Waldbrand in einem Nationalpark im deutsch-niederländischen Grenzgebiet | Bildquelle: dpa

Waldbrand im Grenzgebiet Niederländisches Dorf evakuiert

Stand: 22.04.2020 13:07 Uhr

Schon seit zwei Tagen brennt im deutsch-niederländischen Grenzgebiet eine Fläche von 170 Hektar - wegen des entstandenen Rauchs mussten inzwischen 4000 Menschen ihre Häuser verlassen. Die Löschbemühungen dauern an.

Seit zwei Tagen brennen Wald und Heide in einem Nationalpark im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bei Viersen. Wegen des entstandenen Rauchs ist das auf niederländischer Seite gelegene Dorf Herkenbosch in der vergangenen Nacht evakuiert worden. Der Grund war der dichte Qualm mit einer hohen Konzentration von Kohlenmonoxid, teilte die Gemeinde mit.

Corona erschwert Evakuierung

Für die rund 4000 Betroffenen richtete das Rote Kreuz in 16 Turnhallen Notquartiere ein, wegen der Corona-Pandemie mit nicht mehr als 50 Betten je Halle. Nur ein geringer Teil der Menschen nutzte jedoch das Angebot. "In den Zeiten, die wir durchleben - die Corona-Ära - nehmen wir die Entscheidung nicht leicht, Menschen von Zuhause in Evakuierungszentren zu verlegen" , sagte die Bürgermeisterin Monique de Boer. Personen mit bestätigten Corona-Infektionen wurden aufgefordert, in ein "Corona-Hotel" in der nahe gelegenen Stadt Roermond zugehen, wie die örtliche Stadtverwaltung mitteilte. Wann die Einwohner in das abgesperrte Herkenbosch zurückkehren können, war nach Angaben der Gemeinde zunächst noch nicht absehbar.

Brand noch nicht gelöscht

Die Niederlande entsandte zwei Panzer, um Feuerwehrleuten beim Ziehen von Brandschneisen zu helfen. Auf deutscher Seite sei der Brand unter Kontrolle, erklärte eine Sprecherin des Kreises Viersen. Auch in der Nacht seien etwa 500 Einsatzkräfte vor Ort gewesen.

In der Grenzregion brennt seit Montagmittag eine Fläche von rund 170 Hektar, vor allem auf niederländischer Seite im Nationalpark De Meinweg. Das Feuer hatte sich am späten Dienstagnachmittag trotz der Löschbemühungen zunächst vergrößert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. April 2020 um 11:00 Uhr.

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