Irans Außenminsiter Mohammad Sarif. | Bildquelle: AP

Visumsstreit Irans Führung darf nun doch zu den UN

Stand: 20.09.2019 04:13 Uhr

Irans Präsident Rouhani und sein Außenminister Sarif haben nun doch ein Einreisevisum für die USA erhalten. An der UN-Vollversammlung in New York in der kommenden Woche können sie also teilnehmen.

Die USA haben der iranischen Führung einige diplomatische Stolpersteine auf dem Weg nach New York gelegt. In letzter Minute gab es dann doch das Okay aus Washington für hohen Besuch aus Teheran - allerdings nur zur Teilnahme an der UN-Vollversammlung.

Am späten Donnerstagabend bestätigte der Sprecher der iranischen UN-Mission, Alireza Miryousefi, dass Präsident Hassan Rouhani ein Visum bekommen habe, um sich an den Gesprächen zu beteiligen. Zuvor hatte Sarif die Erlaubnis der US-Behörden zur Einreise erhalten. Das teilte der iranische Außenamtssprecher Abbas Mussawi auf Twitter mit. 

Außenminister Mohammed Dschawad Sarif werde somit wie geplant schon heute Teheran Richtung New York verlassen, fügte der Sprecher hinzu.  Noch am Nachmittag hatte Sarif seinem US-Kollegen Mike Pompeo vorgeworfen, der iranischen Delegation Einreisevisa für die Teilnahme an der UN-Vollversammlung in New York verweigern zu wollen. Die USA seien aber verpflichtet, den UN-Delegationen Visa auszuhändigen. "Minister Mike Pompeo versucht jedoch, mit selbst fabrizierten Bestimmungen von dieser Verpflichtung abzuweichen", twitterte Sarif.

Treffen von Rouhani und Trump unwahrscheinlich

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gesagt: "Wenn es nach mir ginge, würde ich sie herkommen lassen." Pompeo hat den Iran direkt für die Angriffe auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht, zu denen sich zuvor die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen bekannt hatten. Sie werden vom Iran unterstützt. Trump will wegen der Angriffe die Sanktionen gegen den Iran "bedeutend verstärken". Teheran hat die US-Vorwürfe zurückgewiesen und jede Beteiligung bestritten. 

Die mehrtägige Generaldebatte der UN-Vollversammlung beginnt am kommenden Dienstag mit einem Bericht des UN-Generalsekretärs. Rouhanis Rede ist für Mittwoch geplant. Ein zeitweise für möglich gehaltenes Treffen Rouhanis mit Trump am Rande der UN-Vollversammlung gilt inzwischen jedoch als unwahrscheinlich.

US-Visum für iranischen Außenminister
Karin Senz, ARD Istanbul
20.09.2019 09:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. September 2019 um 05:16 Uhr.

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