Wahlsieger Hichilema bei der Stimmabgabe | dpa

Hichilema neuer Präsident in Sambia Wahlsieg im sechsten Versuch

Stand: 16.08.2021 04:59 Uhr

Sambia hat einen neuen Präsidenten. Im sechsten Anlauf wurde der Geschäftsmann Hichilema ins Amt gewählt. Trotz großer Kupfervorkommen hat Sambia massive wirtschaftliche Probleme.

Im südafrikanischen Sambia hat der Oppositionskandidat Hakainde Hichilema die Präsidentschaftswahl gewonnen. Die Wahlkommission erklärte den 59-jährigen Geschäftsmann zum Wahlsieger. "Ich erkläre daher Hichilema zum Präsidenten Sambias", sagte der Vorsitzende der Wahlkommission, Esau Chulu, in der Hauptstadt Lusaka nach Auszählung von 156 der 157 Wahlkreise.

Hichilema setzte sich demnach mit mehr als 2,8 Millionen Stimmen gegen den seit 2015 amtierenden Amtsinhaber Edgar Lungu durch, der nur gut 1,8 Millionen Stimmen bekam. Rund sieben Millionen Bürger waren wahlberechtigt. Hichilema war bereits zum sechsten Mal zur Wahl angetreten und wurde von einem Bündnis aus zehn Parteien unterstützt. Er gilt als nicht korrupt und führungsstark. "Wir brauchen einen frischen Wind, wir brauchen eine neue visionäre Führung", hatte er zuletzt gefordert.

Lungu war sechseinhalb Jahre Präsident. Bei der vergangenen Wahl 2016 hatte Lungu noch knapp gegen Hichilema gewonnen. Seine Beliebtheitswerte waren aber zuletzt wegen der schwächelnden Wirtschaft und steigender Lebenshaltungskosten gesunken.

Auseinandersetzungen vor der Wahl

Sambia hat grundlegende Probleme, das Land ist bitterarm. Gut 60 Prozent der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Dabei ist Sambia einer der größten Kupferproduzenten der Welt. Der Bergbau und die Landwirtschaft sind tragende Säulen der Wirtschaft - und doch könnte die Wirtschaftskrise tiefer kaum sein. Im vergangenen November wurde Sambia zahlungsunfähig. Schuld daran sind nicht nur die global gefallenen Kupferpreise, sondern auch Misswirtschaft, Korruption und Vetternwirtschaft.

Vor der Wahl war es in Sambia zu massiven Spannungen gekommen. Anhänger von Lungus Patriotischer Front (PF) lieferten sich mehrfach gewaltsame Auseinandersetzungen mit Anhängern von Hichilemas Vereinigter Partei für die nationale Entwicklung (UPND). Lungu entsandte daraufhin das Militär - ein Schritt, der von Kritikern als Einschüchterungsversuch gewertet wurde. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. August 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.