Feuerwerk in Berlin an Silvester 2018 | Bildquelle: dpa

Silvester 2019 Wo Böllern verboten ist und warum

Stand: 27.12.2019 14:54 Uhr

Verletzungen und Brandgefahr sind die Gründe, die von Städten und Gemeinden für Böller-Verbote genannt werden. Zahlreiche Orte wollen das Abfeuern der Knallkörper nicht dulden - zumindest zum Teil.

Von Nea Matzen, tagesschau.de

Ein komplettes Verbot von Böllern und Feuerwerk existiert nur auf Inseln und in Küstenorten. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter 53 Städten und Gemeinden gaben 25 an, keine Böllerverbote zu verhängen. Etliche Gemeinden erklärten bestimmte Bereiche für Verbotszonen.

Erhöhte Feinstaubwerte wurden nicht als Grund für die Verbote genannt. Das Umweltbundesamt hatte vor Rekordwerten zum Jahreswechsel gewarnt und die Deutsche Umwelthilfe hatte 98 Städte angeschrieben, wegen der Umweltbelastung das Böllern zu verbieten.

Einige Städte sprechen Teilverbot für Silvester-Feuerwerke aus
tagesschau 12:00 Uhr, 27.12.2019

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Schutz für Feuerwehr und Polizei

In Berlin ist Böllern und Feuerwerk rund um das Brandenburger Tor verboten, wo die größte Silvesterfeier der Stadt stattfindet. Erstmals ist auch auf dem nördlichen Alexanderplatz sowie in der Pallasstraße in Schöneberg das Abfeuern von Knallkörpern verboten.

Grund dafür ist laut Senatsangaben der Schutz von Polizisten und Feuerwehrleuten. So soll verhindert werden, dass Gruppen junger Männer die Einsatzkräfte mit Böllern und Raketen bewerfen und beschießen. Kontrollen sind geplant, Beschlagnahmungen möglich. Aber es werden keine Bußgelder verhängt.

Schöneberg und Kreuzberg gelten als Böller-"Epizentren". Aus großen Menschenmengen heraus und an bestimmten Kreuzungen würden Feuerwerkskörper auf alles gefeuert, was sich bewege, beschreibt Notfallsanitäter Jan Ziegfeld die Situation in den Silvesternächten. Über die Motive könne er nur rätseln.

Als besonders gefährlich gelten: Raketen, Sonnen und Feuerräder, Fontänen, Chinaböller, Feuertöpf, Feuerwirbel und Bengalfackeln. Erlaubt sind Wunderkerzen, Tischfeuerwerke und Knallerbsen.

Teilverbote auch in anderen Großstädten

Frankfurt, Wiesbaden, Fulda, Kassel und weitere Städte in Hessen wollen Feuer und Verletzungen möglichst verhindern. Rund um den Eisernen Steg in Frankfurt will die Polizei mit Einlasskontrollen dafür sorgen, dass nicht privat geböllert wird. Das gilt auch für andere Städte in der Region.

In Köln ist der Bereich rund um den Dom und entlang des Rheins zur böllerfreien Zone erklärt worden.

Ein Mann hält in einem Supermarkt eine Packung "Riesen-China-Böller" in der Hand (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Hauptsache, es ist laut. Doch in immer mehr Innenstädten sind unter anderem Chinaböller verboten.

Erstmals gibt es in München dieses Jahr ein komplettes Feuerwerksverbot in Teilen der Altstadt. Der Stadtrat verhängte ein Böllerverbot für den Bereich innerhalb des Mittleren Rings. Raketen dürfen zudem nur außerhalb der Fußgängerzone und ihrer angrenzenden Straßen verschossen werden.

Verbote gelten auch in vielen anderen Städten in Bayern.

Alternativen in Thüringen und Sachsen-Anhalt

Auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt ist das private Böllern in der Silvesternacht stark eingeschränkt. Einige Städte laden zu einem gemeinsam veranstalteten Feuerwerk ein.

In Nordrhein-Westfalen haben laut WDR nur fünf Gemeinden Verbotsbereiche eingerichtet: In Düsseldorf, Köln, Dortmund, Aachen und Bielefeld gibt es sogenannte Schutzzonen, in denen in der Silvesternacht keine Pyrotechnik gezündet werden darf.

Kein Feuerwerk der Kategorie F2

Die Polizei in Hamburg hat rund um die Binnenalster das private Böllern verboten. Zudem soll es kein Feuerwerk am Jungfernstieg geben. Sicherheitsbedenken lautet die allgemeine Begründung.

Innerhalb der Wallanlagen in Göttingen darf an Silvester und Neujahr kein Feuerwerk der Kategorie F2 gezündet werden. Das sind Feuerwerksbatterien, Raketen, Leuchtfeuerwerk und Knaller wie zum Beispiel Chinaböller.

Auch die Böllerverbotszone in Hannover - ein weiträumiger innerstädtischer Bereich - wird erneut eingerichtet, um Verletzungen in Menschenmassen zu vermeiden.

Polizei in Hannover in einem Gebiet, in dem Böllern verboten ist. | Bildquelle: dpa
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Polizei in Hannover in einem Gebiet, in dem Böllern verboten ist.

Verbote für Böller und Raketen gibt es im Südwesten Deutschlands unter anderem in Tübingen, Konstanz, Rottweil und Mayen, berichtet der SWR. Auch auf dem Stuttgarter Schlossplatz und vor dem Karlsruher Schloss verzichtet man in diesem Jahr auf die Knallerei.

Blindgänger gefährden besonders Kinder

Hinter den Sicherheitsbedenken steckt die Erfahrung, dass es zu zahlreichen Verletzungen durch das Abfackeln von Feuerwerkskörpern kommt. Zu den Unfallursachen zählen "Experimente" mit Pyrotechnik, das Zünden illegaler Feuerwerkskörper - und das womöglich noch unter Alkoholeinfluss.

Behörden und Fachleute empfehlen, nur Produkte mit CE-Zeichen und Prüfnummer der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zu verwenden. Kindern und Jugendlichen solle man keine Böller überlassen. Zu ihrem Schutz ist wichtig, keine Blindgänger auf der Straße zurücklassen. Oft verletzten sie sich am Neujahrstag beim Versuch, Liegengebliebenes nachzuzünden.

Brandgefahr für Reetdächer auf Inseln

Komplett verboten sind Böller und Feuerwerke auf einigen Inseln und in anderen Küstenorten an der Nord- und Ostsee. Der Grund: große Brandgefahr für reetgedeckte Häuser. So erlauben das Amt Föhr-Amrum und die Gemeinde Sylt den Silvesterbrauch schon lange nicht mehr. Auf Föhr gelten Ausnahmen an den Stränden und auf dem Deich.

Auch auf den Inseln Hiddensee und Rügen sowie auf der Halbinsel Darß in Mecklenburg-Vorpommern ist Böllern in Ortschaften nicht erlaubt. In der Region Fischland-Darß-Zingst gibt es aber bestimmte Abbrennplätze. Zudem bieten die meisten Ferienorte organisierte Feuerwerke an.

Etliche Altstädte sollen laut dem NDR vor der Feuergefahr geschützt werden. Auch an Stränden der Festlandsküsten sowie in Naturschutzgebieten gelten komplette Verbote.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Dezember 2019 um 15:00 Uhr.

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