Sicherheitskräfte in der US-Stadt Kenosha | AFP

Proteste in Wisconsin Festnahme nach tödlichen Schüssen

Stand: 27.08.2020 02:41 Uhr

Nach den Protesten in Kenosha mit zwei Todesopfern ist ein 17-jähriger Mordverdächtiger in Gewahrsam genommen worden. US-Präsident Trump kündigte an, die Nationalgarde zu entsenden.

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Menschen während der Proteste in Kenosha ist ein 17-Jähriger festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte nach Angaben der Polizei in Antioch, etwa 25 Kilometer von Kenosha entfernt. Er stehe unter Mordverdacht, sagte Polizeichef Norman Johnson. Möglicherweise gehört er einer weißen Bürgerwehr an.

Im Internet kursierte ein Handyvideo, in dem ein junger weißer Mann zu sehen war, der mitten auf der Straße mit einem halbautomatischen Gewehr das Feuer eröffnete. Augenzeugen zufolge erschoss er erst eine Person, wurde dann beinahe von Umstehenden überwältigt und feuerte anschließend wild um sich. Das genaue Motiv des Täters ist noch unklar.

Ermittler: Blake hatte Messer im Auto

In Kenosha waren gestern hunderte Menschen gegen Polizeigewalt auf die Straße gegangen. Auslöser der Proteste war ein Vorfall am Sonntag, bei dem Polizisten dem 29-jährigen Afroamerikaner Jacob Blake im Beisein seiner Kinder mehrfach in Rücken geschossen hatten.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden habe Blake ein Messer in seinem Fahrzeug gehabt. Das Messer sei auf dem Boden des Innenraums auf der Fahrerseite sichergestellt worden, sagte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Wisconsin, Joshua Kaul. Der Mann habe den Polizisten zuvor "an einem bestimmten Punkt" gesagt, dass er ein Messer habe, sagte Kaul. In dem Auto seien keine weiteren Waffen gefunden worden.

Als Reaktion auf die Schüssen auf Blake hat die Basketball-Liga NBA drei für gestern geplante Spiele verschoben. Die Liga-Verantwortlichen reagierten damit auf einen Spiel-Boykott der Mannschaft Milwaukee Bucks. Die Mannschaft aus Wisconsin hatte die geplante Partie gegen Orlando Magic boykottiert, um gegen die Polizeischüsse gegen Blake zu demonstrieren. Die NBA verschob in der Folge alle drei für den Tag geplanten Spiele.

Trump schickt Nationalgarde nach Wisconsin

Derweil stationiert das US-Justizministerium nun Beamte in der Stadt Kenosha. Das Ministerium "hat mehr als 200 Mitarbeiter des FBI, der Bundespolizeibehörde ATF und des US-Marshals Service (USMS)eingesetzt, um die staatlichen und lokalen Strafverfolgungsbehörden bei der Reaktion auf die Unruhen und Ausschreitungen zu unterstützen", schrieb Sprecherin Kerri Kupec auf Twitter. Kenosha könne nach Bedarf mit zusätzlichen Bundesmitteln versorgt werden.

Zuvot hatte US-Präsident Donald Trump auf Twitter angekündigt, die Nationalgarde und Bundespolizisten nach Kenosha zu entsenden. Der Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, habe dem zugestimmt.

Evers teilte zugleich mit, er habe den Einsatz von 500 weiteren Nationalgardisten angeordnet. Trotz einer nächtlichen Ausgangssperre war es in Kenosha zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten warfen in der Nähe des Gerichtsgebäudes Feuerwerkskörper, Flaschen und Gegenstände auf Polizisten. Diese setzten Tränengas und Gummigeschosse ein.

Über dieses Thema berichteten die Tagesthemen am 26.08.2020 um 22.15 Uhr sowie Inforadio am 26. August 2020 um 18:09 Uhr.

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KOMMENTARE

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derkleineBürger 27.08.2020 • 00:20 Uhr

Aha. Trump schickt die

Aha. Trump schickt die Nationalgarde. Soldaten.Soldaten gegen das eigene Volk. Gegen das eigene Volk,dass dagegen protestiert von den Polizisten niedergeschossen zu werden.