Gestrandeter Wal im niedrigen Wasser, Menschen nehmen in aus | Bildquelle: REUTERS

Gestrandeter Wal Mit fast sechs Kilo Plastik im Bauch

Stand: 20.11.2018 13:06 Uhr

Im Magen eines an der indonesischen Küste tot angespülten Wals sind 115 Plastikbecher und zwei Flip-Flop-Sandalen gefunden worden. Insgesamt hatte das Tier fast sechs Kilogramm Plastik im Bauch.

25 Plastiktüten, ein Nylonsack, 115 Plastikbecher, zwei Flip-Flops, ein Nylonsack und 1000 weitere Plastikteile - das fanden Einsatzkräfte nicht am Strand sondern im Magen eines Wals. Insgesamt habe das Tier fast sechs Kilogramm Plastik im Bauch gehabt, sagte der Leiter des Nationalparks Wakatobi, Heri Santoso.

Dorfbewohner hatten die Mitarbeiter des Parks auf der Insel Wakatobi in der Provinz Sulawesi auf den Kadaver des Pottwals hingewiesen. Der Meeressäuger sei männlich und fast zehn Meter lang gewesen, erklärte Santoso. Wegen des fortgeschrittenen Verwesungszustands sollte das tote Tier ohne weitere Obduktion vergraben werden.

Die Helfer können die Todesursache des Tiers nicht mehr feststellen. Der WWF bezeichnete das, was die Experten sehen konnten, als "wirklich furchtbar".

Zweitgrößter Verursacher von Plastikmüll

Das Fachmagazins "Science" hatte im Januar eine Studie veröffentlicht. Darin heißt es, dass Indonesien nach China der weltweit zweitgrößte Verursacher von Plastikmüll sei. Das Land produziert demnach jährlich 3,2 Millionen Tonnen falsch gehandhabten Plastikmüll, davon gelangen 1,29 Millionen Tonnen ins Meer.

Der für Meeresangelegenheiten zuständige indonesische Minister Luhut Binsar Pandjaitan sagte, der Fund sollte das öffentliche Bewusstsein für die Notwendigkeit schärfen, weniger Plastik zu verwenden. Die indonesische Regierung strebt eine landesweite Verringerung des Einsatzes von Plastik bis 2025 um 70 Prozent an. Dazu ist Aufklärungsarbeit in Schulen geplant. Außerdem werden Geschäfte aufgefordert, keine Plastiktüten mehr an Kunden abzugeben.

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Plastikmüll in Deutschland und weltweit

Haushaltstypische Abfälle 2015

Das EU-Parlament hat ein umfassendes Verbot von Einweg-Plastikprodukten in der Europäischen Union auf den Weg gebracht. Produkte wie Plastikstrohhalme und Plastikteller sollen ab 2021 nicht mehr verkauft werden dürfen. Der Vorschlag soll die Meeresverschmutzung verringern. Die genaue Verbotsliste müssen die Abgeordneten nun im Kompromiss mit der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten erarbeiten. In Deutschland macht der Plastikmüll 13 Prozent der haushaltstypischen Abfälle aus.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. November 2018 um 10:25 Uhr.

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