Otto Warmbier Nordkorea | Bildquelle: REUTERS

Verstorbener US-Student Warmbiers Eltern verklagen Nordkorea

Stand: 01.03.2019 11:59 Uhr

Die Eltern des nach seiner Haft in Nordkorea verstorbenen Otto Warmbier haben das Regime in Pjöngjang verklagt. Ihr Sohn sei Geisel eines Schurkenstaates gewesen. Die Klage fällt in eine Zeit diplomatischer Annäherung.

Der Fall Warmbier hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Nun haben die Eltern des nach seiner Rückkehr aus Nordkorea verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier die Regierung in Pjöngjang wegen mutmaßlicher Folter und mutmaßlichen Mordes an ihrem Sohn verklagt.

"Nordkorea, ein Schurkenstaat, hat Otto für eigene unrechtmäßige Zwecke als Geisel genommen und ihn brutal gefoltert und ermordet", heißt es in der Klageschrift von Cindy und Fred Warmbier. In ihr beschreiben die Eltern detailliert, wie ihr Sohn in den 17 Monaten seiner Gefangenschaft misshandelt worden sei.

Diebstahl eines Propaganda-Posters

Ende 2015 war der damals 21-jährige Warmbier nach einer Gruppenreise in Nordkorea bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er hatte zugegeben, ein Propaganda-Poster entwendet zu haben.

Während der Haft fiel Warmbier ins Koma. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA im Juni 2017 starb er.

Kritischer Zeitpunkt

Die Klage der Eltern erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die USA bereiten derzeit ein historisches Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un vor. Am Freitag traf Kim zu einem ebenfalls historischen Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In zusammen, nachdem es zuletzt eine Annäherung gegeben hatte.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 20. Juni 2017 um 22:15 Uhr.

Darstellung: