Die Aufnahme eines Auges erscheint auf einer großen Leinwand | Bildquelle: REUTERS

Warnung der WHO Milliarden Menschen mit Sehbehinderungen

Stand: 08.10.2019 16:59 Uhr

Von Kurzsichtigkeit bis Erblindung - die Menschheit hat zunehmend Augenprobleme. Etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung sind betroffen. Dabei wären viele Sehbehinderungen zu vermeiden, so die Weltgesundheitsorganisation.

Von Dietrich Karl Mäurer, ARD-Studio Zürich

Weltweit haben mindestens 2,2 Milliarden Menschen eine Sehbehinderung oder sind erblindet. Mindestens eine Milliarde von ihnen haben eine Sehbehinderung, die hätte verhindert werden können - zum Teil mit einfachsten Mitteln. Das betont die Weltgesundheitsorganisation in Genf vor dem Welttag des Sehens.

Erstmals stellte die WHO nun einen umfassenden Bericht zur aktuellen Lage rund ums Sehen und Augenerkrankungen vor. Darin ist ein erschreckender Trend beschrieben: Die Zahl der Sehstörungen und Augenerkrankungen nimmt zu - aus verschiedenen Gründen:

"Die zunehmende Alterung der Bevölkerung ist einer der Risikofaktoren für viele Augenerkrankungen, zum anderen sind es auch unsere Alltagsgewohnheiten", erklärt Cieza Alarcos von der WHO. "Wir verbringen nicht genügend Zeit im Freien, sondern sind zu lange in geschlossenen Räumen und starren zum Beispiel auf unsere Computer." Dadurch würden mehr Menschen kurzsichtig.

WHO warnt vor steigender Zahl von Augenkrankheiten
tagesschau 17:00 Uhr, 08.10.2019, Wolfgang Wanner, ARD Genf

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Sehbehinderungen werden Zivilisationskrankheit

Auch die steigende Anzahl von Diabetes-Kranken führe zu mehr Augenkrankheiten, so die WHO. Denn Zuckerkranke entwickelten oft Schäden an der Netzhaut. Viele der Erkrankungen in aller Welt könnten vermieden oder geheilt werden, sagt Alarcos, die bei der WHO das Programm rund ums Sehen leitet: "Wir dürfen eine Sehbehinderung nicht als Teil des Alterungsprozesses akzeptieren", fordert sie. "Es gibt Behandlungsmöglichkeiten, zum Beispiel für den grünen und den grauen Star. Man muss nicht mit einer solchen Sehbehinderung leben. Sehstörungen können vermieden werden."

Ein Optiker misst die Sehschärfe eines Kunden. | Bildquelle: AFP
galerie

Ein Optiker misst die Sehstärke eines Kunden. Oft warten Betroffene zu lange, ehe sie für ihre Probleme professionelle Hilfe suchen.

Vorsorgemangel hier, Unterversorgung dort

In vielen ärmeren Ländern, darauf verweist die WHO, mangele es allerdings an Fachärzten und Behandlungsmöglichkeiten. Auch in reichen Industrieländern - wo es genug Augenärzte gibt - müssen eigentlich vermeidbare Sehstörungen, die bis hin zu Erblindungen führen, diagnostiziert werden.

Der Grund hier: Die Menschen gehen oft erst zu spät zum Augenarzt. "In der Regel kommen die Leute als Notfall, weil eben eine schwere Sehstörung schon eingetreten ist", sagt Gabriele Thumann, die Direktorin der Universitäts-Augenklinik Genf. Auch sie verweist auf erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeiten. Denn eine Erblindung und auch ein schwerwiegender Sehverlust seien in den meisten Fällen vermeidbar.

"Wir haben sehr effektive Medikamente und auch chirurgische Verfahren. Die sind aber dann am besten wirksam, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden", so Thumann. Deswegen sei es ganz entscheidend, dass die Menschen zur Kontrolle kommen. "Regelmäßige Kontrolle, damit wir eben frühzeitig mit der Behandlung oder einer Prävention einsetzen können."

WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus sagt, Augenerkrankungen und Sehstörungen seien weit verbreitet und blieben viel zu oft noch unbehandelt. Seine Forderung daher: Staaten müssten die Gesundheitssysteme so gestalten, dass Menschen, die Augenheilkunde benötigten, behandelt werden können. Und zwar ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

WHO warnt - mehr Augenprobleme durch veränderte Lebens- und Arbeitsgewohnheiten
Dietrich Karl Mäurer, ARD Zürich
08.10.2019 16:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Oktober 2019 um 17:00 Uhr.

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