Heftige Regenschauer ziehen über Miami hinweg, als der Tropensturm "Eta" sich Floridas Küste nähert | AFP

Nach Verwüstungen in Zentralamerika "Eta" erreicht Florida

Stand: 09.11.2020 08:21 Uhr

Tropensturm "Eta" ist über Kuba gezogen und hat die Inselgruppe Florida Keys erreicht. Das Nationale Hurrikanzentrum gab Sturmflutwarnungen aus, der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt.

Der Tropensturm "Eta" bedroht Teile des US-Bundestaates Florida. Das US-Hurrikanzentrum in Miami warnte vor schweren Regenfällen und lebensgefährlichen Überflutungen in Teilen des Südostens der Halbinsel. Mit Windgeschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde zog er nordwestwärts Richtung Festland.

Für die Florida Keys gab das Nationale Hurrikanzentrum Hurrikan- und Sturmflutwarnungen aus. Strände, Häfen und Coronavirus-Teststationen wurden geschlossen, der öffentliche Nahverkehr eingestellt und Bewohnern geraten, sich nicht draußen aufzuhalten. Im Bezirk Broward soll heute der Präsenzunterricht ausfallen, auch in Miami wurde dies erwartet.

Erdrutsche begruben Dörfer

Am Sonntag war "Eta" mit heftigen Regenfällen über Kuba gezogen. Flüsse waren über die Ufer getreten und Küstengebiete überflutet worden. 25.000 Menschen waren zuvor aus dem Gebiet geholt worden. Berichte über Tote gab es auf Kuba zunächst nicht.

Eine Schlammlawine hat ein Dorf in Guatemala begraben. | AFP

Wie hier in Guatemala wurden zahlreiche Dörfer von Schlammlawinen getroffen. Bild: AFP

"Eta" hatte zuvor als Hurrikan die Länder Nicaragua, Honduras, Guatemala, Panama und Costa Rica getroffen. Tausende mussten ihre Häuser verlassen, teilte das Deutsche Rote Kreuz mit. Dörfer seien teils vollständig unter Schlammmassen begraben worden. "Eta" verursachte schwere Erdrutsche und Überschwemmungen. Er entwurzelte Bäume und deckte Dächer ab. Laut Rotem Kreuz starben allein in Guatemala mehr als 150 Menschen. In Südmexiko starben offiziellen Zahlen zufolge mindestens 20 Menschen umgekommen, in Honduras 21.

Katastrophe inmitten der Corona-Krise

Derzeit stehe die Rettung, medizinische Versorgung und sichere Unterbringung der betroffenen Menschen im Mittelpunkt, sagte DRK-Generalsekretär Christian Reuter. Kommunikation und Zugang würden jedoch erschwert, weil viele Gebiete in abgelegenen Regionen betroffen seien. Zudem seien vielerorts Straßen, Brücken und Stromleitungen zerstört worden.

Die Katastrophe treffe die Länder in einer ohnehin prekären Lage, sagte Reuter. Wegen Quarantäne und anderen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus kämpften viele Menschen mit Verdiensteinbußen. Geschäfte seien geschlossen, Gesundheitssysteme überlastet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. November 2020 um 09:00 Uhr.