarbeiten", erklärte die KMK-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).

Union und SPD hatten zuvor beschlossen, für das sogenannte Home-Schooling zusätzlich 500 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Das Sofortprogramm soll demnach die Schulen während der Corona-Krise in die Lage versetzen, bedürftigen Schülern einen Zuschuss von 150 Euro für die Anschaffung notwendiger Endgeräte zu gewähren.

Über dieses Thema berichtete Panoram am 23. April 2020 um 22:00 Uhr.

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