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Social Media in Russland Hass wird selten gelöscht

Stand: 25.02.2016 17:43 Uhr

Eigentlich schützt die russische Verfassung die Bürger des Landes vor Hass-Propaganda. Doch Hass-Kommentare sind in sozialen Netzwerken weit verbreitet und werden selten gelöscht.

Von Markus Sambale, ARD-Studio Moskau

Beschimpfungen und Hass-Attacken sind in Russland im Netz weit verbreitet - ob in Sozialen Netzwerken wie Facebook und VKontakte (vk.com) oder in den Kommentaren von Nachrichtenseiten und Blogs.

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Markus Sambale ARD-Studio Moskau

Vor allem seit dem Krieg in der Ukraine und dem Konflikt mit dem Westen ist der Ton aggressiver geworden. Zu finden ist alles: Von persönlichen Beleidigungen bis hin zu allgemeinen - oft auch massenhaft identischen - Hass-Botschaften, bei denen es sich offenbar um zentral gesteuerte, teils automatisierte Kampagnen handelt. Immer wieder machen rassistische Foto-Montagen die Runde. Beliebtes Opfer: US-Präsident Obama.

Was ist vk.com?

vk.com ist wie Facebook ein soziales Netzwerk - nur aus Russland. Nach Angaben des Betreibers nutzen es täglich 81 Millionen User, vor allem aus Osteuropa.

Bürgerrechtsgruppen kritisieren Justiz

Die russische Verfassung schützt eigentlich alle Menschen vor Hass-Propaganda, und es existieren auch entsprechende Gesetze. Doch die Realität ist eine andere: Gelöscht werden die meisten Hass-Einträge nicht. Und Bürgerrechtsgruppen beklagen, die Justiz ermittele nur dann, wenn es politisch gewünscht ist - zum Beispiel gegen Oppositionelle.

Lesben und Schwule haben es im Netz schwer

Ein Gesetz wirkt sogar wie eine Einladung, andere zu diskriminieren: Das Gesetz, das "Propaganda von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen gegenüber Minderjährigen" verbietet. Einige sehen das als Freibrief, ihrem Hass auf Schwule und Lesben - gerade auch im Netz - freien Lauf zu lassen.