Steckmücken sitzen an einem Moskito-Netz.

Welt-Malaria-Tag Erfolge in Europa, viele Tote in Afrika

Stand: 25.04.2016 12:20 Uhr

Europa ist seit 2015 malariafrei, meldet die Weltgesundheitsorganisation WHO. Auch in Afrika greifen die Anstrengungen gegen die Krankheit: Sechs Länder könnten Malaria bald ausrotten. Trotz der Fortschritte gibt es in Afrika noch immer Hundertausende Tote.

Die Sterberate von Malaria-Infizierten sei seit dem Jahr 2000 um 40 Prozent gesunken, bilanziert die Weltgesundheitsorganisation WHO. In der Region Europa, zu der auch Russland und andere frühere Sowjetrepubliken zählen, habe sich im vergangenen Jahr kein Mensch mit der Fieberkrankheit angesteckt. Damit gilt Europa laut WHO offiziell als malariafrei.

21 malariafreie Länder bis 2020

Auch in Afrika zeigten grenzüberschreitende Anstrengungen der WHO Erfolge, meldet die Organisation: Südafrika, Botsuana, Namibia, Algerien, die Komoren und Swasiland seien auf einem guten Weg, die Krankheit bis 2020 auszurotten. Die Inselstaaten Mauritius und Seychellen hätten Malaria bereits besiegt. Auch auf den westafrikanischen Inseln Sao Tomé, Principe und Kap Verde gebe es nur noch wenige Neuinfektionen.

Weltweit könnten nach Einschätzung der WHO insgesamt 21 Länder das Ziel erreichen, bis 2020 malariafrei zu sein. Neben China, Südkorea, Sri Lanka, Nepal und Malaysia sind acht lateinamerikanische Länder wie Mexiko und Argentinien sowie Saudi-Arabien und der Iran darunter.

alt Eine Stechmücke auf der Suche nach Nahrung | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Malaria-Fieber

Malaria wird durch Parasiten verursacht, die durch die Stiche infizierter Mücken übertragen werden. Die Tropenkrankheit führt über einen Befall der Leber zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, zu Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Unbehandelt kann die Krankheit schnell lebensbedrohlich werden, wenn die Blutversorgung lebenswichtiger Organe gestört wird.

"Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an Malaria"

Trotz aller Fortschritte: Die WHO verzeichnete weltweit 440.000 Tote im Jahr 2015. Neun von zehn, die an einer Malaria-Infetion starben, wurden südlich der Sahara registriert. Besonders für Kleinkinder ist der Parasit, der durch Steckmücken übertragen wird, lebensgefährlich. Alle zwei Minuten sterbe in Afrika ein Kind an Malaria, so die WHO.

Brennpunkte seien West- und Zentralafrika. Der WHO zufolge ist Nigeria mit schätzungsweise 100 Millionen Infektionen und 300.000 Toten pro Jahr das am schlimmsten von Malaria betroffene Land. Zusammen mit der Demokratischen Republik Kongo sei Nigeria für 35 Prozent aller Todesfälle verantwortlich.

Brennpunkt Afrika

Mehrere Gründe sind verantwortlich, weshalb die Tropenkrankheit Afrika besonders hart trifft. Malaria wird dort vor allem durch einen Parasiten übertragen, der die gefährlichste Form der Krankheit verursacht und die längste Überlebensdauer aller Malaria-Parasiten hat. Dazu kommt das tropische Klima, unzulängliche Gesundheitsversorgung und weit verbreitete Armut.

Es bestehe eine direkte Verbindung zwischen Malaria, Armut und Ernährung - ein regelrechter Teufelskreis, sagt Marie-Reine Fabry, die Malaria-Expertin des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef).

Schwerer Kampf gegen kleine Mücken

Die Bemühungen, Malaria unter Kontrolle zu bringen, wurden laut UN in den vergangenen 15 Jahren verstärkt: Viele Erkrankte erhielten eine Therapie. Außerdem habe die UN in einen flächendeckenden Einsatz von Bettnetzen und Anti-Moskito-Spray investiert und bessere Diagnosemöglichkeiten eingesetzt.

Ein dreijähriges Kind spielt in Nairobi hinter einem Moskito-Netz
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Im Kampf gegen Malaria verteilte die UN Moskito-Netze.

Zwei Resistenzen bedrohen allerdings den Erfolg der WHO: Zum einen sei der Einsatz von Malariamitteln bei immer mehr Menschen undwirksam, warnt die WHO. Zum anderen bedrohe eine sich ausbreitende Resistenz der Stechmücken gegen Insektenmittel den Erfolg im Kampf gegen die Krankheit.

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