Feuerwehrmänner im brasilianischen Pantanal | Bildquelle: CHICO RIBEIRO/EPA-EFE/REX

Brasilien Weniger Waldbrände im Amazonasbecken

Stand: 05.11.2019 15:17 Uhr

Unter internationalem Druck erließ Brasiliens Präsident im August ein 60-tägiges Verbot für das Abbrennen von Regenwaldflächen. Nun entspannt sich die Lage im Wald - doch das größte Sumpfgebiet der Welt steht in Flammen. 

Die Zahl der Waldbrände im Amazonasbecken im Norden Brasiliens ist im Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesunken. Das brasilianische Institut für Weltraumforschung (Inpe) zählte im vergangenen Monat 7855 Waldbrände - weniger hat es in dem Gebiet im Oktober demnach seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1998 nicht gegeben.

Bis Anfang November wüteten in diesem Jahr allerdings insgesamt noch 29 Prozent mehr Waldbrände im Amazonasgebiet als im gleichen Zeitraum 2018. Das Institut ermittelt die Zahl der Waldbrände auf der Grundlage von Satellitenaufnahmen.

Bolsonaro beugte sich dem internationalen Druck

Eine Erklärung für die gesunkene Zahl an Bränden lieferte Inpe nicht. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte im August unter massivem internationalem Druck ein 60-tägiges Verbot für das Abbrennen von Waldflächen im Regenwald erlassen. Zugleich wies er die Kritik aus aller Welt an seiner Regenwald-Politik als Angriff auf Brasiliens Souveränität entschieden zurück.

Im Pantanal lodern die Flammen

Im brasilianischen Pantanal, dem größten Sumpfgebiet der Welt, wüten allerdings derzeit die schlimmsten Brände seit Jahren. Allein im Oktober gab es laut Inpe 2430 Brände - mehr als 20 Mal so viele wie im Vorjahresmonat. Der Umfang der durch Brände verwüsteten Gebiete im Pantanal hat sich den Angaben zufolge binnen einer Woche mehr als verdoppelt - rund 122.000 Hektar Land sind betroffen. Der Großteil der Feuer ist demnach auf Brandstiftung zurückzuführen.

Die Daten beziehen sich auf die südliche Hälfte des riesigen Sumpfgebietes, die im Teilstaat Mato Grosso do Sul liegt. Das artenreiche Feuchtbiotop reicht jedoch bis in die Nachbarländer Paraguay und Bolivien hinein. Obwohl das Pantanal von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurde, leidet es unter illegalen Rodungen und dem Vordringen der industriellen Landwirtschaft.

Brasilien - Rückgang der Waldbrände gemeldet
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
05.11.2019 16:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. November 2019 um 18:15 Uhr.

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