Zoran Milanovic | Bildquelle: AP

Präsidentschaftswahl in Kroatien Es geht in die Stichwahl

Stand: 23.12.2019 01:39 Uhr

Der Sozialdemokrat Milanovic hat Amtsinhaberin Grabar-Kitarovic in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Kroatien geschlagen. Jetzt muss die Noch-Präsidentin gegen den Ex-Regierungschef in der Stichwahl antreten.

Die Stimmen sind ausgezählt und bestätigen, was sich in den ersten Nachwahlbefragungen in Kroatien abzeichnete: Der frühere sozialdemokratische Regierungschef Kroatiens, Zoran Milanovic, liegt vorn - wie die staatliche Wahlkommission mitteilte mit 29,5 Prozent der Stimmen. Seine Rivalin, die konservative Amtsinhaberin Kolinda Grabar-Kitarovic, kommt demnach auf 26,7 Prozent. Der rechtsgerichtete Volkssänger und Geschäftsmann Miroslav Skoro landete auf Platz drei.

Da keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit erreichte, entscheiden die Wähler nun in einer Stichwahl am 5. Januar, wer Präsident oder Präsidentin Kroatiens wird. Hier werden die beiden Erstplatzierten gegeneinander antreten - also die Noch-Präsidentin gegen den Ex-Regierungschef.

Miroslav Skoro | Bildquelle: AFP
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Der rechtsnationale Schlagersänger und Geschäftsmann Skoro kommt auf Platz drei.

Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic beim ASEM-Gipfel.
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Amtsinhaberin Grabar-Kitarovic wird in einer Stichwahl gegen den Wahlsieger antreten.

"Wir ziehen in die zweite Runde ein", rief Milanović seinen begeisterten Anhängern in Zagreb zu. "Aber wir ziehen nicht in den Krieg. Kriege sind hinter uns, davon rede ich von Anfang an, wir gehen in einen zivilisierten, politischen, bürgerlichen Kampf, wo der Bessere gewinnen soll, und ich bin überzeugt, dass ich dieser Bessere bin."

In den Reihen der rechtskonservativen Regierungspartei HDZ sorgte der zweite Platz für ihre Kandidatin Grabar-Kitarovic für Enttäuschung. Die Amtsinhaberin, die einen von Fehlern und Pannen gekennzeichneten Wahlkampf geführt hatte, richtete den Blick nach vorne: "Wir wählen (in 2 Wochen, Anm. d. Red.) den Präsidenten bzw. die Präsidentin, die nach wie vor eine ist, die aus dem Volk kommt, die für das Volk arbeitet und für das Volk kämpft."

Präsidentschaftswahl in Kroatien
tagesschau 20:00 Uhr, 22.12.2019, Michael Mandlik, ARD Wien

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Rechtes Lager entscheidend für Stichwahl

Grabar-Kitarovic ist seit 2015 Präsidentin. Die 51-Jährige wird von der Mitte-rechts-Partei HDZ unterstützt, die seit Kroatiens Unabhängigkeit 1991 das Land die meiste Zeit regierte. Im Wahlkampf gelang es ihr nicht, am rechten Lager der Partei festzuhalten, das sich eher dem Nationalisten Skoro zuwandte.

Die Spaltung des rechten Lagers kam dem Mitte-links-Kandidaten Milanovic in der ersten Wahlrunde zugute. Allerdings ist nicht klar, ob sich dies auch in der Stichwahl so darstellt, sollte das rechte Lager sich dann wieder vereint zeigen. Als Regierungschef von 2011 bis 2016 war Milanovic als arrogant kritisiert worden. Nun setzte er auf ein Comeback mit dem Versprechen, Kroatien zu einem "normalen" Land zu machen mit einer unabhängigen Justiz und Respekt für Minderheiten.

Hohe Wahlbeteiligung

Bei der Abstimmung waren etwa 3,8 Millionen Kroaten wahlberechtigt. Trotz schlechten Wetters verzeichneten die Behörden eine höhere Wahlbeteiligung als bei der Abstimmung 2014. Bis zum Nachmittag hatten etwa 100.000 Wähler mehr ihre Stimme abgegeben als vor fünf Jahren.

Wahlausgang bedeutsam für konservative Regierung

Umfragen hatten im Vorfeld der Wahl bereits ein enges Rennen zwischen den drei Kandidaten vorausgesagt. Zwar hat das Staatsoberhaupt des bislang letzten der EU beigetretenen Mitgliedslandes weitgehend nur zeremonielle Befugnisse, da die Regierungsgeschäfte vom Ministerpräsidenten geführt werden.

Eine Niederlage von Amtsinhaberin Grabar-Kitarovic, die einem Wahlsieg optimistisch entgegen sah, würde die konservative Regierung aber schwächen. Nach Einschätzung von Experten wäre dies ein Rückschlag für den gemäßigten Regierungschef Andrej Plenkovic von der Mitte-rechts-Partei HDZ, die Grabar-Kitarovic unterstützte. Plenkovics Regierung übernimmt am 1. Januar für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft.

Die Wahl gilt zudem als Indikator für die Stärke des rechten und des linken Lagers vor den Parlamentswahlen im kommenden Jahr.

Mit Informationen von Clemens Verenkotte, ARD-Studio Südosteuropa

Präsidentschaftswahl in Kroatien: Entscheidung fällt in Stichwahl
Clemens Verenkotte, ARD Wien, zzt. Zagreb
23.12.2019 10:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Dezember 2019 um 20:00 Uhr.

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