Der venezolanische Oppositionsführer Guaidó | Bildquelle: REUTERS

Machtkampf in Venezuela General bekennt sich zu Guaidó

Stand: 02.02.2019 16:40 Uhr

In Venezuela haben rund hunderttausend Menschen für den selbst ernannten Interimspräsidenten Guaidó demonstriert. Der Oppositionspolitiker sagte, der Machtwechsel stehe kurz bevor. Staatschef Maduro kündigte Parlamentswahlen an.

In Venezuela hat sich erstmals ein ranghoher Militär von Präsident Nicolás Maduro losgesagt. In einem auf Twitter verbreiteten Video rief Luftwaffen-General Francisco Esteban Yánez Rodríguez das Militär dazu auf, Maduro die Gefolgschaft zu versagen und sich hinter den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó zu stellen.

Yánez sagte, Maduro sei ein Diktator und Guaidó sei sein rechtmäßiger Präsident. "Der Übergang zur Demokratie steht unmittelbar bevor." 90 Prozent der Streitkräfte seien gegen Maduro. Er berichtete, dass für Maduro stets zwei vollgetankte Flugzeuge bereitstünden, damit er außer Landes fliehen könne. Bislang war der Rückhalt des Militärs die größte Machtbasis für den Staatschef.

Zehntausende Menschen folgen Protestaufruf von Guaido
tagesschau 20:00 Uhr, 02.02.2019, Xenia Böttcher, ARD Mexico City

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Der venezolanische Luftwaffenchef, General Pedro Alberto Juliac Lartiguez, bezeichnete den Zwei-Sterne-General als "Verräter", der auch in Verbindung mit Korruptionsfällen stehe. Als Planungsoffizier habe er keine Truppen oder Flugzeuge unter seinem Befehl gehabt, schrieb Juliac Lartiguez auf seinem Twitter-Account.

Demonstrationen für und gegen Maduro geplant

Yánez ist nach eigenen Angaben für die strategische Planung der Luftwaffe zuständig. Seine Videobotschaft veröffentlichte er kurz vor geplanten Kundgebungen von Gegnern und Anhängern Maduros. Guaidó will mit dem "größten Protestmarsch in der Geschichte Venezuelas und unseres Kontinents" seiner Forderung nach einem Rückzug Maduros Nachdruck verleihen.

Zeitgleich mit dem Marsch der Opposition will Maduro auf einer Massenkundgebung seiner Anhänger den 20. Jahrestag der "Bolivarischen Revolution" feiern, mit der sein Vorgänger Hugo Chávez den potenziell reichen Ölstaat auf einen sozialistischen Kurs brachte. Diese Kundgebung findet etwa zehn Kilometer vom Marsch der Opposition entfernt statt. Die Furcht vor gewaltsamen Zusammenstößen ist groß.

Guaidó erkennt die Wiederwahl Maduros im vergangenen Jahr nicht an erkennt die Wiederwahl Maduros zum Staatschef im vergangenen Jahr nicht an und hat sich deswegen am 23. Januar bis zu einer demokratischen Neuwahl zum Interimspräsidenten erklärt. Die USA und einige andere Staaten haben ihn anerkannt. Die EU hat Maduro eine Frist bis zu diesem Wochenende gesetzt, eine Präsidenten-Neuwahl anzusetzen. Sollte er sie verstreichen lassen, will auch sie Guaidó als Interimspräsidenten anerkennen.

US-Vizepräsident Pence bei einer Rede über Venezuela | Bildquelle: dpa
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US-Vizepräsident Pence schloss einen US-Militäreinsatz in Venezuela nicht aus.

Pence: "Alle Optionen liegen auf dem Tisch"

Derweil erhöhten die USA den Druck auf Maduro. "Die Tyrannei von Maduro muss zu Ende gehen und zwar jetzt", sagte US-Vizepräsident Mike Pence in einer Rede vor Exil-Venezolanern in Florida, wie US-Medien berichteten. Die Zeit für Dialog sei vorbei, jetzt müsse gehandelt werden, erklärte er. Pence schloss auch eine US-Militärintervention nicht definitiv aus. "Alle Optionen liegen auf dem Tisch", sagte er.

Zehntausende bei Demo gegen Venezuelas Präsident Maduro
Markus Plate, ARD Mexiko-Stadt
02.02.2019 18:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 02. Februar 2019 tagesschau24 und Deutschlandfunk24 in den Nachrichten um 16:00 Uhr.

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