Harvey Weinstein | Bildquelle: AFP

Skandal um Filmproduzenten New York verklagt Weinstein

Stand: 12.02.2018 03:22 Uhr

Nach den Vorwürfen wegen sexuellen Fehlverhaltens hat New York Film-Produzent Weinstein und dessen Ex-Firma verklagt. Staatsanwalt Schneidermann sprach von "bösartiger und ausbeuterischer" Misshandlung von Angestellten.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Die eingereichte Klage des New Yorker Staatsanwaltes richtet sich gegen den ehemaligen Filmmogul Harvey Weinstein selbst, dessen Bruder Robert und gegen das von ihnen gegründete Filmstudio "Weinstein Company". Staatsanwalt Eric Schneiderman begründet das in seiner ausführlichen schriftlichen Mitteilung mit "ungeheuerlichen" Rechtsverletzungen, die sich sowohl auf Bürger- und Menschen- als auch Arbeitsrecht beziehen. Es gehe um eine "bösartige und ausbeuterische" Misshandlung von Angestellten.

Drohungen und Prahlerei

Als Beispiele führt die Staatsanwaltschaft auf: Weinstein habe Mitarbeiterinnen bedroht mit Worten wie "Ich werde Sie töten" oder "Sie haben keine Ahnung, was ich alles tun kann". Er habe mit seinen Beziehungen zu mächtigen politischen Akteuren geprahlt und dass er Kontakte zum Secret Service habe, der seine Probleme schon lösen werden. Gleich drei Gruppen von Mitarbeiterinnen, so die Staatsanwaltschaft, habe Weinstein eingesetzt, um seine Affären zu ermöglichen und zu organisieren. Auch habe Weinstein Karriereschritte im Gegenzug für sexuelle Gefälligkeiten angeboten. Eine Angestellte habe ein Diktat aufnehmen müssen, während er nackt auf dem Bett gelegen habe.

Entschädigung der Opfer sicherstellen

Vier Monate, so Schneiderman, habe seine Behörde Hinweise zusammen getragen, die belegten, dass die Firma versagt habe, ihre Angestellten vor alledem zu schützen. Trotz noch andauernder Untersuchungen sei die Klage jetzt schon eingereicht worden, um sicherzustellen, dass die Opfer entschädigt würden. Der Verkauf der Firma scheine unmittelbar bevorzustehen. Das aber, so Schneiderman, lasse befürchten, dass die Opfer leer ausgehen könnten. "Unternehmens-Verkauf verzögert", schreibt denn auch bereits die New York Times in ihrer Online-Ausgabe.

Viele Filmstars werfen Harvey Weinstein sexuelle Belästigung vor - mit diesem Skandal hatte die aktuelle "MeToo"-Debatte begonnen. Er hat diese Vorwürfe zurückgewiesen, seine Produktionsfirma hatte ihn jedoch entlassen. Bislang gibt es noch keine Reaktion auf die Klage aus New York.

New York geht gerichtlich gegen Weinstein vor
Kai Clement, ARD New York
12.02.2018 06:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. Februar 2018 um 06:10 Uhr.

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