Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei der Eröffnung des Friedensforums. | Bildquelle: AP

Weltkriegsgedenken in Paris Gegen "nationalistische Selbstherrlichkeit"

Stand: 11.11.2018 20:11 Uhr

Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron nutzen die Gedenkzeremonie zum Ende des Ersten Weltkriegs, um vor nationalistischem "Scheuklappendenken" zu warnen. Nicht bei allen scheint die Botschaft anzukommen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben auf der Gedenkfeier zum Ende des Ersten Weltkriegs in Paris vor dem Erstarken des Nationalismus gewarnt.

Eindringliche Warnungen vor neuem Nationalismus
tagesschau 20:00 Uhr, 11.11.2018, Sabine Rau, ARD Berlin

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Merkel nutzte ihre Rolle als Eröffnungsrednerin eines dreitägigen Friedensforums zu einem Plädoyer für die internationale Zusammenarbeit. Frieden sei 100 Jahre nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 "alles andere als selbstverständlich". Der Konflikt, den viele Historiker als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnen, habe gezeigt, "wohin nationale Selbstherrlichkeit und militärische Überheblichkeit führen können", warnte die Kanzlerin, ohne US-Präsident Donald Trump und seine Devise "America first" namentlich zu erwähnen.

Sie sei in Sorge, "dass sich wieder nationales Scheuklappendenken ausbreitet", sagte Merkel. "Wir sehen doch, dass internationale Zusammenarbeit, friedlicher Interessenausgleich, ja selbst das europäische Friedenswerk wieder in Frage gestellt werden", beklagte sie.

Merkel warnte vor der "Bereitschaft, Eigeninteressen schlimmstenfalls wieder mit Gewalt durchzusetzen." Mit Blick auf die Kriege in Syrien und im Jemen forderte sie: "Wir dürfen uns einfach mit den bewaffneten Konflikten nicht abfinden."

Politische Lösung für Syrien und den Jemen

Für Syrien müsse eine politische Lösung gefunden werden und im Jemen, wo sich die derzeit größte humanitäre Katastrophe weltweit abspiele, müsse das Blutvergießen enden. Die Kanzlerin mahnte an, mangelnde Dialogbereitschaft dürfe nicht die Oberhand gewinnen - denn der Erste Weltkrieg sei auch das schreckliche Resultat von Sprachlosigkeit gewesen.

Zugleich warb sie vor Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt dafür, die Vereinten Nationen (UN) zu unterstützen. Auch wenn es immer wieder Kritik an der Institution gebe, handle es sich um eine wesentliche Errungenschaft für die Welt. Für die UN gelte es heute, die Prävention von Konflikten in den Fokus zu stellen. "Kein Staat, keine Religion, keine Bevölkerungsgruppe und kein einzelner Mensch darf von uns abgeschrieben werden."

Trump nimmt nicht an Friedensforum teil

Zuvor hatte Frankreichs Präsident Macron bereits in einer bewegenden Rede am Triumphbogen vor der Fragilität des Friedens und den Gefahren des Nationalismus gewarnt. Er rief dazu auf, der "Faszination für Abschottung, Gewalt und Dominanz" zu widerstehen.

"Patriotismus ist (...) genau das Gegenteil von Nationalismus. Der Nationalismus ist sein Verrat", warnte er. Seine Worte schienen auch an US-Präsident Donald Trump gerichtet zu sein, der mit versteinertem Gesicht zuhörte.

Weltweite Gedenken an Weltkriegsopfer
tagesschau, 11.11.2018

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Gespräch zwischen Trump und Putin

Anders als Russlands Präsident Wladimir Putin nahm Trump an der Eröffnung des Friedensforums nicht teil. Er besuchte einen amerikanischen Soldatenfriedhofs bei Paris, um der Gefallenen zu gedenken.

Er wolle den tapferen Amerikanern Anerkennung zollen, die in dem Krieg ihr Leben gelassen hätten, sagte Trump bei einer Zeremonie auf dem Friedhof in Suresnes und erinnerte an den hohen Blutzoll, den die Alliierten vor 100 Jahren für den Sieg gezahlt hätten: Mehr als eine Million französische und 116.000 US-Soldaten seien gefallen. Zuvor war Trump kritisiert worden, weil er und First Lady Melania Trump am Samstag den Besuch eines anderen US-Soldatenfriedhofs in Frankreich wegen schlechten Wetters abgesagt hatten.

Bei einem Mittagessen der Staats- und Regierungschefs im Elysée-Palast führten Trump und Putin eine kurze Unterredung, an der sich auch Merkel und Macron stellenweise beteiligten. In dem Gespräch ging es unter anderem um die Konfliktherde Syrien, Iran und Nordkorea, hieß es aus Macrons Umfeld. Putin bewertete die Unterredung vor seiner Abreise nach Moskau als "gut".

Als einziger EU-Staat entsandte Ungarn keinen hochrangigen Vertreter zu der Gedenkfeier nach Paris. Gegen die Regierung Viktor Orbans hat das Europaparlament im September wegen Verletzung der EU-Grundwerte ein Strafverfahren gegen das Land eingeleitet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. November 2018 um 20:00 Uhr.

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