Soldaten durchsuchen die Trümmer eines Hauses in Guatemala. | Bildquelle: REUTERS

Mehr als 150 Tote in Mittelamerika Hurrikan "Eta" hinterlässt Zerstörung

Stand: 08.11.2020 16:36 Uhr

Die Katastrophe trifft Zentralamerika mitten in der Corona-Krise: Millionen Menschen kämpfen mit den Folgen des Wirbelsturmes "Eta". Die Suche nach Verletzten und Toten wird durch beschädigte Straßen und Brücken erschwert.

Millionen Menschen in Zentralamerika sind nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von den Folgen des Wirbelsturms "Eta" betroffen. Tausende mussten ihre Häuser verlassen, teilte die Hilfsorganisation mit. Dörfer seien teils vollständig unter Schlammmassen begraben worden.

Der Hurrikan "Eta" hatte in den vergangenen Tagen schwere Erdrutsche und Überschwemmungen verursacht. Er entwurzelte Bäume und deckte Dächer ab. Laut Rotem Kreuz starben allein in Guatemala mehr als 150 Menschen.

"Eta", der die Länder Nicaragua, Honduras, Guatemala, Panama und Costa Rica traf, ist der 28. Tropensturm im Atlantik in der laufenden Saison. So viele gab es bislang nur im Jahr 2005. Mittlerweile hat sich "Eta" abgeschwächt und die Südwestküste Kubas erreicht.

Eine Schlammlawine hat ein Dorf in Guatemala begraben. | Bildquelle: AFP
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Wie hier in Guatemala wurden zahlreiche Dörfer von Schlammlawinen getroffen.

Katastrophe inmitten der Corona-Krise

Derzeit stehe die Rettung, medizinische Versorgung und sichere Unterbringung der betroffenen Menschen im Mittelpunkt, sagte DRK-Generalsekretär Christian Reuter. Kommunikation und Zugang würden jedoch erschwert, weil viele Gebiete in abgelegenen Regionen betroffen seien. Zudem seien vielerorts Straßen, Brücken und Stromleitungen zerstört worden.

Die Katastrophe treffe die Länder in einer ohnehin prekären Lage, sagte Reuter. Wegen Quarantäne und anderen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus kämpften viele Menschen mit Verdiensteinbußen. Geschäfte seien geschlossen, Gesundheitssysteme überlastet.

Papst bittet um Hilfe für Opfer

Papst Franziskus rief zur Unterstützung der betroffenen Menschen auf. Der Wirbelsturm habe "viele Opfer gefordert und beträchtliche Schäden verursacht, die durch die ohnehin schon schwierige Lage der Pandemie noch verschlimmert wurden", sagte das Kirchenoberhaupt.

Hurrikan Eta sorgt in Mittelamerika für Zerstörung und Todesopfer
Anne Demmer, RBB
09.11.2020 05:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. November 2020 um 00:00 Uhr.

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