Papst Franziskus hält während der Christmette eine Figur in der Hand, die das Christuskind darstellen soll.  | REUTERS

Christmette im Petersdom Papst ermahnt Christen zu Mitgefühl

Stand: 01.02.2017 15:21 Uhr

Papst Franziskus hat am Heiligen Abend die traditionelle Christmette im voll besetzten Petersdom in Rom gefeiert. Man müsse sich der Kinder annehmen, die in Krieg, Armut und Flucht auf die Welt kämen, mahnte er.

Papst Franziskus hat an Heiligabend in Rom die Not leidenden Menschen auf der ganzen Welt in den Blickpunkt gerückt. Tausende Gläubige hatten sich im und vor dem Petersdom versammelt, um der Predigt des katholischen Kirchenoberhaupts während der Christmette zuzuhören.

"Denken wir an das Kind in der Krippe", sagte Papst Franziskus mit Blick auf das Christuskind in der Weihnachtsgeschichte. Man müsse sich aber auch der Kinder annehmen, die gerade nicht in einer Wiege lägen und von der Liebe einer Mutter und eines Vaters umgeben seien, sondern in Krieg, Armut und Flucht auf die Welt kämen. "Im unterirdischen Bunker, um den Bombardierungen zu entkommen, auf dem Bürgersteig einer großen Stadt, auf dem Boden eines mit Migranten überladenen Schleppkahns", zählte Franziskus auf.

Blick in den Petersdom während der Christmette | REUTERS

Gottesdienst im Petersdom: Franziskus mahnt zu mehr Menschlichkeit. Bild: REUTERS

Vor zu viel Kommerz gewarnt

Auch warnte der Papst davor, sich nicht vom kommerziellen Weihnachtsrummel vereinnahmen zu lassen. Damit sei man besorgt um Geschenke, aber kalt gegenüber den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stünden.

Weihnachten werde zu einem Fest, "bei dem die Hauptfiguren wir sind und nicht Er", sagte Franziskus. Er rief dazu auf, sich auf das Wesentliche zu besinnen und auf "unsere unersättlichen Ansprüche" zu verzichten. "Es wird uns gut tun, diese Dinge loszulassen, um in der Einfachheit des Gotteskindes den Frieden, die Freude und den Sinn des Lebens wiederzufinden."

Auf dem Petersplatz erstrahlte der festlich geschmückte Tannenbaum. Teil der diesjährigen Krippe ist auch ein maltesisches Fischerboot - ein Mahnmal für die Flüchtlingskrise.

"Urbi et Orbi"

Am ersten Weihnachtsfeiertag verkündet Franziskus am Mittag von der Loggia des Petersdoms seine Weihnachtsbotschaft und spendet dann den Segen "Urbi et Orbi".

Auch nach Abschluss des Heiligen Jahres gelten rund um den Petersplatz strenge Sicherheitsmaßnahmen, die nach dem Anschlag von Berlin nochmals deutlich verstärkt wurden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Dezember 2016 um 00:30 Uhr.