Soldaten fahren durch eine Straße mit Wahlplakaten in Dhaka | Bildquelle: AFP

Abstimmung in Bangladesch Tödlicher Streit überschattet Wahl

Stand: 30.12.2018 07:27 Uhr

Am Rande der Parlamentswahlen in Bangladesch sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Schon während des Wahlkampfes kam es immer wieder zu Gewalt.

Die Parlamentswahl in Bangladesch wird von tödlichen Auseinandersetzungen überschattet: Vor Wahllokalen im Südosten des Landes kamen am Sonntag mindestens zwei Menschen ums Leben. Im Bezirk Rangamati starb bei einem Streit zwischen Anhängern der regierenden Partei und der oppositionellen konservativen BNP mindestens ein Mensch, zehn weitere wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Vor einem Wahllokal im Bezirk Chittagong wurde laut Polizei ein Oppositioneller getötet, nachdem dieser zusammen mit anderen Aktivisten versucht habe, die Wahlzettel an sich zu reißen. Die Polizei habe geschossen, nachdem sie angegriffen worden sei.

Premierministerin Sheikh Hasina hat gewählt. | Bildquelle: REUTERS
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Die Abstimmung gilt als Referendum über den autokratischen Regierungsstil von Ministerpräsidentin Hasina.

Die Auseinandersetzung in Rangamati fand bereits Stunden vor Öffnung der Wahllokale statt. Gestorben sei einer der Unterstützer der Regierungspartei, wie Polizeisprecher Alamgir Kabir der Deutschen Presse-Agentur sagte. Soldaten hätten die Lage beruhigt, nachdem die beiden Gruppen sich mit Messern, Macheten und Stöcken angegriffen hätten. Sie hätten offensichtlich das Wahllokal unter ihre Kontrolle bringen wollen.

Wahlkampf geprägt von Gewalt und Unterdrückung

Wie schon bei vorherigen Wahlen war es bereits im Wahlkampf zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Lager gekommen. Mindestens acht Menschen kamen ums Leben. Zahlreiche Anhänger der Opposition wurden festgenommen. Um die Ordnung während der Wahl aufrecht zu erhalten, wurden mehr als 700 000 Soldaten und Sicherheitsleute entsandt.

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Premierministerin Sheikh Hasina ging als Favoritin für eine dritte Amtszeit in Folge ins Rennen. Ein Oppositionsbündnis um die konservative BNP (Nationalistische Partei Bangladesch) wird von dem früheren Außenminister Kamal Hossain angeführt. Die eigentliche Oppositionsführerin und ehemalige Premierministerin Khaleda Zia wurde wegen Korruption zu zwölf Jahren Haft verurteilt und sitzt seit Februar im Gefängnis.

Rund 104 Millionen der etwa 160 Millionen Einwohner des südasiatischen Landes sind wahlberechtigt. Mehr als 1860 Kandidaten bewerben sich um insgesamt 300 Parlamentssitze. Ergebnisse werden am Montag erwartet.

Auftakt der Wahl in Bangladesch
Sabina Matthay, ARD Neu-Delhi
30.12.2018 07:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. Dezember 2018 um 06:00 Uhr.

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