Schlusslicht

Sirocco, der Kakapo | Bildquelle: picture alliance / Mary Evans Pi

Papageien am Pazifik Neuseeland hat 'nen Vogel - zurück

Stand: 08.02.2018 11:17 Uhr

Neuseelands berühmtester Vogel hat ein Händchen fürs Timing. Sirocco ist zurückgekehrt, während am Pazifik noch der Tod des einsamen Tölpels Nigel betrauert wird. Zeit, das schwarze Federkleid abzulegen.

Wynton Rufer hieß der erste Spieler in der Fußball-Bundesliga, der den weiten Weg aus Neuseeland auf sich genommen hat. Und einfallsreich, wie Fußballer nun einmal sind, tauften die damaligen Mitspieler von Werder Bremen den Neuen auf den Namen, der ihnen als erstes in den Kopf kam, wenn sie an Neuseeland dachten: "Kiwi". Die große Zeit von Rufer liegt mittlerweile allerdings ein paar Jahrzehnte zurück und heute hätte er vielleicht einen ganz anderen Vogelnamen. "Kea" zum Beispiel. Das ist eine Papageien-Art, zu der wir später noch kommen. Oder "Kakapo".

Rückkehr trotz Handicaps

Denn der derzeit berühmteste Vogel der Insel heißt Sirocco und ist ein Kakapo. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Papagei. Und damit kommen wir zum schönen Teil dieser Nachricht, denn Sirocco ist soeben auf seine Heimatinsel zurückgekehrt. Das mag zunächst unspektakulär klingen, doch Kakapos haben einen in der Vogelwelt nicht zu unterschätzenden Nachteil: Sie sind flugunfähig. Sicrocco hat es trotz dieses Handicaps zurück auf die Südinsel von Neuseeland geschafft. Wie auch immer. Und den Zeitpunkt, den hätte er nicht besser wählen können.

"Haben ihn echt vermisst"

Neuseelands Vogelwelt trägt nämlich derzeit schwarzes Federkleid. Erst vor wenigen Tagen ist Tölpel Nigel, zuvor unter dem Namen "Einsamster Vogel der Welt" zu trauriger Berühmtheit gelangt, verschieden. Alleine, versteht sich. Nach der Rückkehr von Sirocco keimt nun neue Hoffnung auf. "Wir haben ihn echt vermisst. Und wir sind echt froh, dass wir ihn wieder haben", sagte eine Sprecherin der Naturschutzbehörde. Sircocco, im zarten Papageien-Alter von 20 Jahren noch ein junger Hüpfer, war zuletzt im Februar 2016 gesichtet worden. Mehrere Suchaktionen blieben erfolglos - man rechnete mit dem Schlimmsten am Pazifik.

Tölpel Nigel | Bildquelle: dpa
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Basstölpel Nigel inmitten von Tölpelattrappen

Balz mit dem Tierfilmer

Ein Kea-Papagei sitzt auf einem Stahlgerüst mit Netzen und Spielsachen. | Bildquelle: dpa
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Sport an der frischen Luft: Ein Kea-Papagei inspiziert eines der drei "Fitnessstudios" auf Neuseeland.

Sirocco, längst mit eigener Facebook-Seite ausgestattet, verdankt seinen Ruhm einer BBC-Serie über Tiere, die vom Aussterben bedroht sind. Bei den Dreharbeiten konnte er nicht an sich halten und begann, hemmungslos mit einem der Tierfilmer zu balzen. Den Rest besorgten die sozialen Netzwerke: Der Papagei war plötzlich ein Star. Und nun schicken sich ein paar Verwandte an, seinem Vorbild zu folgen. Denn ebenfalls auf der Südinsel sorgt derzeit ein ganzer Schwarm Kea-Papageien für Aufsehen. Auf einer Baustelle finden sich die übermütigen Vögel zu einer Art Work-Out ein und verschieben die Verkehrshütchen.

Fitnessstudio für Papageien

Um das in Zukunft zu unterbinden und die überschüssige Energie der Spaßvögel ein wenig zu kanalisieren, hat sich die Verkehrsschutzbehörde nun etwas ganz Besonderes einfallen lassen: ein Fitnessstudio für die Keas.

Drei Anlagen gibt es bereits, ausgestattet mit Leitern, Schaukeln und Klettergerüsten. Das wäre natürlich auch noch eine Idee, um Sirocco in Zukunft seine Heimatinsel ein wenig schmackhafter zu machen. Ein nettes Spa vielleicht, mit Jacuzzi und allem Pipapo. Oder eine kleine Sauna. Nicht dass der Vogel bald wieder die Fliege macht - so wie Wynton Rufer 1997. Aber das ist noch eine andere Geschichte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 08. Februar 2018 um 16:30 Uhr.

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