Kreuzfahrtschiff "Viking Sky" in Molde | Bildquelle: picture alliance / NTB scanpix

Havarie eines Kreuzfahrtschiffes "Viking Sky" erreicht Hafen

Stand: 25.03.2019 18:11 Uhr

Das vor der norwegischen Küste havarierte Kreuzfahrtschiff "Viking Sky" hat ohne Zwischenfälle den Hafen der Kleinstadt Molde erreicht. Zuvor waren 460 Menschen an Land geflogen worden.

Glimpfliches Ende einer dramatischen Reise: Mehr als 24 Stunden nach dem Absetzen eines Notrufes ist das in Seenot geratene Kreuzfahrtschiff "Viking Sky" mit Hunderten Menschen an Bord sicher in einem norwegischen Hafen eingetroffen. Die "Viking Sky" legte am Nachmittag an einem Pier in der Kleinstadt Molde an, wie im norwegischen Fernsehen zu sehen war. Die rund 900 verbliebenen Menschen, die über Nacht auf dem Schiff ausgeharrt hatten, blieben zunächst an Bord des Schiffes.

Glimpfliches Ende eines Kreuzfahrtdramas
tagesthemen 23:15 Uhr, 24.03.2019, Christian Stichler, ARD Stockholm

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Küstenabschnitt mit Inseln und Riffen

Die "Viking Sky" war am Samstagnachmittag im Küstenabschnitt Hustadvika in Seenot geraten. Das Schiff befand sich auf dem Weg von Tromsö in Nordnorwegen nach Stavanger im Süden, als es einen Notruf absetzte. Es hatte Probleme mit dem Motor gegeben. Der Küstenabschnitt dort gilt als gefährlich, weil es viele kleine Inseln und Riffe gibt. Bei starkem Wind und Wellengang trieb das Schiff auf die Küste zu.

Viking Sky Havarie und Rettung | Bildquelle: AFP
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Die "Viking Sky" war in einem gefährlichen Küstenabschnitt in Seenot geraten und trieb bei starkem Wind und Wellengang auf die Küste zu.

Passagiere machten Filmaufnahmen

Insgesamt waren nach Reedereiangaben 915 Passagiere und 458 Besatzungsmitglieder an Bord des 227 Meter langen Schiffes. Passagiere veröffentlichten in Online-Netzwerken Filmaufnahmen aus dem Innern des Schiffes. Zu sehen ist, wie Sessel, Tische und Topfpflanzen in dem stark schwankenden Schiff über den Boden schlittern. Andere Videos zeigen Passagiere mit Rettungswesten, die auf ihre Rettung warten.

Nach kurzer Zeit gelang es der Besatzung aber, einen der vier Motoren wieder zu starten, den Anker auszuwerfen und das Schiff so zwei Kilometer vor der Küste zu stabilisieren. Dann lief eine spektakuläre Rettungsaktion für die Passagiere an: Sie wurden einzeln in Hubschrauber hochgezogen.

Erinnerung an "Titanic"

"Ich habe noch nie etwas so Beängstigendes erlebt", berichtete eine Passagierin nach ihrer Rettung. "Ich habe für die Sicherheit aller Menschen an Bord gebetet", sagte sie im norwegischen Fernsehen. Auch der Flug mit dem Hubschrauber sei "entsetzlich" gewesen. "Der Wind war wie ein Tornado."

Ein anderer Passagier sagte, die Situation habe ihn an die "Titanic" erinnert. Das beste Wort dafür sei 'surreal', sagte er. Durch meterhohe Wellen sei Wasser in das Schiff eingedrungen, das Tische, Stühle und Menschen umgerissen habe. "Ich habe gestanden, meine Frau hat vor mir gesessen und plötzlich war sie weg. Ich habe gedacht: Das ist das Ende."

460 Menschen wurden an Land gebracht

Die Rettungsaktion ging nur langsam voran. Bis zum Vormittag wurden nach Angaben der Rettungskräfte 460 Menschen an Land gebracht. Für die Geretteten wurde ein Notaufnahmezentrum in einer Turnhalle an der Küste eingerichtet. 17 von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht. Drei der Verletzten erlitten offenbar schwere Knochenbrüche.

Viking Sky Havarie und Rettung | Bildquelle: AP
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In einer spektakulären Rettungsaktion wurden 460 Menschen mit Hubschraubern an Land gebracht.

Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, waren auch zwei deutsche Frauen unter den Passagieren, sie seien 74 und 66 Jahre alt. Ob sie bereits in der Nacht von Bord geholt wurden oder am Sonntag weiter auf dem Schiff ausharrten, war laut einem Sprecher nicht bekannt. Das Rote Kreuz teilte mit, viele der Passagiere seien traumatisiert. Sie würden an Land psychologisch betreut.

Am Sonntag funktionierten dann wieder drei der vier Motoren der "Viking Sky", wie ein Sprecher der Einsatzkräfte mitteilte. Das Schiff konnte daher wieder mit eigener Kraft fahren und wurde von zwei Schleppern in den rund 80 Kilometer entfernten Hafen von Molde geleitet.

Wikinger mieden das Gebiet

Die "Viking Sky" wird seit 2017 von der norwegischen Reederei Viking Ocean Cruises betrieben. Die Passagiere stammten aus 18 Ländern, die meisten aus Großbritannien und den USA. In der etwa 20 Kilometer langen Hustadvika gab es schon mehrere Schiffsunglücke. Schon die Wikinger hatten das Gebiet gemieden und ihre Boote stattdessen an Land von Fjord zu Fjord getragen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. März 2019 um 18:00 Uhr.

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