Ein Heißluftballon mit WWF-Logo fliegt im Norden Brasiliens über den Amazonas. | Bildquelle: AFP

Umweltstiftung WWF Kooperation mit kriminellen Wildhütern?

Stand: 05.03.2019 20:17 Uhr

Mitarbeiter des WWF sollen dem Magazin "Buzzfeed" zufolge mit Wildhütern zusammengearbeitet haben, die massive Folter angewendet haben sollen. Die Stiftung will die Vorwürfe umfassend untersuchen.

Die Umweltstiftung WWF sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt: Mitarbeiter sollen Wildhüter unterstützt haben, die im Verdacht stehen, Folter angewandt und sogar gemordet zu haben. Über die mögliche Zusammenarbeit berichtete das Online-Magazin "Buzzfeed".

Das Magazin beruft sich auf Recherchen, die etwa ein Jahr gedauert hätten und mehr als 100 Interviews und die Sichtung von Tausenden Dokumenten umfasst hätten. Dabei seien Fälle in Afrika und Asien bekannt geworden.

Stellte WWF folternden Ranger ein?

Einer dieser Fälle stammt aus dem Jahr 2006: Wildhüter hätten einen Mann brutal geschlagen und gefoltert - laut "Buzzfeed" wegen des Verdachts, er habe mit seinem Sohn das Horn eines Rhinozeros vergraben wollen. Anschließend kam der Mann ins Gefängnis, wo er neun Tage später starb.

In Kamerun sollen Ranger 2017 einen elf Jahre alten Jungen vor den Augen seiner Eltern gefoltert haben. Der WWF habe sich anschließend nicht nur dafür eingesetzt, dass die Anklage gegen die beschuldigten Wildhüter fallen gelassen werde, die Stiftung habe sogar einen der Ranger eingestellt.

"Menschenrechte gehören zum Kernbereich unserer Mission"

Der WWF zeigte sich über die Anschuldigungen schockiert und kündigte eine unabhängige Untersuchung an. "Wir nehmen jegliche Vorwürfe sehr ernst", teilte der Londoner Sitz der Stiftung mit: "Menschenrechte gehören zum Kernbereich unserer Mission."

Auch der deutsche Ableger der 1961 gegründeten Stiftung reagierte bereits auf den Bericht: Er engagierte Markus Löning, der die Aufklärung unterstützen soll. Löning war von 2010 bis Anfang 2014 Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung. Die Stiftung kündigte bis voraussichtlich April einen ersten Zwischenbericht an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. März 2019 um 20:00 Uhr.

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