Der nordkoreanische Machthaber Kim, Chinas Präsident Xi und ihre Ehefrauen | Bildquelle: AP

Kim Jong-Un in China Überraschungsbesuch in Peking

Stand: 28.03.2018 07:23 Uhr

Es ist die erste Auslandsreise, seit er im Jahr 2011 die Macht übernahm. Der nordkoreanische Machthaber Kim hat sich in Peking mit Chinas Staatsführung getroffen.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Peking

Ausländische Medien hatten schon seit Montagabend über einen möglichen Besuch des nordkoreanischen Machthabers Kims Jung-Un in Peking spekuliert. Schließlich kam die offizielle Bestätigung durch Chinas staatlich kontrollierte Medien.

Der Fernsehsender CCTV berichtet seitdem fast ununterbrochen über Kims Besuch in China. In Dauerschleife werden Aufnahmen gezeigt vom Treffen Kims mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping: Die beiden schreiten über rote Teppiche, an militärischen Ehrengarden vorbei und besuchen gemeinsam mit ihren Ehefrauen ein festliches Bankett. Auch Dutzende weitere hochrangige Vertreter der beiden Staaten sind mit dabei - fast ausschließlich Männer.

Das erste Treffen zwischen Kim und Xi

Es war das erste Treffen zwischen Xi und Kim überhaupt. Die beiden sprachen über eine mögliche Lösung des Atomwaffen- und Raketenkonflikts. Kim betonte in Peking noch einmal, er sei bereit, sich auch mit den Präsidenten der verfeindeten Staaten Südkorea und USA, Moon Jae-In und Donald Trump, zu treffen. Termine wurden allerdings nicht genannt.

Chinas Nachrichtenagentur Xinhua zitiert Nordkoreas Staatschef mit der Aussage, die Frage der Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel könne gelöst werden. Südkorea und die USA müssten eine Atmosphäre des Friedens und der Stabilität schaffen.

Was Kim damit gemeint haben dürfte: Er ist theoretisch bereit, seine Atomwaffen aufzugeben, wenn er im Gegenzug die Garantie bekommt, uneingeschränkt an der Macht bleiben zu können. Und hier kommt China ins Spiel. Um Nordkorea langfristig und stabil wie bisher regieren zu können, braucht Kim die Rückendeckung des Nachbarlandes. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten hatten sich in den vergangenen Jahren aber deutlich abgekühlt.

Bei den Gesprächen zwischen den beiden Machthabern waren auch deren Ehefrauen anwesend. | Bildquelle: REUTERS
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Bei den Gesprächen zwischen den beiden Machthabern waren auch deren Ehefrauen anwesend.

Wer hat hier das Sagen?

Der Besuch Kims in Peking wird nun von der chinesischen Staatspropaganda als Wendepunkt in den chinesisch-nordkoreanischen Beziehungen dargestellt. Die harmonischen und festlichen Bilder sollen vermitteln: Wir vertragen uns wieder, beide Staaten wollen ihre Beziehungen ausbauen und Nordkorea kann sich auf China verlassen.

Gleichzeitig achtet die chinesische Staatspropaganda peinlichst genau darauf, dass die Bilder vom Treffen auch etwas anderes ganz klar zeigen: Es ist Chinas Staatschef Xi, der entschlossene Ansagen macht. Kim Jong-Un hingegen hört in erster Linie zu und macht sich artig Notzien.

Die Überraschungsreise Kims nach Peking zeigt: Eine mögliche Lösung des Atomkonflikts kann es nur mit China geben. Staatschef Xi will auf keinen Fall nur zusehen, wie Kim und Trump über eine Friedenslösung verhandeln.

Daniel Satra, ARD Peking, über den Besuch von Kim-Jong Un in Peking
tagesschau 12:00 Uhr, 28.03.2018

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Über dieses Thema berichteten am 28. März 2018 die tagesschau um 02:44 Uhr und Deutschlandfunk um 06:12 Uhr.

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