Helfer leeren in der tschechischen Hauptstadt Prag die Wahlurnen aus. | Bildquelle: REUTERS

Wahllokale geschlossen Präsidentenwahl in Tschechien beendet

Stand: 13.01.2018 15:03 Uhr

Knapp 8,4 Millionen Tschechen waren zwei Tage lang aufgerufen, ihre Stimme für einen neuen Präsidenten abzugeben. Bis zum Nachmittag hatten sie die Wahl zwischen Amtsinhaber Zeman und acht Herausforderern. Es dürfte eine Stichwahl geben - aber zwischen wem?

Die Wahllokale sind geschlossen - damit ist in Tschechien die zweitägige Präsidentenwahl zu Ende gegangen. Mit einem Endergebnis wird bis zum Abend gerechnet. Nach den Zwischenergebnissen liegt aber Favorit Milos Zeman deutliche in Führung. Nach Auszählung von 90 Prozent der Wahlbezirke erhielt der 73-jährige Amtsinhaber knapp 40 Prozent der Stimmen. Damit verfehlt er die absolute Mehrheit.

In einer Stichwahl in zwei Wochen trifft Zeman höchstwahrscheinlich auf den parteilosen Chemieprofessor Jiri Drahos. Dieser lag nach den vorläufigen Zahlen bei etwa 26 Prozent, gefolgt von dem früheren Botschafter in Frankreich, Pavel Fischer (9,7 Prozent).

Zu den prominentesten Kandidaten zählen außerdem der frühere Ministerpräsident Mirek Topolanek und Michal Horacek, ein ehemaliger Sänger und Liedermacher.

Zeman - "Kämpfer für die kleinen Leute"

Zeman wollte am Nachmittag vor die Presse treten. Er hatte sich im Wahlkampf als Zuwanderungsgegner und Kämpfer für die kleinen Leute positioniert. Er pflegt gute Kontakte zu Moskau und Peking. Sein größter Herausforderer Drahos will den Nato- und EU-Mitgliedsstaat wieder stärker nach Westen orientieren. Nach einer Umfrage des tschechischen Fernsehens CT würdigten die Wähler bei Zeman seine starke Persönlichkeit und sein Durchsetzungsvermögen, bei Drahos seine Ehrlichkeit und seine Bildung.

Mäßige Wahlbeteiligung

Es zeichnete sich mit knapp 60 Prozent eine ähnlich hohe Beteiligung der knapp 8,4 Millionen Berechtigten ab wie bei der ersten Volkswahl des Staatsoberhaupts vor fünf Jahren. Bis auf einen Zwischenfall verlief die Wahl ohne besondere Vorkommnisse: Eine Aktivistin der ukrainischen Frauengruppe Femen war mit nacktem Oberkörper und dem Ruf "Zeman - Putins Schlampe" auf den amtierenden Präsidenten zugestürzt, als dieser seine Stimme abgeben wollte. Zeman war im November in Russland mit Kremlchef Wladimir Putin zusammengekommen.

Mit Informationen von Peter Lange, ARD-Studio Prag

Tschechien hat gewählt
P. Lange, ARD Prag
13.01.2018 14:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. Januar 2018 um 15:00 Uhr.

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