Jemenitische Flüchtlinge, die aus ihren Häusern in Hodeidah geflohen sind, gehen mit Vorräten durch ein provisorisches Lager. (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Finanzierungsprobleme Ernährungsprogramm kürzt Jemen-Hilfen

Stand: 12.04.2020 15:22 Uhr

Das Welternährungsprogramm kürzt aus Geldmangel seine Mittel für den Jemen um die Hälfte. Rund 80 Prozent der Bevölkerung in dem Bürgerkriegsland sind auf Hilfen angewiesen. Die UN beschreiben die Situation als dramatisch.

Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen muss seine Hilfsleistungen für das Bürgerkriegsland Jemen aus Geldmangel drastisch reduzieren. Da der Einsatz unter einer kritischen Finanzierungslücke leide, habe man keine andere Wahl, als die Hilfe um die Hälfte zu kürzen, teilte eine WFP-Sprecherin mit. Ab Mitte April erhielten notleidende Familien statt monatlich nur noch alle zwei Monate Unterstützung.

In dem Land im Süden der Arabischen Halbinsel tobt seit mehr als fünf Jahren ein Bürgerkrieg. Der Konflikt löste einen humanitären Notstand aus. Nach Angaben der UN sind rund 80 Prozent der Bevölkerung, 24 Millionen Menschen, auf Hilfe angewiesen. Viele von ihnen müssen hungern. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten humanitären Krise der Neuzeit.

Erster Corona-Fall gemeldet

Vergangene Woche hatte das Land zudem seinen ersten Corona-Fall gemeldet. Beobachter befürchten wegen der Lage im Land besonders viele Opfer, sollte sich das Virus dort weiter ausbreiten.

Ein von Saudi-Arabien angeführtes Bündnis unterstützt in dem Konflikt die Regierung. Die Militärkoalition hatte am Mittwoch überraschend eine zweiwöchige Waffenruhe erklärt. Der UN-Sicherheitsrat rief die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf, ähnliche Zusagen zu machen. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, gegen die Waffenruhe zu verstoßen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. April 2020 um 17:00 Uhr.

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