Produktionsstart des ID.3 in Zwickau | Bildquelle: REUTERS

Produktionsstart ID.3 Elektro-VW soll massentauglich werden

Stand: 04.11.2019 12:50 Uhr

Größere Reichweite, kleinerer Preis: VW hat mit der Produktion des ID.3 begonnen und will so die Absatzschwächen beim bisherigen E-Golf vergessen machen. Doch an der Planung gibt es Kritik.

Volkswagen hat mit der Produktion des ersten reinen Großserien-Elektroautos begonnnen. Der ID.3 soll massentauglich sein und eine Grundlage für weitere E-Modelle des Konzerns sein. "Wir stehen vor einem Systemwechsel zur Elektromobilität", sagte Vorstandschef Herbert Diess beim Produktionsstart in Zwickau. "Es ist keine Frage mehr, ob sich das Elektroauto durchsetzt. Sondern wie schnell und in welcher Region der Welt zuerst."

Vorstandschef Diess spricht zum Produktionsstart | Bildquelle: JENS SCHLUETER/EPA-EFE/REX
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VW-Vorstandschef Diess spricht zum Produktionsstart: "Es ist keine Frage mehr, ob sich das Elektroauto durchsetzt."

Der Konzern will im nächsten Jahr rund 100.000 Fahrzeuge bauen, mittelfristig sind bis zu 330.000 Stück jährlich geplant. Mit einem sogenannten E-Baukasten will VW Kosten sparen. Insgesamt soll er bei 33 Modellen verwendet werden können.

Bis Mitte 2020 stellt VW in Sachsen noch den Golf Variant her. Danach will der Konzern in Zwickau nur E-Autos bauen. Rund eine Milliarde Euro steckt der Hersteller in den Umbau des sächsischen Standortes zur ersten E-Auto-Fabrik Deutschlands sowie in die Qualifizierung der 8000 Mitarbeiter.

Politik will E-Mobilität mit Kaufanreizen und mehr Ladestationen fördern
tagesschau 20:00 Uhr, 04.11.2019, Martin Schmidt, ARD Berlin

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Das zweite Modell ist ein SUV

Dennoch gibt es Kritik an der weiteren Planung der ID-Serie. So soll der Elektro-SUV ID Crozz ‎das nächste Modell der Reihe werden. Einige Beobachter wundern sich darüber - zumal den Stadtgeländewagen, ob mit oder ohne E-Motor, derzeit bei vielen Menschen auch Ablehnung entgegenschlägt.

Volkswagen will mit dem neuen Elektroauto vor allem das Problem angehen, dass reine E-‎Fahrzeuge mit einer alltagstauglichen Reichweite bisher für viele Verbraucher zu unpraktisch und teuer sind. ‎Das zeigte sich bereits bei den aktuellen Modellen.

Der bisherige E-Golf erreichte laut CAR-Institut der Universität Essen-Duisburg in den ersten acht Monaten dieses Jahres einen Anteil von lediglich 3,6 Prozent aller in Deutschland verkauften Golf-Varianten. Noch schwächer habe sich der Plug-in-Hybrid Golf GTE mit einem Anteil von 0,1 Prozent verkauft.

Rabatte auf ältere Modelle

VW hatte in den Wochen vor dem Produktionsstart in Zwickau Rabatte auf ältere E-Modelle gewährt. Der Rabattstudie des CAR-Instituts zufolge wurde der batteriegetriebene E-Golf mit hohen Abschlägen in den Markt gedrückt - vermutlich wegen der bevorstehenden Markteinführung des ID.3, wie Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer vermutete. Der bisherige e-Golf könnte mit 233 Kilometern Reichweite nicht mehr konkurrenzfähig erscheinen.

Bei Internet-Händlern haben die Marktbeobachter nach eigenen Angaben mehrere Angebote gefunden, die mit der staatlichen Förderung auf einen Verbraucher-Endpreis von knapp mehr als 20.000 Euro für den E-Golf kommen. Das bislang für 31.900 Euro angebotene Elektroauto liege damit aktuell unter dem Listenpreis des günstigsten Verbrenner-Golfs.

Tatsächlich soll der ID.3 mit seiner größeren Reichweite von rund 300 Kilometern bereits für unter 30.000 Euro ab Sommer angeboten werden.

Autogipfel zu schwacher Nachfrage

Die bisher schleppende Nachfrage nach E-Autos ist auch Thema eines Autogipfels. Heute Abend treffen sich im Berliner Kanzleramt Vertreter der Bundesregierung, der deutschen Autoindustrie, des Branchenverbands VDA und der IG Metall sowie mehrere Ministerpräsidenten. Beraten werden soll dabei vor allem ein konkreter Plan zum schnelleren Ausbau von Ladepunkten. Kanzlerin Angela Merkel hatte kürzlich das Ziel der Bundesregierung bekräftigt, bis 2030 eine Million Ladepunkte zu schaffen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. November 2019 um 12:00 Uhr.

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