David Perdue | Reuters

Vorwahlen in Georgia Niederlage für Trump-Unterstützer Perdue

Stand: 25.05.2022 10:55 Uhr

Im US-Bundesstaat Georgia hat der bisherige Gouverneur Kemp die Vorwahlen um das Amt gewonnen. Sein Herausforderer Perdue verlor klar - obwohl der von Ex-Präsident Trump unterstützt worden war.

Bei Vorwahlen im US-Bundesstaat Georgia hat der von Ex-Präsident Donald Trump unterstützte Kandidat eine Niederlage erlitten: Der Bewerber für das Gouverneursamt in dem Südstaat, David Perdue, räumte seine Niederlage ein, als erste Teilergebnisse ihn fast 50 Prozentpunkte hinter dem konservativen Amtsinhaber Brian Kemp sahen. Damit geht Kemp für die Republikaner ins Rennen.

Dessen Wahlsieg war zwar erwartet worden, nicht aber mit derartigem Vorsprung. Auf Twitter bedankte sich Kemp für den Zuspruch.

Kemp gegen Abrams im November

Bei den Wahlen wird Kemp in Ohio damit gegen die Demokratin Stacey Abrams antreten. 2018 war Abrams gegen Kemp knapp unterlegen. Nun sicherte sie sich mühelos die Nominierung ihrer Partei, Gegenkandidaten gab es nicht. Die Afroamerikanerin gilt als Vorkämpferin für das Wahlrecht und als Wegbereiterin für Joe Bidens Sieg in Georgia bei der Wahl 2020 - seit 28 Jahren hatte dort kein Präsidentschaftskandidat der Demokraten gewonnen.

Perdue sprach wie Trump von Wahlbetrug

Der unterlegene Republikaner Perdue hatte sich im Wahlkampf als besonders enger Trump-Verbündeter gegeben. Der frühere Senator wiederholte regelmäßig die Vorwürfe des früheren Präsidenten vom angeblichen massiven Betrug bei der Präsidentschaftswahl 2020, die Trump gegen den Biden verloren hatte. Am Wahltag selbst bekräftigte Trump seine Unterstützung für Perdue und seine Kritik an Kemp.

Perdue sei "ein konservativer Kämpfer, der keine Angst vor der radikalen Linken" habe, schrieb der 75-jährige Ex-Präsident in einer Erklärung. Kemp dagegen habe Georgia "im Stich gelassen" und "massiven Wahlbetrug" zugelassen. "Kemp ist ein sehr schwacher Gouverneur."

Kemp gilt als Trump-Kritiker

Gouverneur Kemp gilt dagegen als Trump-Kritiker. Kemp hatte Trumps Wut auf sich gezogen, weil er sich bei der Wahl um das Präsidentenamt geweigert hatte, den Ausgang der Wahl in Georgia zugunsten von Trump zu kippen. Dieser hat Kemp deswegen regelmäßig scharf attackiert und sich hinter dessen Herausforderer Perdue gestellt.

Die Kandidaten der Vorwahl in Georgia bei einer Auswertung im Vergleich. | EPA

Es war ein spannender Wahlabend in Georgia. Bild: EPA

In den USA finden im November Kongress-Zwischenwahlen und eine Reihe von Gouverneurswahlen statt. Bei den Vorwahlen lässt der bei der konservativen Basis nach wie vor sehr beliebte Trump seine Macht spielen und spricht seine Unterstützung für republikanische Kandidaten aus, die ihm gegenüber loyal sind. Andere Teile der Partei versuchen dagegen, Trumps Einfluss zurückzudrängen. Sie befürchten unter anderem, dass Trumps Fixierung auf seine Wahlniederlage 2020 und angeblichen Wahlbetrug den Republikanern bei den nächsten Wahlen schaden könnte.

Auch Pence unterstützte Kemp

Auch der frühere Vizepräsident Mike Pence stellte im Vorwahlkampf in Georgia offen auf die Seite von Gouverneur Kemp - und damit indirekt gegen seinen früheren Chef. Pence, dem wie auch Trump Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur 2024 nachgesagt werden, absolvierte am Montagabend zusammen mit Kemp einen Wahlkampfauftritt. "Ich war schon für Brian Kemp, bevor das cool war", sagte Pence dabei vor Hunderten Anhängern im Großraum Atlanta.

Am Dienstag fanden auch Vorwahlen in den Bundesstaaten Alabama, Arkansas, Minnesota und Texas statt. Bei Vorwahlen in anderen Bundesstaaten in den vergangenen Wochen hatten von Trump unterstützte Kandidaten teilweise Erfolge erzielen können. Es gab aber auch Niederlagen für das Lager des Ex-Präsidenten.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 24. Mai 2022 um 22:15 Uhr.