Weltraumschrott kreist um die Erde
Hintergrund

Raumfahrt Bedrohliche Altlasten im All

Stand: 23.03.2009 12:08 Uhr

Seit Beginn der Raumfahrt mit dem sowjetischen Satelliten "Sputnik", der 1957 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte, haben die Menschen das All in einen Schrottplatz verwandelt.

Sputnik 1 umkreist die Erde

Der Start der Sputnik 1

Der Abfall stammt überwiegend aus rund 180 Explosionen von Raketen und Satelliten. Neben ausgebrannten Raketenstufen rasen auch von Astronauten verlorene Handschuhe und Schraubendreher mit rund 28.000 Kilometer pro Stunde um die Erde.

Weltraumschrott kreist um die Erde

Weltraumschrott: Computersimulation der ESA

35 Millionen winzige Überreste

Inzwischen umkreisen schätzungsweise mehr als 110.000 menschengemachte Müllteile die Erde. Die meisten dieser Schrottteile sind nicht größer als Kieselsteine. Die amerikanische und russische Raumüberwachung beobachtet nur die Bahnen von etwa 10.000 Trümmerstücken ab einem Durchmesser von zehn Zentimetern, um Zusammenstöße mit noch funktionierenden Satelliten zu vermeiden. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA kreisen außerdem schätzungsweise rund 35 Millionen Teilchen mit einem Durchmesser von weniger als einem Zentimeter durchs All.

Nahaufnahme der Parabolantenne (Foto: NASA)

Diese Parabolantenne des Hubble-Weltraumteleskops wurde von einem Schrottteil durchschlagen (siehe Vergrößerung).

"Mir"-Absturz im Pazifik, "Sputnik 4" in Wisconsin

Dem US-Raumfahrtkommando zufolge sind in den letzten Jahrzehnten mehr als 17.000 Objekte auf der Erde eingeschlagen. Im Jahr 2002 traf ein Teil einer 1985 gestarteten Ariane-Rakete ein Haus in Uganda. Die 15 Jahre alte russische Raumstation "Mir" stürzte nach ihrer Aufgabe 2001 bei einem kontrollierten Absturz in den Pazifik vor Neuseeland.

Männer inspizieren das Schrottteil.

Ein US-Nutzlastmodul landete 2001 in der saudiarabischen Wüste.

Die ersten derartigen Zwischenfälle gab es 1962. Damals stürzten ein Bruchstück einer amerikanischen Atlas-Rakete auf eine Farm in Südafrika und ein Eisenteil des sowjetischen "Sputnik 4" auf eine Straßenkreuzung im US-Staat Wisconsin.