Im Parcours vorbei an der Mona Lisa: der Louvre ist wieder offen | Bildquelle: AFP

Pariser Louvre öffnet wieder Per Parcours zur Mona Lisa

Stand: 06.07.2020 10:11 Uhr

Nach monatelanger Corona-Pause ist seit heute wieder der Pariser Louvre geöffnet - unter strengen Hygieneregeln: Damit sich die Besucher nicht entgegenkommen, hat das Museum ein spezielles Wegekonzept entwickelt.

Von Sabine Wachs, ARD-Studio Paris

Keine langen Schlangen am Eingang, kein Massenandrang vor der Mona Lisa - dafür viel Platz und Ruhe: Das erwartet die Besucher des Pariser Louvre in diesem Sommer. Fast zehn Millionen Besucher waren vergangenes Jahr im Louvre, 30.000 bis 40.000 im Schnitt pro Tag.

Bis sich so viele Menschen wieder täglich durch die Museumsgänge schieben werden, wird es noch lange dauern, sagt Jean-Luc Martinze, Direktor des Louvre:

"Ich gehe davon aus, dass wir maximal zwischen 4000 und 5000 Besucher pro Tag haben werden. Vor allem auch, weil keine Chinesen oder Amerikaner kommen werden. Sie machen rund 80 Prozent der Besucher aus. 5000 Besucher pro Tag - so viele haben wir allerhöchstens mal im Februar. Und dann hat man das Museum gefühlt ganz für sich."

Begrenzte Anzahl von Besuchern

Nicht nur, weil die nicht-europäischen Besucher fehlen, wird es im Louvre relativ leer sein. Die Hygiene- und Abstandsregeln, die das Museum einhalten muss, verlangen auch, dass die Besucherzahlen drastisch gesenkt werden.

"Alles getan, um Abstand zu gewährleisten"

Am Eingang und im Saal, in dem Leonardo da Vincis Mona Lisa hängt, wurden besondere Regelungen getroffen. Schon lange gibt es hier für die Besucher ein Leitsystem ähnlich wie an Flughäfen: "Am Eingang bei der Pyramide und im Saal der Mona Lisa haben wir alles getan, um den Abstand zwischen Besuchern gewährleisten zu können", sagt Museumsdirektor Martinez.

Blaue Punkte wurden auf den Boden aufgemalt. Auf ihnen sollen die Besucher warten, bis sie ins Museum können oder die Mona Lisa anschauen können.

Der Louvre finanziert sich zur Hälfte selbst, vor allem über den Verkauf von Eintrittskarten. Die andere Hälfte deckt der Staat ab.

Durch die coronabedingte Zwangspause musste das Museum große finanzielle Einbußen hinnehmen, sagt Martinez: "Mit dem Ticketverkauf, der Buchhandlung oder den Restaurants nehmen wir normalerweise rund zehn Millionen Euro im Monat ein. Wir haben während der Schließung rund 40 Millionen Euro verloren."

Mit starken Sicherheitsvorkehrungen wird der Weg im Louvre zur "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci, die durch Panzerglas geschützt ist, geregelt. | Bildquelle: dpa
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Mit starken Sicherheitsvorkehrungen wird der Weg im Louvre zur "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci geregelt.

Viele Werke nicht zu sehen

Auch nach der heutigen Wiedereröffnung wird es weiter finanzielle Einbußen geben. Der Louvre wird erst einmal nur rund 70 Prozent seiner Ausstellungsfläche öffnen, mehr als 35.000 Werke können wieder besichtigt werden. Museumsdirektor Martinez:

"Die ägyptische Sammlung ist offen, auch die Säle der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts und die Sammlung italienischer Skulpturen sind komplett zugänglich. Die Besucher können die Meisterwerke wie die Mona Lisa oder die Venus von Milo bewundern, aber auch weniger bekannte Werke sind zugänglich. Alles, was im Erdgeschoss und in der ersten Etage ist, wird für die Besucher geöffnet sein."

Nur Online-Tickets für bestimmte Zeit möglich

Im gesamten Museum gilt eine Maskenpflicht. Außerdem wurde ein Besucher-Parcours entwickelt - eine Art Einbahnstraße, damit sich die Besucher nicht entgegenkommen. Tickets müssen im Voraus online und für eine bestimmte Uhrzeit gebucht werden.

Der Louvre eröffnet wieder nach der Corona-Zwangspause
Sabine Wachs, ARD Paris
06.07.2020 08:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Juli 2020 um 08:15 Uhr.

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