Der Todesschütze des schwarzen Teenagers Treyvon Martin im Gerichtssaal | Bildquelle: AP

Getöteter schwarzer Teenager Schütze verklagt Treyvon Martins Familie

Stand: 05.12.2019 08:38 Uhr

Der Fall des getöteten schwarzen Teenagers Treyvon Martin hatte die Rassismus-Debatte in den USA neu entfacht. Nun fordert der Todesschütze, Ex-Nachbarschaftswächter Zimmerman, Schmerzensgeld von der Familie des Opfers.

George Zimmerman, der 2012 den schwarzen Teenager Trayvon Martin in Florida getötet hatte, hat die Eltern des Jungen auf Schadenersatz verklagt. Er fordere mehr als 100 Millionen Dollar (90 Millionen Euro), teilte sein Anwalt Larry Klayman mit. Der Hauptzeuge der Anklage in dem Prozess im Jahr 2013 sei ein "Betrüger" gewesen, der "Falschaussagen geliefert hat, um Zimmerman zu belasten", erklärte Klayman.

Die Eltern von Trayvon Martin, ihr Anwalt Ben Crump und weitere Personen hätten sich abgesprochen, um eine Zeugenaussage zugunsten des Teenagers zu bekommen. Crump wies den Vorwurf als "unbegründet" zurück. Es handele sich um einen "schamlosen Versuch, aus dem Leben und der Trauer anderer Profit zu schlagen", erklärte er. Zimmerman wolle die Öffentlichkeit glauben machen, dass er ein "unschuldiges Opfer einer tiefen Verschwörung ist". Es gebe keinerlei glaubwürdige Beweise, "die diese haarsträubenden Behauptungen stützen", erklärte der Anwalt. "Diese Geschichte entbehrt jeder Logik."

Im Februar 2012 hatte der Nachbarschaftswächter den unbewaffneten 17-jährigen Martin nahe Orlando erschossen. Die Geschworenen stuften den Fall als Notwehr ein und sprachen ihn vom Vorwurf des schweren Totschlags frei. Der Fall löste landesweite Proteste und eine hitzige Debatte über Rassismus aus.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 05. Dezember 2019 um 06:30 Uhr.

Darstellung: