Kinder erhalten in Sanaa im Jemen Essensrationen von einer Hilfsorganisation. | Bildquelle: dpa

UN-Ernährungsbericht Jedes fünfte Kind muss hungern

Stand: 11.09.2018 15:48 Uhr

Die Experten der Welternährungsorganisation schlagen Alarm: Nach jahrelangem Rückgang nimmt der weltweite Hunger nun wieder kontinuierlich zu. Besonders betroffen ist Asien.

Von Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom

Es ist noch nicht lange her, da konnten die Ernährungsexperten der Vereinten Nationen eine laufende Verbesserung der Lage melden. Nun wird immer klarer: Der Trend hat sich umgekehrt. Im Vergleich zum Jahr davor sind 2017 mehr als 16 Millionen Hungernde dazugekommen.

Cindy Holleman von der Welternährungsorganisation FAO mit Sitz in Rom ist die Hauptautorin des Berichts. Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich die Statistiken aus aller Welt. "Wir sehen nun schon das dritte Jahre in Folge, dass der Hunger zugenommen hat", sagt Hollemann. "Das ist traurig. Damit sind wir auf das Niveau von vor einem Jahrzehnt zurückgefallen. Das muss uns große Sorgen machen, auch weil die drei Hauptursachen besorgniserregend sind: Konflikte, Klimawandel und Wirtschaftskrise. Wenn wir diese drei Ursachen nicht in den Griff bekommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir unsere Ziele für 2030 nicht erreichen werden."

UN-Generalsekretär Guterres | Bildquelle: dpa
galerie

Will den Welthunger eigentlich bis zum Jahr 2030 ausrotten: UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

Besonders betroffen sind Kinder

Damit meint Holleman den guten Vorsatz der Vereinten Nationen, den Hunger bis zu Jahr 2030 weltweit auszurotten. Davon ist die Weltgemeinschaft im Moment weit entfernt. Die Zahlen sind erschütternd. "Im Jahr 2017 mussten 821 Millionen Menschen weltweit hungern", sagt Hollemann. "Das bedeutet, jeder neunte Mensch hatte chronisch Hunger. Und noch immer gibt es 151 Millionen Kleinkinder, die unterentwickelt sind. Das ist eine unglaublich hohe Zahl. Das entspricht 22 Prozent."

Besonders stark betroffen ist Asien. 515 Millionen Menschen haben dort zu wenig zu essen. Weitere Brennpunkte sind Afrika und Südamerika. Die Folgen des Klimawandels, zum Beispiel Überschwemmungen und Dürren, haben immer größere Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit, sagt Holleman.

UN-Organisationen legen Welt-Ernährungsbericht vor
tagesschau 15:00 Uhr, 11.09.2018, Michael Schramm, ARD Rom

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Fast ebenso viele Übergewichte

Eine Folge davon ist die Zunahme von Migrationsbewegungen in aller Welt, so die Analyse der Welternährungsorganisation. "Wir beobachten, dass sich Klimakatastrophen in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt haben. Mit diesem Anstieg kommt es häufiger zu Bevölkerungsverschiebungen. Wenn Menschen ihren Lebensunterhalt verlieren und das Zerstörte nicht wiederaufbauen können, machen sie sich auf die Suche nach besseren Verhältnissen. Zusätzlich gibt es weltweit immer mehr Konflikte, die Menschen in die Flucht treiben. Wie wir schon im vergangenen Jahr gesehen haben, nehmen die Auseinandersetzungen weltweit immer mehr zu und sie werden immer komplexer und immer verfahrener. Auch das führt zu Migrationsströmen."

Fast paradox: Den Hungernden stehen weltweit betrachtet fast ebenso viele Übergewichtige gegenüber. Jeder achte Erwachsene hat zu viel Fett auf den Rippen. Noch immer gilt: Es wäre genug Nahrung für alle da. Der Überfluss müsste nur gleichmäßiger verteilt werden.

FAO-Bericht : Wieder mehr Hunger auf der Welt
Tassilo Forchheimer, ARD Rom
11.09.2018 15:10 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten am 11. September 2018 NDR Info um 14:38 Uhr und die tagesschau um 15:00 Uhr.

Darstellung: