"Aedes aegypti"-Mücke in einem Labor

Zehntausend Zika-Infektionen Gesundheitsnotstand in Puerto Rico ausgerufen

Stand: 13.08.2016 11:50 Uhr

In Puerto Rico haben sich mehr als zehntausend Menschen mit dem Zika-Virus infiziert, jeder Zehnte davon ist eine Schwangere. Deshalb hat die Regierung in Washington nun den Gesundheitsnotstand für das Außenterritorium ausgerufen.

In Puerto Rico ist der Gesundheitsnotstand ausgerufen worden - wegen mehr als 10.000 Zika-Infektionen dort. Die Entscheidung von US-Gesundheitsministerin Sylvia Burwell erlaube es der Regierung in Washington, in das puertoricanischen Außenterritorium "zusätzliche Unterstützung zu liefern", teilte das Ministerium mit. Genauere Angaben zu dieser Untersützung gab es nicht.

In den vergangenen sieben Monaten infizierten sich in Puerto Rico nach Angaben der örtlichen Behörden 10.690 Menschen mit dem Zika-Virus, darunter 1035 schwangere Frauen. Allein in der vergangenen Woche seien mehr als 1900 Infektionen diagnostiziert worden.

Woher stammt das Zika-Virus?

Das Zika-Virus ist 1947 erstmals bei einem Affen aus dem Zikawald Ugandas in Afrika festgestellt worden. Es tauchte anschließend vereinzelt in Asien auf und wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen. Reisende, die binnen drei Wochen nach der Rückkehr aus einem von Zika betroffenen Land Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Hautrötungen feststellen, sollten laut RKI einen Arzt aufsuchen. Ein Bluttest kann dann definitiven Aufschluss geben.

Babys mit schweren Entwicklungsproblemen

Die von Mücken und in seltenen Fällen durch Geschlechtsverkehr übertragene Krankheit ist in der Regel ungefährlich. Bei Schwangeren kann sie jedoch dazu führen, dass ihre Babys mit Mikrozephalie geboren werden. In diesem Fall haben die Kinder einen ungewöhnlich kleinen Kopf, was zu schweren Entwicklungsproblemen führen kann.

Zika hat sich seit vergangenem Jahr schnell in ganz Lateinamerika ausgebreitet. Im Juli meldete der US-Bundesstaat Florida die ersten Fälle in den USA, bei denen sich die Betroffenen nicht bei Auslandsreisen, sondern daheim mit dem Zika-Virus infiziert hatten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. August 2016 um 14:24 Uhr

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