Ein Teil des verunglückten Frachters "Wakashio" vor Mauritius wird im Meer versenkt. | Bildquelle: via REUTERS

Nach Schiffsunglück Großes Wrackteil vor Mauritius versenkt

Stand: 25.08.2020 14:29 Uhr

Der größere Teil des vor Mauritius havarierten Frachters "Wakashio" ist versenkt worden. Umweltschützer hatten davor gewarnt - sie fürchten, dass am Meeresboden giftige Schwermetalle freigesetzt werden.

Einen Monat nach dem Unglück des japanischen Frachters "Wakashio" vor der Küste Mauritius ist der größere Teil des Wracks versenkt worden. Der zuständige Krisenstab der Behörden von Mauritius teilte mit, dass der längere der zwei Wrackteile erfolgreich sehr tief im Meer versenkt worden sei.

Bereits am Donnerstag hatten zwei Schleppschiffe damit begonnen, das Wrackteil aufs offene Meer zu bringen. Nach Angaben der Behörden wurde es zunächst von Öl und Trümmerteilen befreit, bevor es dann mit Meerwasser gefüllt und in 3180 Metern Tiefe im Indischen Ozean versenkt wurde.

Greenpeace sorgt sich um Artenvielfalt

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte vor dem Versenken des Wrackteils gewarnt. Sie befürchtet, dass die Artenvielfalt in dem Meeresgebiet bedroht wird, sollten giftige Schwermetalle aus dem Wrack freigesetzt werden.

Das 300 Meter lange Schiff war am 25. Juli auf ein Riff aufgelaufen und hatte in der Folge 800 bis 1000 Tonnen Öl verloren. Zwei Wochen nach dem Unglück brach der Frachter auseinander. Wie es zu dem Unfall kam, ist noch unklar. Der Schiffskapitän und sein Steuermann wurden festgenommen.

Schiffsunglück trifft Mauritius schwer

Nach Angaben von Greepeace handelt es sich um "eine der schlimmsten ökologischen Krisen, die dieser kleine Inselstaat jemals erlebt hat"“. Die Unfallstelle liegt in der Nähe von zwei Naturschutzgebieten.

Fischereiminister Sudheer Maudhoo sagte, sein Land sei zum ersten Mal mit einer derartigen Krisensituation konfrontiert: "Wir sind dafür unzureichend ausgerüstet." Mit Säcken versuchten Anwohner, eine Barriere gegen das auslaufende Öl zu errichten.

Für Mauritius bedeutet das Schiffsunglück sowohl ökologisch als auch ökonomisch einen schweren Schlag. Der Inselstaat mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern ist in hohem Maße abhängig von seinen Küstengebieten - nicht nur wegen des Fischfangs, sondern auch wegen der nach Regierungsangaben jährlich 1,4 Millionen Touristen, die von den Korallenriffen, den weißen Stränden und der Artenvielfalt angelockt werden.

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