Schriftzug des Wall Street Journals | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Nach Coronavirus-Kommentar China weist Journalisten aus

Stand: 19.02.2020 13:28 Uhr

China hat nach einem Kommentar zum Coronavirus mehreren US-Journalisten die Presseakkreditierung entzogen. Die Ausweisung zum jetzigen Zeitpunkt könnte kein Zufall sein.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

China hat drei Korrespondenten der US-amerikanischen Tageszeitung "Wall Street Journal" die Akkreditierung entzogen. Mit sofortiger Wirkung werde den drei Journalisten die Pressekarte entzogen, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Geng Shuang.

Auslöser ist ein Kommentar des US-Wissenschaftlers und Gastautoren Walter Russell Mead vom 3. Februar zum Ausbruch des Coronavirus. Überschrift: "China is the Real Sick Man of Asia" - "China ist der wahre kranke Mann Asiens".

Dieser Kommentar sei rassistisch und beleidigend, sagte Außenamtssprecher Geng. Er verunglimpfe die Regierung in Peking und die Bemühungen des chinesischen Volkes im Kampf gegen die Lungenkrankheit.

Auslandskorrespondenten reagieren

Der Klub der Auslandskorrespondenten in China (FCCC) kritisierte die Maßnahme in aller Schärfe. Die Ausweisung dreier Journalisten sei ein einmaliger Vorgang und ein offensichtlicher Versuch der chinesischen Regierung, ausländische Medien einzuschüchtern.

Internationale Korrespondenten müssten in China zunehmend mit Verfolgung, Überwachung und Einschüchterung leben. Dies sei nun ein alarmierender Höhepunkt.  

Die Ankündigung Chinas kommt einen Tag nach der Entscheidung der US-Regierung, fünf chinesische Medien als Regierungsinstitutionen zu definieren und nicht mehr als Medien. Darunter ist auch die staatliche chinesische Nachrichtenagentur "Xinhua" und das Staatsfernsehen CGTN.

Kritiker sehen nun einen Zusammenhang: Der Entzug der Pressekarten könnte eine Vergeltung für die Maßnahmen der US-Regierung sein.

China weist drei Journalisten des Wall Street Journals aus
Axel Dorloff, ARD Peking
19.02.2020 13:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Februar 2020 um 14:00 Uhr.

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