eine Frau im Bewerbungsgespräch mit einem Mann | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie

Weltfrauentag Viel Arbeit bis zur Gleichberechtigung

Stand: 08.03.2018 04:20 Uhr

Von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau kann in der deutschen Arbeitswelt noch keine Rede sein. Der Anstieg bei der Beschäftigungsquote ist trügerisch.

Von Ute Schyns, WDR

Die gute Nachricht vorweg: Immer mehr Frauen in Deutschland sind berufstätig. Die Beschäftigungsquote ist zuletzt auf 71,7 Prozent gestiegen, zeigen die Statistiken der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die im dritten Quartal 2017 erstellt wurden. Damit steht Deutschland im internationalen Vergleich mittlerweile ziemlich gut da.

Spitzenreiter bei der Beschäftigungsquote von Frauen ist nach der OECD-Statistik das kleine Island mit knapp 83 Prozent. Schlusslichter in der EU bilden dagegen Italien mit rund 49 Prozent und Griechenland mit 44,6 Prozent.

Mehr Frauen in Deutschland erwerbstätig

"Deutschland hat bei der Erwerbstätigkeit von Frauen in den vergangenen zehn Jahren deutlich aufgeholt", sagt Katharina Wrohlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Nach den Berechnungen der EU-Statistikbehörde Eurostat im Zeitraum von 2006 bis 2016 um fast zehn Prozentpunkte.  

Dazu hat auch der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder beigetragen. Wrohlich merkt allerdings kritisch an, dass der Anstieg bei der Beschäftigungsquote vor allem darauf zurückzuführen sei, dass mehr Frauen in Teilzeit arbeiten. Die Zahl der Vollzeitstellen habe dagegen kaum zugenommen.

Die Teilzeitquote von Frauen in Deutschland ist im internationalen Vergleich besonders hoch. Innerhalb der EU hatte Deutschland nach Angaben des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) mit 47 Prozent eine der höchsten Teilzeitquoten von Frauen.

Karrierekiller Teilzeitarbeit

Problematisch sei das vor allem mit Blick auf die weitere Karriereplanung, betont Wrohlich: "Analysen zeigen, dass längere Phasen von Teilzeit ein Karrierekiller sein können und zu deutlichen Einbußen beim Gehalt führen - und natürlich auch später bei der Rente."

Kritiker sehen vor allem die Politik in der Pflicht. So führe das Ehegatten-Splitting zu falschen Anreizen, weil es die Teilzeit von Frauen bei bestimmten Familienkonstellationen steuerlich fördere. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Elterngeld weiter auszubauen, so dass für den Partner ein stärkerer Anreiz entsteht, die Erziehungsarbeit zu übernehmen. Letztlich müssen sich Männer und Frauen die Betreuungsarbeit in den Familien besser aufteilen.

Teizeitjobs statt Chefetage: Der Kampf um die Gleichberechtigung
tagesschau 20:00 Uhr, 08.03.2018, Jens Eberl, WDR

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Im Management unterrepräsentiert

Auch bei der Verteilung von Management-Positionen ist in Deutschland noch viel Luft nach oben. Während Frauen hierzulande mittlerweile 46 Prozent aller Beschäftigten stellen, liegt ihr Anteil in leitenden Funktionen laut einer OECD-Statistik gerade mal bei 29,3 Prozent. Deutlich emanzipierter geht es dagegen in Lettland zu. Dort werden 44,3 Prozent der Management-Stellen von Frauen übernommen.

Über dieses Thema berichteten am 08. März 2018 B5 aktuell um 06:31 Uhr und 07:02 Uhr sowie Deutschlandfunk Nova um 08:09 Uhr.

Korrespondentin

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Ute Schyns, WDR

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