Facebook-Logo in der Zentrale von Face in Menlo Park / Kalifornien | Bildquelle: AP

Vor US-Wahlen im Herbst Facebook sperrt Fake-Accounts

Stand: 31.07.2018 21:24 Uhr

Rund drei Monate vor den sogenannten Halbzeitwahlen in den USA schlägt Facebook Alarm: Das Netzwerk hat nach eigenen Angaben mehrere Konten gesperrt, über die die Wahlen möglicherweise beeinflusst werden sollten.

Anfang November stehen in den USA die sogenannten Midterms an: Die Amerikaner entscheiden dann über die Vertreter des Repräsentantenhauses und über ein Drittel der Mandate im US-Senat. Und schon jetzt will Facebook offenbar zeigen, dass es so etwas wie die mutmaßliche Einflussnahme auf den US-Wahlkampf 2016 über gefälschte Accounts des Netzwerks nicht mehr so leicht geben wird.

Facebook gab an, mehr als 30 Fake-Accounts gesperrt zu haben, nicht nur auf Facebook selbst, sondern auch auf Instagram. Rund 290.000 Menschen seien diesen Profilen bereits gefolgt. Zuerst hatte die "New York Times" darüber berichtet. "Diese Art von Verhalten ist bei Facebook nicht erlaubt, denn wir wollen weder, dass Menschen noch Organisationen Netzwerke von Nutzerkonten erstellen, um andere darüber zu täuschen, wer sie sind und was sie tun", hieß es in einer schriftlichen Erklärung des Konzerns.

Wieder wurden Werbeanzeigen geschaltet

Bei allen weiteren Angaben blieb Facebook jedoch recht vage. Man arbeite mit den US-Ermittlungsbehörden zusammen, befinde sich aber noch in einem sehr frühen Stadium der Untersuchungen. Zu den gesperrten Inhalten gehörten etwa Seiten wie "Black Elevation" (Schwarze Erhebung), "Mindful Being" (Achtsames Dasein) und "Resisters" (Verweigerer). Über die letztere Seite wurde laut Facebook etwa zum Protest gegen die nationalistische Szene aufgerufen.

Dazu, wer hinter den Fake-Accounts stehen könnte, äußerte sich Facebook nicht. Allerdings zogen die Betreiber sehr wohl Parallelen zum US-Wahlkampf 2016, der durch russische Hacker manipuliert worden sein soll. Wie auch damals wurden über die Accounts Werbeanzeigen geschaltet: 150 zwischen vergangenem April und Juni 2018. Umgerechnet 9400 Euro seien für die Anzeigen ausgegeben worden.

Kirstjen Nielsen | Bildquelle: AFP
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Die US-Heimatschutzministerin Nielsen warnte vor der anhaltenden Bedrohung für die USA

Hinweise zu Verbindungen nach Russland

Dieses Mal hätten die Verantwortlichen ihre aber Spuren besser verwischt. Es gebe aber Hinweise, dass die gefundenen Seiten Verbindungen zu der in Russland ansässigen Internet Research Agency gehabt hätten. Diese gilt seit Jahren als Basis für russische Kampagnen in sozialen Medien.

Die US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen lobte das frühe Handeln von Facebook. Die Vorgänge zeigten aber auch, dass die Bedrohung immer noch groß sei, dass Russland und andere Nationen versuchen würden, Einfluss auf die USA zu nehmen.

Auch der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, zeigte sich besorgt, auch die Midterms könnten manipuliert werden. Er kritisierte, die US-Regierung unter Präsident Donald Trump tue nicht genug, um dies zu verhindern.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. August 2018 um 04:57 Uhr.

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