Mitternachtsmesse in Bethlehem | AFP

Mitternachtsmesse in Bethlehem "Die Nacht hat nicht das letzte Wort"

Stand: 25.12.2020 01:52 Uhr

Die Corona-Pandemie hat auch die traditionelle Mitternachtsmesse in Bethlehem bestimmt. Die Erinnerung an die Geburt Christi aber sei auch ein Zeichen der Hoffnung, erklärte Patriarch Pizzaballa.

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, hat die Welt im Rahmen der traditionellen Mitternachtsmesse in Bethlehem zu "Solidarität und Brüderlichkeit" aufgerufen. Die Corona-Pandemie und das damit verbundene Leid machten deutlich, dass alle Menschen miteinander verbunden und füreinander verantwortlich seien, sagte Oberhaupt der römisch-katholischen Christen im Heiligen Land.

Die globale Krise verstärke bereits bestehende Probleme und lähme Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: Ein jeder fühle sich müde, erschöpft und niedergedrückt, so Pizzaballa. Heute dürften die Traurigkeit und Sorge nicht vergessen werden, die die Welt und auch das Heilige Land erfasst hätten. Gleichzeitig erinnere diese Nacht aber durch die Geburt Christi auch an die Ankunft Gottes in der Welt.

Zeichen der Hoffnung

Die Geburt Jesu sei für Christen die Gewissheit, dass die Nacht nicht das letzte Wort habe. "Wir Christen wissen, dass in der Tiefe unserer Krisen, in unserer Dunkelheit, inmitten unserer Schwäche, ein Kind geboren wurde, das ein machtvoller Gott ist", so Pizzaballa. Mit dem Kind habe eine neue Geschichte des Vertrauens und der Hoffnung, der Wiedergeburt und Auferstehung begonnen. Der Patriarch schloss mit der Bitte an Gott, "Krankheit, Böses und Tod zu besiegen und uns glückliche und heitere Tage zurückzugeben".

Wegen der Corona-Pandemie fand die Messe nur im Kreis von Klerikern statt und wurde online übertragen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Dezember 2020 um 09:00 Uhr.