Elisabeth Warren bei ihrer Siegesrede am 6. November in  Massachusetts . | Bildquelle: AP

US-Wahl 2020 Warren will Trump herausfordern

Stand: 31.12.2018 18:12 Uhr

Die Demokratin Warren hat das Rennen um die US-Präsidentschaftswahl 2020 eröffnet. Die einflussreiche Trump-Kritikerin gründete ein Sondierungskomitee - es gilt als erster großer Schritt hin zu einer Kandidatur.

Zwei Jahre vor der Wahl hat in den USA das Rennen um die Präsidentschaft begonnen. Die Demokratin Elizabeth Warren hat die Gründung eines Sondierungskomitees angekündigt, das ihre Chancen bei Präsidentschaftswahl 2020 erkunden soll. Ein solches Komitee gilt als erster großer Schritt hin zu einer offiziellen Kandidatur. Es ermöglicht auch, frühzeitig Spenden für den Wahlkampf einzuwerben.

Die einflussreiche Senatorin, die bei der Wahl 2016 Hillary Clinton unterstützte, gehört dem linken Flügel der Demokraten an. Sie hatte sich in der Vergangenheit heftige Wortgefechte mit US-Präsident Donald Trump geliefert. So bezeichnete Warren ihn als "unsicheren Raffzahn", der von Habgier und Hass getrieben werde. Trump seinerseits zog ihre Aussage über ihre indianischen Wurzeln ins Lächerliche und nannte sie spöttisch "Pocahontas".

Auf Twitter beschrieb Warren in einem Video ihre politischen Ziele. Sie erklärte, jeder Mensch in den USA sollte in der Lage sein, hart zu arbeiten und für sich und die Menschen, die er liebe, zu sorgen.

Ihre Schwerpunkte könnten demnach auf dem Einsatz für die wirtschaftlich bedrängte Mittelschicht und gegen Profitgier von Konzernen und Reichen liegen. "Amerikas Mittelschicht ist unter Beschuss", sagte sie. "Milliardäre und Großunternehmen wollten mehr vom Kuchen haben, und sie brachten die Politiker dazu, ihnen ein fetteres Stück abzuschneiden."

Auch Biden und Sanders mögliche Bewerber

Warren kam erst spät in die Politik, seit 2013 vertritt sie den Bundesstaat Massachusetts im Senat. Zuvor war sie Wirtschaftsprofessorin an der Universität Harvard und hatte sich dabei auch als mediengewandte Verbraucherschützerin einen Namen gemacht. Bei der Basis der Demokraten verfügt sie über großen Rückhalt.

Die 69-Jährige ist die erste prominente Vertreterin ihrer Partei, die ihre Ambitionen mit einem solchen Schritt öffentlich macht. In den kommenden Wochen dürften weitere Demokraten folgen. So gelten etwa der frühere Vizepräsident Joe Biden sowie der unabhängige Senator Bernie Sanders, der 2016 im Vorwahlkampf gegen Clinton scheiterte, als mögliche Bewerber bei den Demokraten. Auch den Senatoren Cory Booker, Kamala Harris, Amy Klobuchar, Sherrod Brown und Kirsten Gillibrand sowie dem scheidenden Abgeordneten Beto O'Rourke werden Ambitionen nachgesagt.

Vorwahlen ab Anfang 2020

Es gilt als wahrscheinlich, dass das Bewerberfeld bei den Demokraten sehr groß sein wird. Das war 2016 bei den Republikanern der Fall - auch das soll den Aufstieg des politischen Außenseiters Trump begünstigt haben.

Ab Anfang 2020 wird die Parteibasis in Vorwahlen den endgültigen Kandidaten küren, der dann im November 2020 voraussichtlich gegen Amtsinhaber Trump antreten wird. 

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 31. Dezember 2018 um 18:00 Uhr.

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