Eine Mitarbeiterin der WHO mit Bewohnern in Mangina im Kongo | Bildquelle: dpa

Nach Epidemie-Ausbruch im Kongo WHO warnt vor Ausbreitung von Ebola

Stand: 18.10.2018 11:25 Uhr

Die WHO warnt nach dem Ebola-Ausbruch im Kongo vor einer Ausbreitung des Virus in weitere Länder. Es gebe keinen Notstand. Dennoch hätten die betroffenen Länder personelle und materielle Unterstützung erhalten.

Im Kongo wächst die Zahl der Ebola-Fälle. Das Gesundheitsministerium meldete sechs neue Ansteckungen und drei neue Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte angesichts der tödlichen Epidemie in dem Land neun Nachbarländer vor einer Ausbreitung der Krankheit. Das Risiko sei in Uganda, Ruanda, Burundi und Südsudan besonders hoch, teilte die WHO in Genf mit. Die betroffenen Länder hätten bereits personelle und materielle Unterstützung erhalten.

Ein Expertengremium der WHO äußerte sich zwar sehr besorgt über die Epidemie im Nordwesten des Kongos, ein internationaler Gesundheitsnotstand müsse jedoch noch nicht ausgerufen werden, hieß es. Von Anfang Mai bis Mitte Oktober seien 216 bestätigte und mögliche Ebola-Infektionen bei Menschen in den nordöstlichen Provinzen Nord-Kivu sowie Ituri an de Grenze zu Ruanda beziehungsweise Uganda erfasst worden. Davon seien 139 tödlich verlaufen.

Ein MItarbeiter besprüht seinen Kollegen mit Desinfektionsmittel | Bildquelle: AP
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In einem Behandlungszentrum für Ebola in Beni im Osten des Kongos besprüht ein Mitarbeiter seinen Kollegen mit Desinfektionsmittel.

Anhaltende Gewalt im Kongo

Laut WHO behindert die anhaltende Gewalt in den betroffenen Gebieten der Demokratischen Republik Kongo die Bekämpfung des Ebola-Virus. Für Fachkräfte sei es aufgrund der Gefechte oft unmöglich, Ebola-Patienten oder mutmaßliche Neu-Infizierte zu besuchen und zu behandeln.

Laut den UN sind in Nord-Kivu mehr als eine Million Menschen vor bewaffneten Gruppen geflohen. Mehr als 100 Milizen und Banden terrorisierten dort die Zivilbevölkerung.

Gegen das Ebola-Virus gibt es noch kein abschließend getestetes Heilmittel und keine zugelassene Schutzimpfung. Bei der bislang schlimmsten Ebola-Epidemie 2013/14 starben in Guinea, Sierra Leone und Liberia insgesamt 11.300 Menschen. Die WHO hatte den Ausbruch damals unterschätzt und war massiv kritisiert worden.

Ebolagebiete in Afrika
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Das Risiko für einen Ebola-Ausbruch sei in Uganda, Ruanda, Burundi und Südsudan besonders hoch, teilte die WHO in Genf mit.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Oktober 2018 um 11:00 Uhr.

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